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Die Gewaltspirale durchbrechen - Aktuelles

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Über 20.000 Menschen gegen militärische Vergeltungsschläge

Appell der Kampagne "Die Gewaltspirale durchbrechen!" im Auswärtigen Amt übergeben

Netzwerk Friedenskooperative

Pressemitteilung

Betr.: Der Terror und die Folgen / Aufruf zur Besonnenheit

Bonn/Verden, 9. Oktober 2001

Zwei Tage, nachdem die ersten Bomben auf Afghanistan flogen, überreichten VertreterInnen der Friedensbewegung dicke Aktenordner mit 20390 Unterschriften dem Staatsminister des Auswärtigen Amtes, Ludger Vollmer. Sofort nach den Anschlägen in Amerika warnten zahllose Menschen vor einer Spirale der Gewalt und unterzeichneten den Appell "Brücken bauen, Gewalteskalation verhindern!" von Friedensorganisationen.

In vielen Städten der Bundesrepublik fanden und finden Mahnwachen und Veranstaltungen von Friedens- und Antikriegsgruppen statt. Am kommenden Samstag, dem 13. Oktober, rufen Friedensorganisationen zu Großdemonstrationen in Berlin und Stuttgart auf. Der überwältigende Zuspruch aus der Gesellschaft für den Appell und die vielen Friedens-Aktivitäten machen klar, dass die Friedensbewegung in der Bundesrepublik breit verankert ist.

"Es darf keine Beteiligung der Bundeswehr bei militärischen Aktionen gegen islamische Staaten geben. Der Krieg ist ein Weg zu weiterem Terror und Hass", betonte Wiebke Herding, Sprecherin der Kampagne "Gewaltspirale durchbrechen" bei Übergabe der Unterschriften im Sinne des Appells.

Es gibt Alternativen zu Bomben auf Kabul: Organisationen der Friedensbewegung fordern, die "Allianz gegen den Terrorismus" bei der UNO unter gleichberechtigter Mitwirkung der islamischen Staaten anzusiedeln und zur Aburteilung von Tätern den - von den USA bisher nicht unterstützten - Internationalen Gerichtshof zu ermächtigen. Die Vermeidung von Selbstjustiz ist in Verbindung mit einer neuen Nord-Süd-Politik und einer internationalen Anstrengung zur sozialen Milderung der Globalisierung der richtige Weg zu einer sicherern und solidarischen Welt.

Krieg ist immer auch ein Angriff auf unschuldige Zivilbevölkerung. Schon durch den gewaltigen Militäraufmarsch und die Erklärung des Krieges wurde ein Flüchtlingsdrama in Afghanistan ausgelöst und Hunderttausenden droht der Hungertod. Im Atomwaffenstaat Pakistan droht ein Putsch oder Bürgerkrieg mit unabsehbaren Folgen.

Die Kampagne "Gewaltspirale durchbrechen" warnt auch vor den innenpolitischen Auswirkungen der teils beschlossenen, teils diskutierten Antiterror-Maßnahmen. Ein Generalverdacht gegen islamische Gruppierungen und die Diskrimierung von Moslems ist das Gegenteil von Terrorismusbekämpfung. "Schnellschüsse aus der Mottenkiste der Inneren Sicherheit sind größtenteils untaugliche Mittel gegen den modernen Terrorismus. Wo massiv Studierende anderer Länder unbegründet unter Terrorismusverdacht geraten, ist die Demokratie und die offene Gesellschaft in Gefahr. Auf keinen Fall dürfen freiheitliche Bürger- und Menschenrechte zugunsten einer vermeintlichen Sicherheit abgebaut werden", so Herding.

Nähere Informationen unter:

http://www.friedenskooperative.de

Bei Rückfragen erreichen Sie uns:

Vor Ort: Wiebke Herding

Netzwerk Friedenskooperative: Manfred Stenner, Kristian Golla, 0228/692904



Gewaltspirale durchbrechen! ist eine Kampagne des Netzwerks Friedenskooperative.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org
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