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Erstellt:
August 1997

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FriedensForum 5/1997


Warum es am 3. Oktober doch etwas zu feiern gibt.

AMOK die Zweite.

Stefan Scholz

Text/Kurzbeschreibung bearbeiten für: AMOK die Zweite. Raute am Ende dieses Absatzes stehenlassen!!! Danach .

Am 3. Oktober ist es wieder soweit. Tausende AMOK-Läufer (und auch -innen) werde durch die großdeutsche Hauptstadt paradieren und das Militär verächtlich machen. Bunte Wagen, phantastische Uniformen, Wehrkraftzerfetzer und Spötter dürfen Berlins Straßen bevölkern.

Angefangen hatte alles vor zwei Jahren, als der Kabarettist Dr. Seltsam die Idee hatte, den Karneval wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Ihm ging es darum, dessen antimilitärische Wurzeln wiederzubeleben. Was am Rhein schon lange dumpfer, deutscher Ernst und biertrunkene Glückseligkeit ist, sollte an der Spree wieder werden, was es ursprünglich war: eine Verhöhnung der Armee - Funkenmariechen und Karnevalsoffiziere als Ausdruck des Spottes.

Nach einer Vorbereitungszeit von einem Jahr liefen am 3. Oktober 1996 erstmals 10.000 Spötter und Militärverhöhner auf der ehemaligen Paradestrecke der DDR amok - natürlich in entgegengesetzter Richtung. Über dreihundert Künstler, Politiker, Gruppen und Einzelpersonen hatten damals den Initialaufruf unterzeichnet. Der Umzug wurde mit einer großen Party und einem Konzert in der Friedenstraße beendet. AMOK war mit Sicherheit die lustigste antimilitärische Demonstration sein vielen Jahren.

Das größte Problem 1996 war der Streit um die Demonstrationsstrecke. Das "Fest für Deutschland" - eine große Kommerz- und Bierfete - hatte die viel früher bereits von AMOK angemeldete Route an der Straße Unter der Linden zugesprochen bekommen. Trickreich hatten sich das Deutschlandfest mit Hilfe der Schirmherrschaft von Rita Süssmuth in eine politische Demonstration verwandelt. Da die endgültige Entscheidung über die Streckenvergabe erst drei Tage vor dem Termin fiel, mußte sich AMOK kurzfristig eine andere Strecke besorgen.

 zum AnfangIn diesem AMOK-Jahr sollte natürlich alles besser, schöner, größer und bunter werden. Es war abzusehen, daß sich wieder das Deutschlandfest mit seiner Strecke durchsetzen würde. Die Polizei hatte signalisiert, daß die gesamte Innenstadt vom Reuter- bis zum Alexanderplatz für das Deutschlandfest reserviert bleibt. AMOK hatte sich deshalb entschlossen, die Parade am Schloß Charlottenburg zu starten. Bereits ab 10.00 Uhr hatte die Kampagne gegen Wehrpflicht mit der Militärverhöhnung begonnen. Die Parade endete am Breitscheidplatz mit einem Konzert- und Kabarettprogramm.



Stephan Scholz ist Pressesprecher vom AMOK - Dieser Beitrag wurde vor dem Stattfinden der Parade am 3. Oktober verfaßt.

E-Mail:   s.scholz@link-b36.berlinet.de
Internet: http://monochrome.com/AMOK
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