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Erstellt: 26.05.1998 | zu: Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt Ziviler Ungehorsam gegen EUCOM Wolfgang Sternstein Nach dem Abzug der Atomraketen aus der Bundesrepublik lagern auf deutschem Boden immer noch 500 Atombomben mit einer Sprengkraft von 10-200 Kilotonnen (Kto) TNT pro Bombe (Hiroshima-Bombe 15 Kto). Sie stehen unter amerikanischer und britischer Kontrolle. Offizielle Zahlen über die Standorte gibt es nicht. Inoffiziell werden Ramstein und Spangdahlem als amerikanische Standorte sowie Brüggen als britischer Standort genannt. Ob es bei deutschen Truppenverbänden noch Atomwaffen gibt, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. In Frage kommen Memmingen, Büchel und Nörvenich. Eine wichtige Kommandozentrale für den Einsatz der amerikanischen Atomwaffen ist das US-EUCOM bei Stuttgart, eine von vier, die ganze Welt umspannenden, amerikanischen Kommandozentralen. Ihre Existenz auf deutschem Boden ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. In den Jahren 1983-87 gab es in Süddeutschland die "Kampagne ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung", die eine Rücknahme der Raketenstationierung erreichen wollte. Im Rahmen dieser Kampagne blockierten mehr als 3000 Bürgerinnen und Bürger die Zufahrtsstraßen zum Mutlanger Raketendepot. Sie waren bereit, für ihren gewaltfreien Widerstand erhebliche Sanktionen hinzunehmen. Heute gibt es in Deutschland keine Atomraketen mehr. Das ist nicht allein das Verdienst der Friedensbewegung. Doch gibt es gute Gründe für die Annahme, daß sie wesentlich dazu beigetragen hat. Die Zeit ist reif für eine Kampagne des Zivilen Ungehorsam bis zur Beseitigung sämtlicher Atomwaffen von deutschem Boden. Darin sollte Deutschlands Beitrag zur weltweiten Abrüstung und Ächtung aller Massenvernichtungswaffen bestehen. | |
Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt | Vom EUCOM aus wurde der völkerrechtswidrige Angriff auf Tripolis und Bengasi (Libyen) im April 1986 geleitet sowie - nach eigenen Angaben - rund 90% des Nachschubs für den Golfkrieg von 1991 organisiert.
Entgegen den Beteuerungen aus Politikermund ist somit von deutschem Boden wieder Krieg ausgegangen, Krieg, für den die Bundesrepublik mitverantwortlich ist. 1990 haben gewaltfreie Aktionsgruppen mit der symbolischen Abrüstung des EUCOM begonnen, indem sie den Zaun öffneten, um auf dem Gelände ein Fest der Hoffnung zu feiern. Sie wurden festgenommen und wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung angeklagt. Bisher haben vier "Entzäunungsaktionen" stattgefunden. Für den 50. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki (6. und 9. August 1995) sind weitere Aktionen geplant. Es ist zu wünschen, daß sich an allen Atomwaffenstandorten Aktionsgruppen bilden, die gewaltfreie Blockaden, go-ins und Entzäunungen durchführen. Weitere Informationen: EUCOMunity, c/o Ohne Rüstung Leben Dr. Wolfgang Sternstein ist Mitbegründer der EUCOMunity | |
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