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![]() Antikriegs- tag 2002 vom: 01.08.2002 | Antikriegstag 2002: 1. September: Antikriegstag 2002 Süß scheint der Krieg den Unerfahrenen DGB-Region München Wenn es etwas in den menschlichen Angelegenheiten gibt, wo es sich ziemen würde zögernder vorzugehen, ja was man sogar auf alle Weise meiden, verwünschen und verbannen sollte, dann ist das gewiß der Krieg; denn keine andere Sache ist wohl gottloser, unheilvoller, weitreichender verderblich, zäher festsitzend, abscheulicher und insgesamt für den Menschen, um nicht zu sagen für den Christen, entwürdigender. Erstaunlich genug, sagen zu müssen, wie Krieg heutzutage allenthalben und ohne weiteres aus beliebigem Grund unternommen wird, wie grausam und barbarisch er geführt wird, nicht nur von Heiden, sondern von Christen, nicht bloß von weltlichen Leuten, sondern gar von Priestern und Bischöfen, nicht allein von jungen und Unerfahrenen, sondern sogar von Alten und ebensooft von Erfahrenen, nicht nur vom Volk und von der ihrer Natur nach leicht erregbaren Menge, sondern hauptsächlich von den Fürsten, deren Amt es wäre, die unbesonnenen Aufstände der einfältigen Menge durch Weisheit und Vernunft zu besänftigen. Es fehlt nicht an Rechtsgelehrten und Theologen, die zu solchen Ruchlosigkeiten noch die Glut schüren und, wie man sagt, mit kaltem Wasser spritzen. Dadurch ist es jetzt schon so weit gekommen, daß man den Krieg allgemein für eine annehmbare Sache hält und sich wundert, daß es Menschen gibt, denen er nicht gefällt. Er ist in dem Maße genehm, daß es als verrucht und ich möchte fast sagen ketzerisch gilt, diese allerverbrecherischste und allerelendeste Sache zu mißbilligen. Wieviel gerechtfertigter wäre es dagegen, sich darüber zu wundern, welch` böser Genius, welche Pest, welche Tollheit, welche Furie diese bis dahin bestialische Sache zuerst in den Sinn des Menschen gebracht haben mag, daß jenes sanfte Lebewesen, das die Natur für Frieden und Wohlwollen erschuf, das allein sie für das Heil aller hervorbrachte, mit so wilder Raserei, so wahnsinnigem Tumult zur gegenseitigen Vernichtung eilte. |
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Antikriegs- tag 2002 | Erasmus von Rotterdam, im Jahr 1515 Kontakt: DGB-Region München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München, Tel.: 089/51700-0, Fax: 089/51700-111 E-Mail: muenchen@dgb.de Internet: http://www.dgb-muenchen.de | ||
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