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Erstellt: 31.03.1999 | zu: Kosov@: Erklärungen gegen den Krieg Stellungnahme des Geschäftsführenden Vorstandes von Pax Christi zum Krieg im Kosovo vom 29. März 1999 Den Krieg stoppen - den Menschen helfen! Pax Christi Das militärische Eingreifen von NATO-Streitkräften in den Kosovo-Konflikt hat zu einer Intensivierung des brutalen Kampfes gegen die Zivilbevölkerung in der Krisenregion geführt. Eine große Zahl von Menschen flieht vor allem vor den Greueltaten der militärischen Verbände des Milosevic-Regimes. Auch wenn die Hauptverantwortung für die Eskalation des Konfliktes eindeutig der jugoslawischen Führung anzulasten ist, trägt die Bundesrepublik Deutschland wegen ihrer Beteiligung an der NATO-Militäraktion eine große Mitverantwortung dafür, daß eine humanitäre Katastrophe abgewendet werden kann. Pax Christi trauert um die Opfer des Krieges. Massaker serbischer Militärs an der Zivilbevölkerung im Kosovo und Raketenangriffe der NATO fordern das Leben unschuldiger Menschen. Ihnen und ihren Angehörigen gehört in dieser Stunde an erster Stelle unser Gedenken und unsere Anteilnahme. Um der Opfer willen rufen wir zum sofortigen Stop aller Kriegshandlungen auf. Die militärischen Aktionen der NATO sind durch das internationale Völkerrecht nicht gedeckt Auch die ständige Terrorisierung der albanischen Mehrheit im Kosovo durch die jugoslawische Armee, Sondereinheiten der Polizei und paramilitärische Verbände kann das militärische Vorgehen der NATO nicht rechtfertigen. Eine Fortsetzung der Luftangriffe birgt die Gefahr einer Internationalisierung des Krieges in sich. Es droht der Einsatz von Bodentruppen durch die NATO. Pax Christi fordert daher: den sofortigen Stop aller Kriegshandlungen, ğdie Einbeziehung von UNO und OSZE als Vermittler zwischen den Konfliktparteien, die Einbindung von Rußland und China in die Lösung des Konfliktes, ğdie Unterbindung von Waffenlieferungen an Serbien die ausdrückliche Bekräftigung der eigenständigen Haltung der Provinz Montenegro durch die internationale Staatengemeinschaft. Eine vorrangige Aufgabe ist es, den Flüchtlingen in der Krisenregion sofort und wirksam zu helfen. Es zeichnet sich ab, daß die Nachbarstaaten der Krisenregion, in denen die aus dem Kosovo geflohenen Menschen Zuflucht suchen, mit der großen Zahl der Flüchtlinge völlig überfordert sind. Pax Christi appelliert daher an die Bundesregierung insbesondere Mazedonien und Albanien bei der Erstaufnahme der Flüchtlinge großzügige Hilfe zu gewähren. | |
Kosov@: Erklärungen gegen den Krieg | Die Glaubwürdigkeit des Einsatzes der europäischen Staaten für die Menschen aus dem Kosovo wird sich auch daran messen lassen müssen, ob sie aus der Region bis zum Ende des Konfliktes aufzunehmen.
Pax Christi fordert die Bundesregierung und die Verantwortlichen in den Ländern deshalb auf, sich unverzüglich darauf zu verständigen, daß Flüchtlinge aus dem Kosovo gemäß 32 a des Ausländergesetzes vorübergehend Schutz in der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Pax Christi fordert weiterhin, daß die Bundesrepublik Deutschland sich bereit erklärt, aus der Krisenregion geflohene Menschen in angemessenem Umfang im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion als Kontingentflüchtlinge aufzunehmen. Bad Vilbel, 29. März 1999 E-Mail: paxchristi.sekretariat@online.de Internet: http://homepages.muenchen.org/bm974548/ | |
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