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Erstellt:
20.08.1999
Update: 26.08.1999


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zu: Antikriegstag 1999 - Inhalt

Erklärung zum Antikriegstag 1999

Bonner Friedensbüro

"Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen." Art. 26(1) Grundgesetz

Vor 60 Jahren begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen der zweite Weltkrieg. Die Lehre nach 1945 war damals in der Gesellschaft einmütig: Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg! Heute werden von der rot-grünen Bundesregierung diese zusammengehörenden Lehren aus der Nazi-Barbarei gegeneinander gerichtet. Die geschichtsvergessene Gleichsetzung der Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen durch das Milosevic-Regime im Kosovo mit dem Terror und den Deportationen in die Konzentrationslager der Nazis sollte 1999 den Krieg gegen Jugoslawien rechtfertigen.

Kriegs-Verbrecher

Bekanntermaßen war der Effekt der "humanitären Intervention" das Gegenteil des Propagierten. Die Flucht der Kosovo-Albaner und die Vertreibungen durch jugoslawische Armee und Soldateska wurden erst während der Bombardierungen unermeßlich gesteigert, die Nachbarländer destabilisiert. Den eindeutig völkerrechtswidrigen Krieg hat die NATO selbst verbrecherisch geführt, geächtete Cluster-Bomben und Urangeschosse verwendet, Menschen getötet, hauptsächlich zivile Infrastruktur zerstört und das Land chemisch verseucht. Kriegslogik kennt keine Menschenrechte. Nach Völkerrecht, Grundgesetz und Haager Landkriegsordnung sind die für die deutsche Beteiligung verantwortlichen rot-grünen Politiker zu Kriegsverbrechern geworden.

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Antikriegstag 1999 - Inhalt
Ganz entgegen der NATO-Propaganda hat der Kriegsverlauf das Scheitern des militärischen Weges zur Erreichung der propagierten Ziele offenbart. Der schon beschlossene Bodenkrieg mit dann zigtausenden weiterer Opfer wurde lediglich durch das politische Engagement, vor allem des vom Westen immer wieder brüskierten Russlands, vermieden. Das erzielte Abkommen unterscheidet sich vom umstrittenen Rambouillet-Diktat durch die Oberhoheit der UNO, die Einbeziehung Russlands und die Beschränkung der Überwachungstruppen auf den Kosovo. Ähnliches - ein Abkommen zur Absicherung von Automierechten der Kosovaren durch internationale Präsenz - wäre durch rein politische Anstrengungen in Kooperation mit Russland ohne Krieg erreichbar gewesen. Jetzt dagegen erweisen sich die "siegreichen" NATO-Truppen als unfähig - oder unwillig - den Verbrechen ihrer Waffenbrüder der UCK und den umgekehrten Vertreibungen von Serben, Roma und anderen Einwohnern aus dem Kosovo Einhalt zu gebieten.

Friedensgruppen und Gewerkschaften stellen zum Antikriegstag 1999 die Konsequenzen und Lehren aus dem Krieg gegen Jugoslawien zur Diskussion.

NATO, EU und Bundesregierung setzen auf weitere Militarisierung und Krieg als Mittel der Politik. Ihre Motive waren und sind nicht humanitär, sondern machtpolitisch. Sie betreiben die - wo nötig militärische - Absicherung westlicher Wirtschaftsinteressen und Einflußsphären. Ihre Konsequenzen aus dem Kosovo-Krieg heißen Aufstockung der Krisenreaktionskräfte zur militärischen Interventionsfähigkeit der EU und Fortführung der neuen NATO-Strategie der völkerrechtswidrigen Selbstmandatierung für Kriegseinsätze. Das Geld der Steuerzahler soll folgerichtig für große Beschaffungsprojekte wie Panzerhaubitze 2000, Einsatzgruppenversorger für die Marine, Hubschrauber "Tiger" und den "Eurofighter" verschwendet werden.

Unsere Lehren aus diesem Krieg heißen anders:

Nicht die Militarisierung der EU für eigene Interventionsfähigkeit, sondern die Stärkung der OSZE in einem kooperativen Gesamteuropa.

Nicht Kosovo als Präzedenzfall für die neue NATO-Strategie der Selbstmandatierung, sondern Rückkehr zum Völkerrecht unter einer gestärkten UNO.

Nicht militärische Parteinahme für eine Konfliktpartei, sondern tatkräftige Unterstützung für die demokratischen Kräfte der gesamten Region.

Nur die Investition in Mittel der zivilen Konfliktbearbeitung, nur die enge Zusammenarbeit in Gesamteuropa kann die nächsten Kriege verhindern.

Wir wollen eine Welt ohne Grenzen, ohne Nationalismus, Rassismus und Ausgrenzung. Wir wollen nie wieder Krieg!

Kundgebungsprogramm: Antikriegstag 1999 in Bonn

Mittwoch, 1. September 17.00 - 19.00 Uhr Friedensplatz

Kurzbeiträge zu:

 Der Krieg gegen Jugoslawien und die Folgen

Mani Stenner (Bonner Friedensbüro): Nationalismus gewinnt? UCK-Terror und Vertreibung im Kosovo und Zersplitterung der Balkanregion

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Antikriegstag 1999 - Inhalt
Jürgen Nieth (Infostelle Wissenschaft und Frieden): " ... als erstes die Wahrheit" Propaganda, Lügen und Fakten im Kosovo-Krieg

Gina Mertens (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in sozialer Verantwortung, IPPNW): Umweltkrieg als Kriegsverbrechen? Bomben auf zivile Ziele, chemische Fabriken, verbotene Waffen

Barbara Petersen (Antikriegsplenum Bonn, AKP): Nie wieder Faschismus - immer wieder Krieg! Menschenrechte zur Kriegsbegründung?

Jürgen Repschläger (Antifa Bonn-Rhein/Sieg): "Für deutsche Interessen" Interessensgegensätze innerhalb der NATO und Militarisierung der EU

Carmen Dörhöfer-Müller (AKP), Gordana Lienkamp (Bonnerin aus Belgrad): "Serbien muß sterbien"? - Plädoyer für die Menschen

Beate Roggenbuck (Deutsche Sektion der "Helsinki Citizen`s Assembly"): "... die tun was" Ziviles Engagement für die Balkanregion statt ein Hombach für die Stabilisierung deutscher Wirtschaftsinteressen

 Der vergessene Krieg: Chance für
  Türkei/Kurdistan?


Karin Leukefeld (Informationsstelle Kurdistan, Berlin): Der bewaffnete Kampf ist beendet - politische Initiativen sind jetzt gefragt! Zur Situation in der Türkei nach dem erklärten Gewaltverzicht der PKK ab dem 1. September und den Notwendigkeiten europäischer Initiativen für eine politische Lösung der Kurdenfrage

 Ein Deserteur-DenkMal für Bonn

Genau vor zehn Jahren wurde auf dem Friedensplatz die Marmorskulptur des türkischen Bildhauers Mehmet Akzoy präsentiert, die inzwischen in Bonns Partnerstadt Potsdam ihre Heimat gefunden hat. Inzwischen sind die Wehrmachtsdeserteure durch den Bundestag rehabilitiert, die Diskussion um die Verbrechen der Wehrmacht ist anläßlich der "Wehrmachts-Ausstellung" auch in Bonn breit geführt worden. Die Zeit ist reif, mit einem lizensierten Modell des Deserteur-DenkMals auf dem Bonner Friedensplatz dauerhaft daran zu erinnern.

Diskussionsrunde zur Desertion im Krieg und dem Streit um die Rehabilitation der Wehrmachtsdeseure u.a. mit Ludwig Baumann, Vorsitzender des Bundesverbandes der Opfer der NS-Militärjustiz, anschließend Enthüllung des Modells des Potsdamer Deserteur-DenkMals

Außerdem auf dem Friedensplatz: Collage zu Krieg und Rüstung um Picassos "Guernica" und Informationsstände verschiedener Gruppen

Eine Aktion von im Bonner "offenen Anti-Kriegs-Plenum" zusammenarbeitenden Gruppen.

V.i.S.d.P.: Mani Stenner, c/o Bonner Friedensbüro, Budapester Straße 21, 53111 Bonn


Weitere Veranstaltungen zum Antikriegstag am 1. September in Bonn:

18 Uhr im Gewerkschaftshaus, Endenicher Str. 127:
       "Deutschland und der Balkan" - Betrachtungen zur
       Geschichte, zur Gegenwart und zur Zukunft; VA:
       Arbeitskreis Senioren der IG Metall
       Bonn-Thein-Sieg


19 Uhr Kino in der Brotfabrik: "Yol" (Der Weg), Türkei
       1981; VA: Eine Welt Forum Bonn

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Antikriegstag 1999 - Inhalt


E-Mail:   friekoop@bonn.comlink.org





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Versöhnungsbund zum Antikriegstag `98
Aktag 99 - Braunschweig
Aktag 1999 - Pressesplitter
Antikriegstag 1998 - Ticker
Aktag 99 - Aufruf DGB

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