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![]() Antikriegs- tag 2001 vom: 31.08.2001 | Antikriegstag 2001: Grußwort der Thüringischen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Dagmar Schipanski zur Eröffnung der Ausstellung "Vergessene Frauen in Buchenwald" am 1. September in Gedenkstätte Buchenwald, ehem. Häftlingskantine, Samstags, 1. September 2001 Sehr geehrte Frau Dr. Brzosko-Medryk, sehr geehrter Herr Dr. Durand, ich begrüße Sie und mit Ihnen alle Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora. Mein besonderer Gruß gilt heute den Frauen, die in den Außenlagern Buchenwalds Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion leisten mussten. 18 von ihnen sind heute unter uns. 18 Frauen von 25.000, deren Leidensweg sie aus den Konzentrationslagern der von den Nationalsozialisten besetzten Ländern Europas in den letzten zwei Kriegsjahren zur Zwangsarbeit in die Außenlager Buchenwalds führte. Die Geschichtsschreibung schien sie, vergessen zu haben in den letzten Jahrzehnten. Nur selten wurde ihrer gedacht im Rahmen einer zunehmend ritualisierten Gedenkkultur. Wenn wir uns heute der lange "vergessenen" Frauen von Buchenwald erinnern, dann ist diese Erinnerung voller Mitgefüh1 und Trauer um tausendfaches Leid, um zerstörte menschliche Bindungen, um erstorbene Hoffungen, um Krankheit und Tod. Unsere Erinnerung ist voller Zorn über brutale Entrechtung und gnadenlose Ausbeutung zur Verlängerung eines Angriffskrieges, der 1944 längst und für alle schrecklich fühlbar auch über das Land des Aggressors gekommen war. Aber unsere Erinnerung an die Frauen in den Außenlagern Buchenwalds ist auch voller Hochachtung vor unbeugsamen Überlebenswillen, vor bewährter Menschlichkeit und vor der Unbesiegbarkeit menschlicher Träume und Hoffnungen. 24 Biografien geben all dem Namen und Gestalt Sie bewahren uns vor der Gefahr aus 25.000 menschlichen Schicksalen eine traurige, aber kalte Statistik werden zu lassen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, eine der grundlegenden Empfehlungen der 1991 von der Thüringer Landesregierung berufenen Historikerkommission an die künftig zu leistende Gedenkstättenarbeit war die nach einer wissenschaftlich fundierten, alle Opfergruppen einbeziehenden Dokumentation der Geschichte Buchenwalds. Insbesondere diese Empfehlung wurde sowohl von der Landesregierung als auch von den Mitarbeitern der Gedenkstätte als berechtigte Forderung verstanden. |
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Antikriegs- tag 2001 | Wenn wir also heute diese Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellen, dann können wir auf ein Jahrzehnt intensiver und erfolgreicher Bemühungen verweisen, um dieser Forderung gerecht zu werden. Dafür danke ich Herrn Prof. Dr. Knigge und allen Mitarbeitern dieser Gedenkstätte. Mein besonderer Dank gilt heute Frau Dr. Inngard Seidel, die mit ihrer Arbeit die Grundlage für diese Ausstellung schuf. Als Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora ist es mir ein besonderes Bedürfnis, Ihnen, Herr Dr. Duraud als Ehrenpräsident des Internationalen Buchenwaldkomitees für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Stiftungsgremien zu danken. Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Brzosko-Medryk, meinen Dank für Ihre engagierte Mitarbeit im wissenschaftlichen Kuratorium der Stiftung. Lassen Sie uns gemeinsam Sorge tragen, dass die Frauen Buchenwalds, wie alle, die die Hölle der nationalsozialistischen Konzentrationslager durchleben mussten, auch künfig nicht vergessen sein sollen. Ich dank Ihnen. Internet: http://www.buchenwald.de | ||
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