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GEW zum Antikriegstag - 01. September 2001

"Friedliche Lösung von Konflikten muss gesellschaftliche Messlatte werden"

GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. - Zum Antikriegstag hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die große Verantwortung der Pädagoginnen und Pädagogen an den Bildungseinrichtungen für die Friedenserziehung junger Menschen hervor gehoben. "Ein friedliches Zusammenleben in der Zivilgesellschaft ist nur möglich, wenn nicht der Stärkere seine Interessen mit Gewalt durchsetzt, sondern die Macht humaner Argumente die Messlatte ist. Kinder müssen so früh wie möglich erlernen, wie man Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit friedlichen Mitteln austrägt", sagte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange heute in Frankfurt.

Sie maß den Bildungseinrichtungen des Landes eine hohe Bedeutung bei der Vermittlung von Konfliktlösungskompetenzen zu. Die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen sei dabei in den vergangenen Jahren nicht leichter geworden. "Der zunehmenden Gewaltbereitschaft immer jüngerer Kinder müssen die Lehrkräfte mit einem überzeugenden Gegenentwurf des friedlichen Miteinanderleben begegnen", betonte Stange. Sie kritisierte, dass die Politik vielfach fragwürdige Vorbilder liefere. Vor dem Hintergrund des Einsatzes deutscher Soldaten in Mazedonien mahnte sie an, dass die friedlichen Mittel zur Beilegung eines Konfliktes vollständig ausgeschöpft werden müssten. "Wie sollen die Pädagogen den Kindern und Jugendlichen den friedfertigen und respektvollen Umgang mit anderen Menschen beibringen, wenn diese täglich via Fernsehen miterleben, dass kriegerische Aktivitäten und Waffeneinsatz ein legitimes Mittel der Politik sind?" fragte die Gewerkschafterin.

Sie verurteilte die Instrumentalisierung von Mädchen und Jungen in kriegerischen Auseinandersetzungen scharf. "Kinder und Jugendliche aufzuhetzen und zu bewaffnen, sie als menschliche Schutzschilde oder Geiseln zu benutzen, verstößt gegen alle Menschenrechte. Wer übernimmt die Verantwortung und noch viel wichtiger: Wer kümmert sich um die traumatisierten Kinder, ihr Leben und ihre Zukunftschancen?" sagte Stange.

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Vielfach seien Ängste Grund und Auslöser von Gewalt. "Angst vor dem Fremden, dem Unbekannten, kann Aggressionen schüren, die irgendwann ausbrechen. Dem können wir entgegenwirken, wenn beispielsweise der interkulturellen Bildung ein höherer Stellenwert als bisher zugemessen wird. Denn das, was ich kenne und verstehe, macht mir keine Angst", unterstrich die GEW-Vorsitzende. Informationen übereinander und Informationsaustausch untereinander seien im "globalen Dorf Welt" die Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Völker.

Info: Der Antikriegstag wurde auf Initiative der Gewerkschaften erstmals 1957 unter dem Motto "Nie wieder Krieg" begangen. Seitdem demonstrieren Gewerkschaften und Friedensbewegung am 1. September mit Kundgebungen und Mahnwachen für eine friedliche Welt, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit.



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