Antikriegs-
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vom:
22.08.2004

update:
31.08.2004


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Antikriegstag 2004

 Presse zum Antikriegstag

Pressesplitter - Vorfeld (bis 31.08.04)

div. Tageszeitungen, Agenturen, ...

Hamburg Abendblatt GALiN lädt zum Antikriegstag ein

jW Friedenskampagne am Antikriegstag: Testvotum gegen die EU-Verfassung?

Aachener Zeitung "Reden wollen die Menschen nicht hören"

Schweinfurt im Internet DGB-Kundgebung zum Antikriegstag am 1. September

ddp DGB würdigt Antikriegstag mit Filmvorführung

waz Für ein friedensfähiges Europa

wr Viele Konflikte geben Friedensdemo Stoff

Lüdenscheider Nachrichten Friedensgruppe läutet politischen Herbst ein

jW Gedenken ab 5.45 Uhr

Teckbote Gedenkfeiern am Antikriegstag

Südkurier Gedenken an die Kriegs-Opfer



Quelle: Hamburger Abendblatt, Lokalteil Norderstedt, 21.08.04

Norderstedt: GALiN lädt zum Antikriegstag ein

Norderstedt - "Nie wieder Krieg!". Unter diesem Motto beteiligt sich die Grün Alternative Liste in Norderstedt (GALiN) an den bundesweiten Aktivitäten zum Antikriegstag am 1. September - an diesem Tag hat vor 65 Jahren der Zweite Weltkrieg begonnen. Die GALiN lädt alle Norderstedter zur Veranstaltung ein, die am Mittwoch, 1. September, um 19.30 Uhr im "Music Star" am Harksheider Markt beginnt.

Geplant ist ein Auftritt der "Oma Körner Band". Die Musiker gastieren seit vielen Jahren regelmäßig im Süden Schleswig-Holsteins und sind vielen Umlandbewohnern nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch ihr Engagement beispielsweise beim Ostermarsch in Wedel bekannt. Dazu werden die Norderstedter Autorinnen Ingrid Weißmann und Ilse Becker Texte lesen. Beide sind bekannt durch ihre Arbeiten für die Schreibwerkstatt und den Kunstverein Malimu. ms



Quelle: junge Welt, 21.08.2004

Friedenskampagne am Antikriegstag: Testvotum gegen die EU-Verfassung?

jW sprach mit Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag

Frage: Der Kasseler Friedensratschlag will anläßlich des Antikriegstages am 1. September in Zusammenarbeit mit diversen Friedensgruppen "Passantenbefragungen" zur EU-Verfassung durchführen. Was haben Sie für Fragen?

Strutynski: Wir werden vom 1. bis zum 4. September in vielen Städten Aktionen durchführen, die sich aus aktuellem Anlaß schwerpunktmäßig mit der EU-Verfassung auseinandersetzen. In diesem Rahmen wollen wir herausfinden, welche Ansichten in der Bevölkerung dazu vorhanden sind. Eine inoffizielle Test-Volksabstimmung, könnte man sagen.

Frage: Ein repräsentatives Meinungsbild dürfte so aber kaum zustande kommen.

Strutynski: Darum geht es auch nicht in erster Linie. Die Aktion, an der sich neben Friedensgruppen auch das ATTAC-Netzwerk beteiligt, soll über die dicksten Brocken der Verfassung informieren. Das sind die Militarisierungs- und Aufrüstungsparagraphen sowie die unverhohlene Orientierung auf eine neoliberale Wirtschaftspolitik. Die wenigsten Menschen wissen, was in diesem Dokument überhaupt alles drinsteht.

Frage: Soll die Aktion auch die Forderung nach einer Volksabstimmung über die EU-Verfassung unterstützen?

Strutynski: Der vierte Abschnitt unseres Fragebogens bezieht sich auf ein Referendum.

Der Bundesausschuß Friedensratschlag ist entschieden der Meinung, daß über ein so wichtiges Dokument die Bevölkerung entscheiden muß. Es ist skurril, wenn heute SPD und Grüne, die einst angetreten waren, Plebiszite auf Bundesebene zu ermöglichen, ein solches Referendum strikt ablehnen und gleichzeitig CDU und CSU plötzlich die Volksabstimmung für sich entdecken. Wir werden uns von diesen politischen Spielchen nicht beirren lassen.

Frage: Bisher hat die Friedensbewegung stets ihre europaweite Vernetzung betont. Warum jetzt diese Kampagne gegen den Verfassungsentwurf?

Strutynski: Wir sagen nein zur EU-Verfassung, weil mit ihr Europa in eine falsche Richtung gedrängt werden soll. Gleichzeitig streiten wir aber weiter für das Projekt einer zivilen und sozialen Europäischen Union. Dies sollte man unbedingt auseinanderhalten.

Frage: Die Europaabgeordnete der PDS, Sylvia-Yvonne Kaufmann, hat nach der Europawahl wieder eine positive Bewertung der EU-Verfassung gefordert. Bleibt die Partei Friedenskraft?

Strutynski: Ich kann nicht den internen Streit der PDS um die EU-Verfassung kommentieren. Ich würde aber der Partei zu bedenken geben, daß das Gros der Wählerinnen und Wähler der PDS bei der letzten Europawahl sicher nicht für ein militarisiertes und neoliberales Europa gestimmt hat.

Frage: Tobias Pflüger, ein entschiedener Gegner dieser Verfassung, sitzt ebenfalls für die PDS im EU-Parlament. Kann er erfolgreich für eine Ablehnung werben?

Strutynski: Das kann ich natürlich nicht beurteilen. Die Positionen der meisten PDS-Abgeordneten sind meines Wissens militarisierungskritisch genug, um dieser EU-Verfassung die Unterstützung zu versagen. Auch die beiden Abgeordneten der PDS im Bundestag haben bisher deutlichgemacht, daß sie den Militarisierungsaspekt der Verfassung generell ablehnen.

Interview: Markus Bernhardt



Quelle: Aachener Zeitung, 25.08.04

Reden wollen die Menschen nicht hören

Aachen. Mit mitreißenden Rhythmen und treffenden Texten wollen der Verein Aachener Friedenspreis und der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) die Aachener zum Antikriegstag am 1. September in die Innenstadt locken. Höhepunkt des Tages ist die Verleihung des Aachener Friedenspreises an die türkische Rechtsanwältin Eren Keskin und die Petersburger Soldatenmütter in der Aula Carolina.

"Reden wollen die Menschen nicht mehr hören", meinte DGB-Regionsvorsitzender Heinz Kaulen. Der Gewerkschaftsbund zeichnet verantwortlich für die Gestaltung der Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz und die sich daran anschließende Friedensdemonstration zur Aula Carolina.

Deshalb setzen die Organisatoren erneut auf die Kraft der Kultur, nachdem sie im vergangenen Jahr damit gute Erfahrungen gemacht haben. "Klaus der Geiger" tritt am Willy-Brandt-Platz auf, "und er macht nicht nur Ton mit seiner Geige", versprach Otmar Steinbicker, Vorsitzender der Aachener Friedenspreises, auch politische Texte.

Den richtigen Rhythmus für die Demonstration liefern die "Aixotic Sambistas". Gesprochenes Wort wird es dennoch geben - vor allem bei der späteren Preisverleihung, aber auch schon unter freiem Himmel. Kaulen wird seinen Schwerpunkt auf den inneren Frieden im Land legen: "Das, was hier im Moment läuft, ist ein Ausgrenzungsprogramm, das Gesellschaften spalten kann."

Bereits bei Kundgebung und Demo werden die Preisträger dabei sein. In der Aula Carolina werden sie dann gegen 19 Uhr den mit je 1000 Euro dotierten Friedenspreis in Empfang nehmen.

Keskin wird dann für ihren Einsatz für die Menschenrechte, besonders für verfolgte kurdische Frauen, geehrt. Ihre Arbeit brachte ihr schon öfter den Vorwurf des Separatismus`und damit Haftstrafen ein.

Die Petersburger Soldatenmütter werden für ihren Einsatz für russische Wehrdienstleistende und für ihre Versöhnungsbemühungen mit Tschetschenien ausgezeichnet. Die Vorsitzende, Ella Poljakowa, wird den Preis in Empfang nehmen.

Die Laudatio spricht Barbara Lochbihler, Generalsekretärin der deutschen Sektion von amnesty international. "Sie hat sich stark für Keskin engagiert und kennt auch die Arbeit der Soldatenmütter gut", sagte Steinbicker.

Musikalisch umrahmt wird die Preisverleihung von der Harfenistin und Sängerin Maria Palatin`und Ali Ihsan Dogan, der das türkische Saiteninstrument Saz zu Gesang spielt.

Das Programm zum Antikriegstag am Mittwoch, 1. September, beginnt um 17.30 Uhr mit der DGB-Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz. Musik von "Klaus dem Geiger".

Um 18.15 Uhr startet der Demonstrationszug vom Willy-Brandt-Platz zur Aula Carolina, begleitet von den "Aixotic Sambistas".

Um 19 Uhr wird der Aachener Friedenspreis in der Aula Carolina verliehen. Anschließend wird ab 21 Uhr wird in der Aula der Katholische Hochschulgemeinde (KHG) gefeiert.

Das Maria Palatin Ensemble gibt am Donnerstag, 2. September, um 20 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses ein Benefizkonzert zugunsten der Friedenspreisträger. Karten gibt es beim Aachener Zeitungsverlag.

Die Preisträgerin Eren Keskin und der Vorsitzende des türkischen Menschenrechtsvereins, Akin Birdal, sprechen am Freitag, 3. September, ab 19 Uhr in der KHG zum Thema "Menschenrechtspolitik: Grundlage für den Frieden".

Der Kinderzirkus Pinocchio tritt mit behinderten Kindern der Lebenshilfe am Freitag, 19. September, um 16 Uhr zugunsten der Petersburger Soldatenmütter in der Aula Carolina auf.



Quelle: Schweinfurt im Internet, 27.08.04

DGB-Kundgebung zum Antikriegstag am 1. September

Main-Rhön (27.8.2004) - Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der zweite Weltkrieg. Seit dem Kriegsende wird dieser Tag weltweit als Protest- und Gedenktag gegen Krieg begangen. "Dieser Tag ist für uns eine Verpflichtung zur Erinnerung und zur Mahnung. Nie wieder Auschwitz. Nie wieder Krieg.", so DGB-Regionsvorsitzender Frank Firsching.

Die Geschichte habe gezeigt: Kriege haben immer unermessliches Leid und Unrecht für Mensch und Natur gebracht. Deshalb haben die Vereinten Nationen 1945 in der UN- Charta Gewaltanwendung und Krieg geächtet und verboten. Auch das deutsche Grundgesetz trägt diese Position mit und verbietet alle Handlungen, die zu einem Angriffskrieg beitragen.

UN- Sicherheitsrat, die NATO und die Bundesregierung sind der UN- Charta verpflichtet. Trotzdem finden derzeit etwa 50 Kriege statt. Seit der mit dem Jugoslawienkrieg einhergegangenen Grundgesetzänderung ist Deutschland immer mehr darin verwickelt. Inzwischen steht die Bundesrepublik - so die Pressemitteilung des DGB - bei Rüstungsexporten an fünfter und bei der Stationierung von Truppen auf fremden Boden hinter den USA an zweiter Stelle. Aufrüstung und Kampfeinsätze werden Verfassungsauftrag: "Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern. Es wird ein europäisches Amt für Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten eingerichtet..." (EU- Verfassungsentwurf Art. I- 40).

Das gewählte Europaparlament besitze keine Entscheidungsgewalt bei außenpolitischen und militärischen Entscheidungen. Die Schaffung einer EU-Armee sei zwangsläufige Konsequenz. "Wir befürchten einen kommenden Rüstungswettlauf mit den USA und eine Umstellung von der Wehrpflicht auf eine Berufsarmee", so Jürgen Wilk vom Schweinfurter Friedensratschlag.

Gleichzeitig werde europaweit mit Parolen wie "Wir müssen sparen!" und "den Gürtel enger schnallen" rigoros Sozialabbau betrieben. Hierzulande würden mit den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010 die Mehrheit der Bevölkerung belastet, während Konzerne und Reiche mit Steuergeschenken verwöhnt werden. Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit blieben auf der Strecke, so der DGB

Der DGB, der Schweinfurter Friedensratschlag und Deutsche Friedensgesellschaft (DFG- VK) rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Kundgebung zum Antikriegstag in Schweinfurt zu beteiligen.

Am 1. September beginnt die Kundgebung am Postplatz um 17 Uhr mit der Begrüßung durch Marian Janka (Friedensratschlag). Redner sind die Ausländerbeiratsvorsitzende Gisele Vizzoni-Frimark und Frank Firsching (DGB-Regionsvorsitzender). Künstlerisch umrahmt wird die Veranstaltung von Peter Hub mit der DGB- Songgruppe. Vor der Kundgebung, ab ca. 16 Uhr, hat die Bevölkerung die Möglichkeit ihre Meinung zu Friedensthemen öffentlich an der eingerichteten "Speakers-Corner" zu sagen. Bei ausreichender Beteiligung und entsprechender Witterung findet nach der Kundgebung, ab ca. 18 Uhr ein Demonstrationszug durch Schweinfurt statt.

Begleitend führen die Organisatoren eine Abstimmung über den EU-Verfassungsentwurf durch. Die Bürgerinnen und Bürger werden beispielsweise gefragt ob sich es für richtig erachten, dass EU-Streitkräfte zu weltweiten Kampfeinsätzen entsendet werden können. Abschließend wird abgefragt ob eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung auch in Deutschland stattfinden soll. Was Regierung und Opposition ablehnen.



Quelle: ddp, 28. August 2004, 07.45 Uhr

DGB würdigt Antikriegstag mit Filmvorführung

Berlin (ddp-bln). Der DGB-Berlin-Brandenburg lädt am Mittwoch zu dem Film "Route 181" in das Eiszeit-Kino ein. Anlass ist der diesjährige Antikriegstag. Der Streifen aus palästinensischer und israelischer Produktion wurde entlang der Grenzen, die in der UN-Resolution 181 im November 1947 zur Teilung Palästina führten, gedreht. Er beschäftigt sich mit dem, was die Menschen an jener Grenze einander zu sagen haben, und wie sie in der Vergangenheit miteinander gelebt haben.

Der Film "Route 181" besteht aus den Teilen: "Der Süden", "Das Zentrum" und "Der Norden". Wegen Überlange wird um 18.00 Uhr zunächst der Teil "Der Norden" mit anschließender Diskussion gezeigt. Danach sind die beiden anderen Teile bis etwa 23.45 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.



Quelle: waz, 30.08.04

Für ein friedensfähiges Europa

Die Herner Friedensinitiative plant auch für dieses Jahr ihre traditionelle Veranstaltung zum Antikriegstag. Er soll am Samstag, 11. September, auf dem Robert-Brauner-Platz begangen werden.

"Europa muss friedensfähig werden - nicht kriegsbereit. Sozial für alle - nicht profitabel für nur wenige." Unter dieses Motto hat die Friedensinitiative ihren Aktionstag gestellt.

Interessierte Organisationen und Verbände sowie alle Friedensfreunde sind aufgerufen, sich an der Gestaltung und Durchführung des Antikriegstages zubeteiligen. Die Herner Friedensinitiative appelliert ebenso an die Kulturschaffenden der Stadt, sich mit Beiträgen an der Veranstaltung zu beteiligen.

Der Aufruf zum Antikriegstag lehnt eine mit der EU-Verfassung verbundene weitere Militarisierung der Politik ab. Sie verstoße gegen das Grundgesetz. Weitere Informationen und Anmeldungen bei Norbert Kozicki, Sprecher der Herner Friedensinitiative unter Tel: WAN 50532.



Quelle: Wsetfälische Rundschau, 30.08.04

Viele Konflikte geben Friedensdemo Stoff

Von Jens Nieweg

"Wenn wir nicht dauerhaft darauf hinweisen, könnte es sein, dass die Jugend es einmal vergisst," fürchtet DGB-Ortsvorsitzender Reinhard Koetter. Der DGB in Witten und das Friedensforum rufen deshalb am 1. September zur Antikriegsdemo auf. Das Datum des Beginns des Zweiten Weltkriegs soll jeder kennen.

Gut ein Dutzend Aktive vom Wittener Friedensforum und dem Ortsverband Witten des Deutschen Gewerkschaftsbunds baten am Samstagvormittag auf der Bahnhofstraße um Aufmerksamkeit. Ihr gemeinsames Anliegen ist der Frieden in der Welt. Ein hohes Anliegen, aber die Wittener Einkaufsbummler ließen sich damit anhalten. "Die sind richtig weggegangen, die Leute haben alles mitgenommen", berichtete Reinhard Koetter. Vor ihm auf dem Tisch lagen kaum noch Flugblätter und Infobroschüren. Auch das neuartige Quizheft mit Antikriegsfragen und Büchergewinne als Belohnung können daheim nun viele ausfüllen.

Bewegen wollen die beiden Gruppen die Menschen, wollen sie am Mittwoch, 1. September, am Antikriegstag ab 18 Uhr auf dem Rathausplatz sehen. Als "in Zeiten des Wahlkampfes eine überparteiliche Veranstaltung", bezeichnete der Sprecher des Wittener Friedensforums, Joachim Schramm, die Demonstration, die zum Mahnmal im Lutherpark führen wird. Dass dazu "mehr als tausend" Menschen kommen, hofft DGB-Witten-Chef Koetter, aber er weiß: "Abends in der Woche Leute noch zu einem Gedenktag zu kriegen, ist schon schwer." Sie versuchen es dennoch.

Gründe genug zur Teilnahme scheint es zu geben. Joachim Schramm nennt den Irak-Krieg, die Kämpfe im Sudan und der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, sowie immer wieder die Erinnerung an die Schrecken der beiden Weltkriege. "Was können wir für Lehren daraus ziehen", bleibt für den Friedensforum-Sprecher die Hauptfrage. Für die instabile Lage im Irak heißt das für Schramm: "Eine UNO-Aktion mit neutralen Staaten, die bisher nicht einbezogen waren, bis das irakische Volk selbst seine Konflikte lösen kann", wie es Schramm formuliert. Denn "weniger als Ordnungsmacht" sieht er die USA, eher als Großmacht mit starken Wirtschaftsinteressen.

Die EU-Verfassung ist den Initiatoren zu militaristisch geworden, die gefürchtete Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer aufgerüsteten EU-Interventionsarmee lehnen sie ab, und die finanzielle Absicherung der Sozialsysteme - anstatt der Arbeitsmarktreform Hartz IV - geht DGB und Friedensforum sowieso vor Rüstungsausgaben. Zu demonstrieren gibt es also für die Interessierten genug.



Quelle: Lüdenscheider Nachrichten, 30.08.04

Friedensgruppe läutet politischen Herbst ein

Bei ihrer jüngsten Mahnwache auf dem Sternplatz werben die Friedensfreunde für den "Antikriegstag" und für die Ausstellung "Lüdenscheid im 1. Weltkrieg"

Von Sebastian Schmidt

LÜDENSCHEID - Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu. Damit kehrt auch die Friedensgruppe Lüdenscheid auf die politische Bühne zurück. Sichtbares Zeichen dafür: die jüngste Mahnwache der Friedensfreunde auf dem Sternplatz.

Bei strömendem Regen versuchten die Aktivisten dabei am Samstag erneut die Bürger zu erreichen - mit einer Spendensammlung für kriegsverletzte Kinder, mit einer Unterschriftenaktion gegen "Sozialabbau" durch Bundesregierung und Hartz-Reformen und mit der Ankündigung künftiger Aktivitäten der Friedensgruppe. In den nächsten Wochen stehen dabei zwei Projekte an.

Erstens: Der "Antikriegstag" am 5. September. Diese alljährliche Gedenkveranstaltung findet erneut auf dem Ausländerfriedhof Hühnersiepen statt. Dort sind bekanntermaßen vor allem russische Zwangsarbeiter beerdigt, die einst im Nazi-Arbeitslager Hunswinkel zu Tode kamen. Die Gedenkfeier an jenem September-Sonntag beginnt um 10.30 Uhr. Es spricht Ulrich Sander von der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten". Alle interessierten Bürger sind bei der Veranstaltung willkommen.

Das zweite Projekt, das die Friedensgruppe für September anpeilt, ist deutlich aufwendiger und soll nach Meinung der Gruppenmitglieder neue Sichtweisen eröffnen: die Ausstellung "Lüdenscheid im 1. Weltkrieg". Die läuft vom 7. bis zum 25. September in der Stadtbücherei und erinnert an den Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 90 Jahren.

Konzipiert wurde die Präsentation gleich von mehreren Mitgliedern der Friedensgruppe mit dem heimischen Historiker Matthias Wagner an der Spitze. Auf insgesamt 35 Bildtafeln soll sie wichtige Kriegsereignisse und die Beteiligung Lüdenscheids am Kriegsgeschehen dokumentieren. Dabei stehen die Auswirkungen auf die Lüdenscheider Soldaten und die Zivilbevölkerung im Vordergrund. Begleitend zur Ausstellung sind der Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" und der Dokumentarfilm ges "Der erste Weltkrieg" zu sehen. Dr. Dietmar Simon, Kulturausschuss-Vorsitzender der Stadt Lüdenscheid, wird die Präsentation am 7. September um 17 Uhr eröffnen.

Anlass für die Ausstellung: Nach Ansicht der Friedensgruppe ist die Geschichte des 1. Weltkriegs in Lüdenscheid bis heute nicht dokumentiert worden, Handlungsbedarf daher dringend vorhanden. Auch die Funktion der Städtischen Museen bei der Geschichtsaufarbeitung behagt der Gruppe nicht sonderlich. Dazu Matthias Wagner: "In den Ausstellungen der Städtischen Museen werden zwar die Erfolge der Lüdenscheider Unternehmen thematisiert, deren Rolle als Rüstungsfirmen und die Verflechtungen mit dem deutschen Militarismus bleiben aber ausgeblendet."

Überhaupt der deutsche Militarismus. Er lebt aus Sicht der Friedensgruppe immer noch fort. So etwa in der neuen EU-Verfassung. Zur Empörung der Friedensfreunde heißt es dort nämlich auch: "Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise auszubauen."



Quelle: junge Welt, 31.08.04

Gedenken ab 5.45 Uhr

Mehr als 170 Veranstaltungen zum Antikriegstag am 1. September. Gegen Irak-Krieg und EU-Verfassung

Wie in jedem Jahr finden um den 1. September herum zahlreiche Gedenk- und Mahnveranstaltungen sowie Aktionen der Friedensbewegung statt. Anlaß ist das Erinnern an die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs durch den deutschen Faschismus. Im Lauf des Krieges wurden mehr als 50 Millionen Menschen getötet, darunter sechs Millionen Juden, die von der Vernichtungsmaschinerie der SS systematisch ausgerottet wurden.

65 Jahre nach dem 1. September 1939 nehmen Kriege und Gewalt in der Welt wieder zu. Die Hamburger Forschungsstelle "Kriegsursachenforschung" zählte im vergangenen Jahr 40 Kriege und bewaffnete Konflikte. 17 Monate nach dem Beginn der US-Invasion im Irak gibt es für die Bevölkerung keinen Frieden. Und anstatt die Kriegs- und Gewaltursachen zu beseitigen, halten sich viele Regierungen etwas darauf zugute, ihre Militär- und Rüstungsanstrengungen zu erhöhen.

Laut Bundesausschuß Friedensratschlag finden anläßlich des Antikriegstags bundesweit mehr als 170 Veranstaltungen statt. Inhaltliche Schwerpunkt: der Irak-Krieg und die Situation im Nahen Osten sowie die Militarisierung der Europäischen Union.

In Ahlen, Bonn, Braunschweig, Lüdenscheid, Bochum, Strausberg und Hamburg fanden bereits am Wochenende die ersten Proteste statt. Der Großteil der Veranstaltungen ist für Mittwoch angekündigt. Den frühesten Zeitpunkt für das Gedenken am Antikriegstag wählten das Kasseler Friedensforum und der dortige DGB. Am Morgen des 1. September gibt es in Erinnerung an den Überfall auf Polen vor 65 Jahren um 5.45 Uhr eine Kundgebung am "Mahnmal für die Opfer des Faschismus".

In zahlreichen Städten und Gemeinden führen Friedensgruppen eine Abstimmungsaktion über die EU-Verfassung durch. Dabei sollen Passanten über ihre Meinung zu den Militarisierungsabsichten und zur neoliberalen Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU befragt werden.

Zu den jüngsten Entwicklungen in Nadschaf und im übrigen Irak erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, Peter Strutynski, die Ereignisse zeigten die vollkommene Delegitimierung und Isolierung der Besatzungsmächte unter Führung der USA. "Die wirkliche Autorität im Land liegt weder bei den Besatzungstruppen noch bei der von US-Regierung und UNO zusammengeflickten irakischen Interimsregierung." Das Friedens- und Entmilitarisierungsabkommen zwischen den schiitischen Geistlichen Großajatollah Ali Al Sistani und Prediger Muqtada Al Sadr zeige, wie es im Irak insgesamt gehen könnte: "Die Moscheen den Gläubigen - Irak den Irakern - die Besatzung nach Hause!"

* Termine im Internet:
http://www.friedenskooperative.de



Quelle: Der Teckbote, 31.08.04

Lokales: Gedenkfeiern am Antikriegstag 31.08.2004

STUTTGART Am Mittwoch, 1. September, lädt der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Stuttgart zu einer Gedenkfeier und Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus zwischen Stuttgarter Karlsplatz und Altem Schloss ein. Die Gedenkrede hält in diesem Jahr Cuno Hägele, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Bezirk Stuttgart. Für die Stuttgarter Friedensbewegung wird Bärbel Illi, und für die VVN/Bund der Antifaschisten wird die Landessprecherin Anne Rieger an dieser Gedenkfeier sprechen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund gedenkt am 1. September traditionell der Opfer von Faschismus und Krieg, und setzt sich für eine vorsorgende und langfristig angelegte globale Friedenspolitik ein.

In Esslingen veranstaltet am 1. September das Friedensbündnis Esslingen gemeinsam mit dem DGB von 17 bis 18 Uhr eine Gedenkfeier und Kranzniederlegung an der Nikolauskapelle auf der Inneren Brücke. Hier wird Thomas Bittner, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Esslingen-Göppingen, die Gedenkrede halten. Die Mitglieder des Friedensbündnisses und Rudolf Schulz werden Lieder und Texte vortragen.



Quelle: Südkurier, 31.08.04

Gedenken an die Kriegs-Opfer

Villingen-Schwenningen - Antikriegstag 2004

Villingen-Schwenningen - Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Mit Kundgebungen und Mahnwachen wird an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt demonstriert. Wie schon seit vielen Jahren laden wieder der DGB in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und der SPD-Ortsverein Villingen-Schwenningen zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges am Mittwoch, 1. September, um 18.30 Uhr, am Geschwister-Scholl-Platz in VS-Schwenningen ein. Bei der diesjährigen Gedenkstunde sprechen Oberbürgermeister Rupert Kubon, der DGB-Regionsvorsitzende Peter Fischer und der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Harry Frey.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org
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