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Erstellt: 26.05.1998 | zu: Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt Teststop Wolfgang Liebert und Martin Kalinowski Die Aushandlung eines umfassenden Teststopps für Atomwaffen (Comprehensive Test Ban CTB) ist nach jahrzehntelangem Widerstand der meisten Atomwaffenstaaten endlich möglich geworden. Die Abrüstungskonferenz in Genf wird aber voraussichtlich kein Ergebnis zu Beginn der NVV-Konferenz im April 1995 vorlegen können, da immer noch Widerstände innerhalb der Atommächte zu überwinden sind. Der CTB ist dabei nicht nur als Zugeständnis an die Nicht-Atomwaffenstaaten zu werten, vielmehr gibt es bei einigen Atommächten bereits die Hoffnung, auch ohne unterirdische Tests ihre Atomwaffenentwicklung weiter voranbringen zu können. Die Umgehung eines Teststopps soll durch sogenanntes Lokales Testen oder oberirdische Laborversuche (Above Ground Experiments AGEX) ermöglicht werden. Zumindest in den USA und Frankreich werden bereits zahlreiche Technologien entwickelt und neue Anlagen für Milliardenbeträge gebaut, die eindeutig dieses Ziel anstreben. Zumindest geht es diesen Atomwaffenstaaten darum, die Expertise für Atomwaffenforschung zu erhalten, wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden und an die Thematik zu binden und wenigstens so weit wie eben möglich unterirdische Tests ersetzbar zu machen und damit Weiterentwicklungen im Atomwaffenbereich zu ermöglichen, auch wenn ein CTB in Kraft getreten sein sollte. Die beteiligten Verteidigungsministerien streben eine zivil-militärische Doppelverwendbarkeit der entsprechenden Forschung an, um ihre Akzeptanz zu erhöhen. | |
Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt | Basierend auf einer sorgfältigen Analyse von zivilem und atomwaffenrelevantem Nutzen entsprechender Forschung sollten international bindende Restriktionen dieser Forschung in internationale Verträge aufgenommen werden. Manche befürchten, daß dies eine weitere Verzögerung eines CTB-Abschlusses heraufbeschwören würde, der dann aber seinen Namen nicht mehr verdienen würde, da seine Vollständigkeit in Frage stünde. Parallel wird daher die Erweiterung des seit 1963 gültigen teilweisen Teststoppvertrages betrieben, der mit einfacher Mehrheit seiner Mitglieder zu einem vollständigen Teststopp gemacht werden kann, ohne die Aushandlung komplizierterer Regelungen eines nachfolgenden weiteren Vertrages zu behindern. Mitarbeiter der interdisziplinären Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS) an der TH Darmstadt E-Mail: ianus@hrzpub.th-darmstadt.de Internet: http://www.th-darmstadt.de/ze/ianus/ianus.htm | |
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