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Erstellt:
24.08.1999


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zu: Antikriegstag 1999 - Inhalt

Antikriegstag 1999: Rheingau

Pressemitteilung zur Aktion "Ferien vom Krieg" und zum Antikriegstag am 1. September

Rheingauer Friedensinitiative

21. August 1999

* Die Rheingauer Friedensinitiative teilt mit, dass sie auch in diesem Jahr die Aktion "Ferien vom Krieg" (initiiert vom Komitee für Demokratie und Grundrechte Köln) unterstützt hat. Seit Jahren werden Ferienfreizeiten für Flüchtlings- und Waisenkinder aus den vom Krieg betroffenen Gebieten Ex-Jugoslawiens finanziert und durchgeführt (Bosnien, Kroatien) aber auch serbische Gebiete wie Ost- und Westslawonien oder Banja Luka). In diesem Jahr ist es gelungen, auch Kinder aus dem Kosovo und aus Mazedonien wenigstens für einige Wochen in eine friedliche Umgebung zu bringen.

Die Freizeiten finden in gesicherten Verhältnissen und pädagogisch betreut an der Adriaküste statt. Die Aktion zielt auf Frieden und Verständigung, sie will dazu beitragen, dass mit einer neuen Generation Frieden sich entfalten und wachsen kann. Der neueste Krieg hat dagegen zur Verstärkung von Hass, Gewalt und nationalistischer Intoleranz beigetragen.

Die Rheingauer Friedensinitiative konnte in diesem Jahr 4 Ferienplätze aus Spenden - u. a. aus Einnahmen durch die Teilnahme an der Geisenheimer "Fiesta international" zu Pfingsten - bereitstellen (1998: 3 davor 2). In den Vorjahren erhielt sie Dankschreiben von den Kindern, die mit ihrer Hilfe an die Adria fahren konnten.

* Die Rheingauer Friedensinitiative erklärt bei dieser Gelegenheit und angesichts des Antikriegstags 1. September 1999 - vor 60 Jahren begann mit dem militärischen Angriff Nazi-Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg -, dass der zurückliegende jüngste Krieg in Europa, der NATO-Krieg gegen Jugolsawien, erneut drastisch gezeigt hat, dass Krieg kein Mittel der Politik sein kann.

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Antikriegstag 1999 - Inhalt
Die Fakten belegen eindeutig, dass Krieg kein Völkerproblem löst. Kriege lösen keine Probleme, schaffen sie, schaffen neue. Ganz entgegen der Eigendarstellung/Selbstpropaganda der NATO-Teilnehmerstaaten ist der unter deutscher Beteiligung geführte Krieg militärisch gescheitert - er hat lediglich zum Einlenken des Milosevic-Regimes unter Bombengewalt geführt. Der höchst umstrittene Luftkrieg unter Einsatz geächteter Clusterbomben und uranverseuchter Munition - hat die beanspruchten Ziele keineswegs erreicht, vielmehr neuen Hass, neue Gewalt und menschliche Katastrophen auf lange Sicht, unter allen betroffenen Menschen und ethnischen Gruppen der Region, hervorgerufen. Gerade die aktuellen Gewalttaten im Kosovo, diesmal unter umgekehrten Vorzeichen: von Albanern gegen Serben und Roma, und die Schwierigkeiten, in denen die Kfor steckt, zeigen dies unmissverständlich.

Die ehrliche Schlussfolgerung kann nur sein: Kriegslogik kennt keine Menschenrechte! Dieser Krieg muss wirklich der letzte sein, der in Europa stattgefunden hat. Nie wieder Krieg! Jetzt erst recht! Die alte Losung ist nicht wirkungslos und Vergangenheit, sondern höchst aktuell.

Konkreter sind die Lehren des Jugoslawienkriegs unserer Meinung nach diese:

- Die EU darf nicht weiter militarisiert werden, sondern die OSZE ist zu stärken für ein kooperatives Gesamteuropa.

- Kosovo darf kein Präzedenzfall sein für eine neue NATO-Strategie der Intervention, sondern die UNO und die Rückkehr zum Völkerrecht sind zu stärken.

- Militärische Parteinahme für Konfliktparteien ist auszuschließen zugunsten tatkräftiger Unterstützung der demokratischen zivilen Kräfte einer Region.

- Schluss mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr; keine Stärkung, sondern Zurückführung der deutschen "Krisenreaktionskräfte"!

- Die verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr (noch aus Zeiten des CDU-Ministers Rühe) sind zu revidieren in diesem Sinne: Die Mittel ziviler Konfliktbewältigung sind deutlich zu steigern, politisch und finanziell. Nur die enge demokratische und zivile Zusammenarbeit in Gesamteuropa kann weitere drohende Kriege verhindern.

- Das Grundgesetz mit seiner Verpflichtung auf das Völkerrecht und mit dem Verbot von Angriffskriegen muss in vollem Umfang wieder gelten.

Der 1. September mahnt: Das neue vereinigte Deutschland darf unter den verführerischen Stichworten der "Normalität" und der "Verantwortung in der Welt" nicht zum Partner von Kriegstreibern und der Rüstungsindustrie werden!



Kontaktadresse: Annelies Welker, Domherrnstr. 1, 65375 Oestrich-Winkel oder Dr. Konrad Seyffarth, Am Rosengärtchen 24, 65366 Geisenheim





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