![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ||
![]() 20.03.2004 Aktionstag gegen Krieg vom: 20.03.2004 | 20.03.2004: Internat. Aktionstag gegen Krieg: Kundgebung Landstuhl Was für eine Welt könnten wir bauen Rede Sabine Leidig ![]() Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, Ich will beginnen mit Worten von Albert Einstein: "Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn die die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten! Ein Zehntel der Energien, die die Krieg führenden Nationen im Krieg verbrauchen, ein Bruchteil des Geldes, das sie mit Handgranaten und Giftgasen verpulvert haben, wäre hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen sowie die Katastrophe der Arbeitslosigkeit in der Welt zu verhindern. (...) Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -traditionen zu machen." Im Januar letzten Jahres haben sich Tausende von uns aus der ganzen Welt mit ähnlichen Gedanken in Porto Alegre versammelt unter der Losung: »Eine andere Welt ist möglich!« Ein paar tausend Meilen weiter nördlich dachten George Bush und seine Berater das gleiche. Unser Projekt war das Weltsozialforum. Deren Ziel war »das neue amerikanische Jahrhundert«. Aber diese Projektidee ist nicht auf die USA beschränkt - auch in Europa gibt es Anhänger: Der vorliegende Entwurf der europäischen Verfassung verpflichtet die Mitgliedsstaaten, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern. Die Union wird umgebaut zur weltweit interventionsfähigen Militärmacht. Arme Länder, die geopolitisch von strategischem Wert sind für die westliche Welt, die einen »Markt« haben, der privatisiert werden kann, oder gar wertvolle Ressourcen besitzen, müssen sich angemessen verhalten, oder sie werden zu militärischen Zielen. Jene mit den größten natürlichen Reichtümern sind am meisten gefährdet. Während Menschenrechtler, Hilfsorganisationen, Globalisierungskritiker, Gewerkschaften, Friedensforscher, Kirchenleute und kluge Wissenschaftler zum Umsteuern Mahnen, versuchen die Herrschenden auf dieser Welt mit Gewalt eine Weltordnung zu zementieren, in der sich eine Minderheit von Starken auf Kosten einer wachsenden Mehrheit von Schwachen gewaltige Reichtümer und Privilegien aneignet. |
![]() | ![]() | ||
20.03.2004 Aktionstag gegen Krieg | Es gab eine Sekunde des Innehaltens nach dem 11. September 2001 und die Hoffnung ist aufgekeimt, dass auch die Mächtigen, auch die Herren in den Chefetagen der Konzerne, die Börsenspekulanten und Militärs, die wirtschaftsgläubigen Politiker und die Banker die Verletzlichkeit ihres Systems erkennen und - auch im eigenen langfristigen Interesse - Schritte zu einer friedlichen Weltpolitik unternehmen. Stattdessen: Bombengeschwader, Cruise Missiles und Sreubomben auf Afghanistan - Gigantische Aufrüstungsprogramme - neue Atomwaffen; und schließlich wurde der Irak mit Krieg überzogen. Die Hoffnungsfunken der Vernunft sind verglüht. Der Regierungswechsel in Spanien ist ein Ausdruck davon, dass ganz viele Menschen Zusammenhänge zwischen Kriegspolitik und Terrorismus sehen. Sie spüren, dass etwas nicht mehr in Ordnung ist. Dass sie mit der ihnen verordneten westlichen Solidarität nicht wirklich dem Guten gegen das Böse dienen. Sie ahnen, dass diese Globalisierung mit Gewalt immer neuen Hass säen muss. Die Kriegspolitik steht einer notwendigen Umgestaltung der Welt konträr entgegen und damit den Lebensinteressen der allermeisten Menschen, besonders in den armen Ländern, aber auch in den Industrienationen, wo die Verteilungs-Ungerechtigkeit des entfesselten Kapitalismus immer mehr Ausgrenzung und soziale Unsicherheit schafft. "Der Mensch vor dem Profit" . ist ein Motto der Bewegung der "Altermondialisten" und diese Parole sagt, von welcher Art die "andere Welt" sein soll, die wir für möglich halten: Wirtschaften nicht gegen die Konkurrenz, sondern für die Befriedigung von Bedürfnissen. Eine neue Weltwirtschaftsordnung, in der der Reichtum dieser Erde gerecht verteilt und ökologisch genutzt wird. Dazu gehört weltweite Abrüstung und eine starke Antikriegsbewegung, denn eine gerechte Welt ist ohne Frieden nicht möglich. Und wir brauchen kräftige soziale Bewegung gerade in den reichen Ländern, die wir entwickeln und mit dem Widerstand in den armen Ländern verbinden müssen. Damit Milliarden stärker sind als Milliardäre. Wenn die Friedensbewegung, die Globalisierungskritiker und die Gewerkschaften ihre Kämpfe verknüpfen und global vernetzen, kann richtig Sand ins neoliberale Globalisierungsgetriebe kommen. Wir können helfen, die apokalyptischen Reiter zu bremsen - heute hier, am 3. April bei den europaweiten Protesten gegen Sozialkahlschlag, bei den Ostermärschen und bei vielen weiteren Aktionen, die unser gemeinsames Projekt voran bringen! Sabine Leidig ist Geschäftsführerin im Attac-Bundesbüro. E-Mail: leidig@attac.de Internet: http://www.attac.de | ||
Artikel | Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema USA-Irak-Krise 98 - Erklärung 20.03.: Rede R.Forward in München 20.03.: - Rede W.Wolf in Berlin 20.03.: - Rede Norman Paech 20.03.: Rede Uwe Reinecke in Rostock 20.03.: - Rede Klaus Stampfer in Augsburg - |
![]() | ![]() | |
Bereich Netzwerk |