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![]() 20.03.2004 Aktionstag gegen Krieg vom: 20.03.2004 | 20.03.2004: Internat. Aktionstag gegen Krieg: Kundgebung Landstuhl Ich kann mich noch gut an den Tag X Jahr erinnern Rede Sascha Vogt ![]() Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, ich kann mich noch gut an den Tag X im letzten Jahr erinnern. Damals war ich Vorsitzender des Münsteraner AStA. Ich kann mich daran erinnern, dass wir gemeinsam mit Tausenden anderen Menschen zur spontanen Kundgebung gezogen sind. Ich kann mich daran erinnern, dass wir auch damals in einem Redebeitrag das deutliche Nein der Studierenden gegen einen ungerechtfertigten Krieg artikuliert haben. Ich kann mich an die anschließende Demonstration und an eine große Friedenskette zwischen den Städten Münster und Osnabrück erinnern, bei der über 30.000 Menschen ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt haben. Ich kann mich an zahllose weitere Mahnwachen und Demonstrationen erinnern, die wir als AStA als Teil der Friedensbewegung wochenlang begleitet haben. Was mich damals erfreut hat, war die Tatsache, dass viele Menschen, die sonst politisch unterschiedlichster Meinung sind, an einem Strang gezogen haben. Wir alle haben uns lautstark und friedlich gegen einen Krieg gewendet, der durch nichts gerechtfertigt war. Vor einem Jahr waren auch viele Studierende mit dabei und mitten in der Friedensbewegung. Sie haben gezeigt, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind. Für uns als AStA war es damals aber leider eine meist gefährliche Situation: Der Gesetzgeber verbietet es der gewählten Vertretung der Studierenden, sich eindeutig gegen einen Krieg oder eben auch für eine atomare Abrüstung zu positionieren. Immer dann, wenn man das trotzdem tut, läuft man Gefahr zu hohen Geldstrafen verurteilt zu werden. Es ist nicht Aufgabe einer Studierendenvertretung, sich um allgemeinpolitische Themen zu sorgen, so die Begründung. Die Tatsache, dass wir wie viele andere Studierendenvertretungen im ganzen Bundesgebiet es trotzdem getan haben und auch heute bei diesem Protestmarsch mit von der Partie sind, zeigt aber, dass wir es trotzdem für notwendig halten, unsere bewusste Meinung gegen Krieg und gegen eine weitere Aufrüstung öffentlich zu vertreten. |
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20.03.2004 Aktionstag gegen Krieg | Die Notwendigkeit, das auch Studierende und deren Vertretung sich aktiv in ein weltpolitisches Geschehen einmischen ist für mich durch zwei Gründe gegeben. Viele sagen: Im Studium hat man sehr viel Zeit um über den Tellerrand hinauszublicken. Ich glaube, dass das zumindest derzeit noch stimmt. Es ist eine der Qualitäten des deutschen Hochschulsystems, dass während des Studiums gesellschaftliche Prozesse reflektiert werden können und nicht als gegeben hingenommen werden müssen, dass angebliche Sachzwänge hinterfragt werden können. Das betrifft auch und insbesondere die Frage nach einer Alternative zur Aufrüstung und zur Lösung von Konflikten mit Waffengewalt. Die Hochschule ist einer der Orte, an dem diese Alternativen entwickelt werden können. Ich denke, dass das auch so bleiben muss. Deshalb wehren wir uns gegen alle Bestrebungen, die die Hochschulen zu reinen Ausbildungsbetrieben umfunktionieren wollen. Der Begriff der Bildung, sowie er in Deutschland einst aus humanistischen Gründen wie sonst nirgendwo ernst genommen wurde, darf nicht zum Mythos verfallen. Es gibt noch einen zweiten Grund, warum Studierende nach unserer Meinung in der Pflicht sind, sich gegen einen Irak-Krieg und gegen die Bedrohung durch Atomwaffen zur Wehr setzen sollten. Studierende sind - zumeist - junge Erwachsene. Vieles von dem, was heute entschieden wird, hat für die Zukunft unserer Gesellschaft weitreichende Folgen. Nicht ohne Grund waren es im vergangenen Jahr auch viele Schülerinnen und Schüler, die sich aktiv gegen den Irak-Krieg zur Wehr gesetzt haben. Und ebenso müssen Studierenden nicht nur in solchen Momenten sondern aufstehen und ein deutliches "Nein" von sich geben. Es ist unser aller Zukunft, die dort entschieden wird: Wollen wir eine Welt, in der alle Interessen letztlich mit Waffengewalt durchgesetzt wird? Wollen wir eine Welt, in der wirtschaftliche Interessen den gesellschaftlichen Interessen übergeordnet sind? Wollen wir eine Welt, in der die alltägliche Bedrohung durch nukleare Sprengköpfe als normal erscheint, eine Welt, in der die Atomwaffenländer sich weigern, ihren Abrüstungsverpflichtungen nachzukommen? Wir, der freie zusammenschluss von studentInnenschaften, wollen das nicht. Und wir werden uns auch weiterhin aktiv dagegen zur Wehr setzen und Alternativen aufzeigen. Vielen Dank. E-Mail: fzs@studis.de Internet: http://www.fzs-online.de | ||
Artikel | Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema USA-Irak-Krise 98 - Erklärung 20.03.: Rede R.Forward in München 20.03.: - Rede W.Wolf in Berlin 20.03.: - Rede Norman Paech 20.03.: Rede Uwe Reinecke in Rostock 20.03.: - Rede Klaus Stampfer in Augsburg - |
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