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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002


vom:
27.10.2002


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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002:

  Reden

Rede in Berlin 26.10.02

John Catalinotto

Freundinnen und Freunde,

ich bringe Euch die Grüße von der US-amerikanischen Friedensbewegung heute am 26. Oktober, dem internationalen Aktionstag gegen einen neuen U.S.-Krieg gegen den Irak.

Es gibt zwei Punkte, die ich Euch sagen möchte:

(1) Die US-Regierung plant einen reinen Eroberungskrieg.

Vielleicht kennt Ihr noch nicht das Papier der Bush-Administration zur "Nationalen Sicherheitsstrategie". Es ist ein sehr wichtiges Papier, das am 20. September verbreitet wurde. In diesem Papier wird sehr freimütig Klartext gesprochen.

Das Papier ist voll von militärischen Drohungen und formuliert das Recht auf einen militärischen Erstschlag. Man kann aus dem Papier lesen, dass die Eroberung der ganzen Welt geplant ist, und Feinde und auch Freunde haben nur eine Wahl: Sie müssen sich unterordnen.

Wenn man das Papier gelesen hat, versteht man, dass die Drohungen gegen den Irak nichts mit den Eigenschaften Saddam Husseins oder mit Massenzerstörungswaffen zu tun haben. Die Drohungen haben mit dem Erdöl zu tun. Und es geht um die strategische Kontrolle der Länder des mittleren Ostens und Zentralasiens, um die Vormachtstellung in der Weltwirtschaft, es geht um alte und neue Kolonien und auch um die Konkurrenz zu Europa und Japan.

Die US-Administration droht mit Krieg, um den Irak zu erobern, zu besetzen und auszuplündern.

(2) Ihr wisst, die Bush-Regierung hat versucht, den 11. September 2001 zu benutzen, um das US-amerikanische Volk zu überzeugen, dass immer neue Kriege notwendig sind. Und vielleicht glaubt Ihr, dass es geklappt hat?

Es ist nicht so, dass die Menschen in den USA nicht merken, was hier vorbereitet wird. Viele sind in großer Sorge.

Es war für mich eine interessante Beobachtung: Als ich im September mit deutschen Gästen in New York unterwegs war, wurde diesen oft gratuliert. Ob es der Taxifahrer war, die Imbiss-Verkäuferin oder Leute in der U-Bahn, sie wollten zeigen, dass sie sich über den Wahlsieg von Schröder in Deutschland freuen.

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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002
Warum diese Freude? Die Menschen wussten, dass Schröder einen Wahlkampf gegen Bush gemacht hat. Sie haben indirekt gesagt, dass sie gegen den Krieg sind.

Seitdem hat die Stimmung gegen den Krieg viel mehr zugenommen. Die Menschen sprechen darüber in der Öffentlichkeit. Viele beteiligen sich aktiv an der Organisierung von Protesten. Seit Wochen gibt es landesweit viele Aktionen. 30.000 Menschen haben Anfang Oktober im Central-Park in New York gegen den Krieg protestiert.

Überall in den Städten entlang der Ostküste, in Houston in Texas, in Chicago und auch in vielen kleinen Städten sind Gruppen entstanden, die für die Demonstration heute in Washington mobilisiert haben. Dasselbe hat sich im Westen der USA vollzogen, wo ebenfalls heute eine Großdemonstration in San Francisco stattfindet.

Der U.S.-Congress hat darin versagt, den Krieg zu stoppen. Tatsächlich hat er für den Krieg gestimmt. Und auch der UN-Sicherheitsrat hat den Krieg nicht gestoppt. Schröder und Fischer von der deutschen Regierung haben sich gegen den Krieg ausgesprochen, aber die U.S.-amerikanischen Flugzeuge mit Kriegsmaterial starten immer noch von den US-Basen aus Spangdahlem und Ramstein in die Golfregion.

Die weltweite Antikriegsbewegung ist die einzige Kraft, die diesen Kriegskurs noch stoppen kann.

Deshalb brauchen wir eine starke Solidarität miteinander und mit dem irakischen Volk.

Fordern wir gemeinsam:

 Schluss mit den Sanktionen gegen den Irak!

 Schluss mit den Transporten von Kriegsmaterial von U.S.-Militärbasen in Deutschland!

 Stoppt den Krieg gegen den Irak, bevor er beginnt!


John Catalinotto ist aktiv beim International Action Center, New York (eine der Gruppen in ANSWER Coalition, die heute in Washington und San Francisco demonstrieren)
Internet: http://www.iacenter.org
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