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FF2/2001


vom:
April 2001


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FF2/2001:

Kirchen zwischen Krieg und Frieden

Martin Singe

(ms) Vom 13.-17.6.2001 wird wieder einmal in Frankfurt ein Evangelischer Kirchentag stattfinden. Genau 20 Jahre ist es dann her, dass 1981 im Juni während des Kirchentages in Hamburg die erste große Friedensdemo der neuen Friedensbewegung mit 100.000 Beteiligten gegen den NATO-Nachrüstungsbeschluss stattgefunden hat. Nun haben die Kirchen für das erste Jahrzehnt des 3. Jahrtausends eine Dekade zur Überwindung von Gewalt ausgerufen.

Die Kirchen haben von ihrem Ursprung her eine besondere Verpflichtung zur Gewaltlosigkeit. Die ursprünglich strikte Gewaltlosigkeit war jedoch schnell überwunden, als die Kirche im 4. Jh. zur Staatskirche mutierte. Die Lehre vom "gerechten Krieg" wurde ausgearbeitet, um Christen das bislang verbotene Soldatsein zu ermöglichen. Die weitere Geschichte der Kirchen ist - was die Frage der Gewalt angeht - keineswegs rühmlich. Erinnert sei nur an die Judenverfolgung, Ketzer- und Hexenverbrennungen, Religions- und Konfessionskriege bis hin zur Absegnung der Ausrottung der Ureinwohner in Lateinamerika. Gleichzeitig gab es immer wieder kleine Gruppen, die an der Gewaltlosigkeit festhielten, wie z.B. die Franziskaner. In diesem Jahrhundert haben sich nach dem 1. und nach dem 2. Weltkrieg wieder verstärkt Friedensinitiativen in den Kirchen gebildet.

Mit dem Themenschwerpunkt wollen wir aktuell die gegenwärtige - meist etwas zwiespältige - Haltung der Kirchen zur Frage nach Militäreinsätzen in aller Welt beleuchten. Darüber hinaus geht es um die möglichen Perspektiven der Friedensdekade und die Chancen der Friedensdienste. In einem weiteren Artikel gehen wir auf die Positionen der Kirchen in der NS-Zeit ein. Wir hoffen, dass die Lektüre der Artikel auch für nicht direkt kirchlich/christlich Engagierte von Gewinn ist.



E-Mail:   grundrechtekomitee@t-online.de


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