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Erstellt: 27.08.1999 | zu: Antikriegstag 1999 - Inhalt Antikriegstag 1999 Pressemitteilung VVN-BdA Hannover, 25. August 1999 Nazi-Opfer fordern: Jetzt erst recht - Nie wieder Krieg! Für zivile Konfliktlösungen statt militärischer Gewalt Erklärung der Sprecher der drei größten antifaschistischen Organisationen Deutschlands zum 6O.Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und des Weltkriegsbeginns Zum 6O.Jahrestag des Kriegsbeginns von 1939 - als Nazi-Deutschland Polen überfiel und damit den Zweiten Weltkrieg auslöste - erinnern wir, noch lebende antifaschistische Widerstandskämpfer und Opfer des Hitlerfaschismus sowie Antifaschisten der Nachkriegsgenerationen an die Lehren dieses Krieges. Dem Zweiten Weltkrieg, der von deutschem Boden aus begann, fielen über 50 Millionen Menschen zum Opfer. Elf Millionen politisch und rassistisch Verfolgte, darunter sechs Millionen Juden aus Deutschland und den von den Nazis besetzten Ländern, wurden in Vernichtungslagern und Ghettos, in Konzentrationslagern und durch Zwangsarbeit terrorisiert und ermordet bzw. durch Arbeit vernichtet. Nachdem die Antihitlerkoalition im Mai 1945 die Welt und damit auch die Deutschen vom Hitlerfaschismus befreit hatte, erhofften sich die meisten Menschen - unter ihnen auch die Mehrheit der Deutschen - künftig eine Welt ohne Krieg und Faschismus. Sie begrüßten die Bildung und die Charta der Vereinten Nationen, um "künftige Geschlechter vor der Geißel des Kriegs zu bewahren" und "jede gegen die territoriale Unversehrtheit eines Staates gerichtete Androhung oder Anwendung von Gewalt" zu unterlassen. | |
Antikriegstag 1999 - Inhalt | Doch in diesem Jahr, in dem sich der Weltkriegsbeginn zum 60.Mal jährt, geschah das Unfaßbare. Am 24.März 1999 wurde Deutschland erneut zu einem Agressor. Die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich an dem Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien. Auch von deutschem Boden aus wurde Krieg gegen ein Gründungsmitglied der UNO geführt. Die Kriegspropaganda der NATO und der Bundeswehr versuchte, den Krieg gegen Jugoslawien mit einem "drohenden neuen Auschwitz" zu rechtfertigen. Gegen diese Versuche, die Verbrechen des Faschismus und die Lehren des Antifaschismus für diesen Krieg zu mißbrauchen, haben Überlebende des Holocaust protestiert. Wir schließen uns diesem Protest an.
Der Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien, mit dem sich Militärgewalt über das Völkerrecht hinwegsetzte, führt dazu, eine neue Rüstungsspirale in Gang zu setzen. So ist in Folge der NATO-Politik die Kriegsgefahr - auch mit atomaren Waffen - wieder gewachsen. Wir haben erneut erleben müssen: Krieg macht alles noch schlimmer. Wir sehen uns deshalb in unserer Auffassung bestärkt, jedem Nationalismus und Rassismus, jedem Militarismus, jedem Haß und jeder Gewalt entgegenzutreten - und alle Mittel und Kräfte für zivile Konfliktlösungen einzusetzen. Wir fordern die volle Wiederherstellung der UNO als internationales Organ zur Sicherung des Friedens. Wir fordern: Schluß mit allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr und die Annullierung aller Interventionsvorbereitungen. Statt dessen Abrüstungsmaßnahmen, Beschränkung der Bundeswehr auf Verteidigungszwecke, Sparen auch und vor allem an der Rüstung. Das Grundgesetz mit seiner Verpflichtung, Völkerrecht einzuhalten und dem Verbot von Angriffskriegen muß wieder gelten. Der 1.September mahnt: Nie wieder Krieg von deutschem Boden. Der Krieg gegen Jugoslawien muß der letzte Krieg in Europa gewesen sein. Fred Dellheim, Vorsitzender des Interessenverbandes ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener (1VVdN), Heinrich Fink, Vorsitzender des Bundes der Antifaschisten (BdA), Peter-Christian Walther, Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kontakt: VVN-BdA, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Bundesgeschäftsstelle, Rolandstr. 6, 30161 Hannover, Tel. (0511)331136, Fax (0511) 3360221, e-mail: bundesbuero@vvn-bda.de Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten E-Mail: bundesbuero@vvn-bda.de Internet: http://www.vvn-bda.de | |
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