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Erstellt: 13.04.1999 | zu: Kosov@: Hintergrundinformationen zum Konflikt Die Kosten des Kosovo-Krieges kennt noch niemand Thomas Wiegold Bislang nur Schätzungen über Milliardenausgaben - Militär rechnet nicht wie Zivilunternehmen Berlin (AP)/ Ein Flug der Aufklärungsdrohne CL 289 kostet 80.000 Mark, eine Flugstunde der Tornado-Jets ohne Personalkosten 10.000 Mark und eine abgefeuerte Harm-Rakete rund 400.000 Mark: Der Kosovo-Krieg hat die Nato- Staaten bislang noch keinen Blutzoll gekostet, doch finanziell schlagen die seit mehr als zwei Wochen andauernden Luftoperationen durchaus zu Buche. Wieviel dieser Krieg unter dem Strich kostet, vermag bislang allerdings niemand exakt zu berechnen. Gründe dafür gibt es viele. So bleibt vorerst geheim, wie viele Harm-Raketen die Piloten der deutschen ECR-Tornados auf Radarstellungender jugoslawischen Luftabwehr abfeuerten. Zudem rechnet das Militär anders als ein ziviles Unternehmen - was eine Flugstunde der deutschen Jets über dem Balkan kostet, ist gar nicht so einfach zu ermitteln: Anders als bei Hubschraubern oder der Transall, für die bisweilen Kosten für zivile Nutzer in Rechnung gestellt werden, sind Kampfflugzeuge kaum zu erstattungspflichtigen Auftragsflügen unterwegs. So gibt es bislang nur Anhaltspunkte für die tatsächlichen Kosten. Auf 620 Millionen Mark im Jahr hatte die Bundesregierung noch Ende Februar die Bereitstellung von bis zu 6.000 Soldaten für eine Kosovo- Friedenstruppe veranschlagt. Doch schon vor Beginn der Luftangriffe auf jugoslawische Ziele hatten Experten gewarnt, diese Summe könnte leicht auf das doppelte oder sogar dreifache steigen. "Wir werden das aber sorgfältig zusammenrechnen, schon mit Blick auf die Haushaltsdebatte", versprach Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping, der gleichwohl noch nichts zu dem finanziellen Aufwand sagen mochte. | |
Kosov@: Hintergrundinformationen zum Konflikt | Nur wenig präziser sind Berechnungen aus den USA - die allerdings auf Erfahrungen aus vorangegangenen Einsätzen zurückgreifen können und deswegen anders kalkulieren. So kosten die Tomahawk-Marschflugkörper der US-Marine zwar rechnerisch eine Million US-Dollar pro Stück. Doch die gegen den Irak verschossenen 330 Tomahawks berechneten die Pentagon- Buchhalter mit nur 123,8 Millionen US-Dollar: Schließlich müßten nicht alle diese Geschosse auch wieder ersetzt werden. Ähnlich ist es mit dem Tarnkappenbomber F-117A, der von der jugoslawischen Flugabwehr abgeschossen wurde: Er hatte einen Wert von 43 Millionen Dollar - wird aber seit den 80er Jahren nicht mehr gebaut und deshalb nicht in dieser Höhe als Verlust veranschlagt.
Ein THW-Zelt für die Flüchtlingsfamilie kostet 2.500 Mark Klar ist deshalb nur: Die Kosten für alle beteiligten Nato-Staaten werden in die Milliarden gehen, ob in Mark oder in US-Dollar. Allein in der ersten Woche der Luftschläge wurden mehr als 100 Marschflugkörper von See oder aus der Luft abgefeuert, und rund 400 Nato-Flugzeuge starteten zu mehr als 1.700 Flügen. Doch die dafür anfallenden Kosten, so heißt es im westlichen Lager, müßten vor dem Hintergrund der Entwicklung im Kosovo gesehen werden: Die Kosten des Einsatzes seien gering im Vergleich zu dem Preis, der hätte gezahlt werden müssen, wenn die Nato auf Luftangriffe verzichtet hätte, argumentierte der britische Verteidigungsminister George Robertson. Was er meint, illustriert ein Blick auf die Folgen des Bosnien-Krieges: Allein in Deutschland gaben vor allem Länder und Kommunen eine zweistellige Milliardensumme für die Unterbringung von rund 350.000 bosnischen Bürgerkriegsflüchtlingen aus. In den Nachbarländern des Kosovo selbst läßt sich die Unterbringung billiger bewerkstelligen: Nach Berechnungen des Technischen Hilfswerks kostet ein Zelt für eine Familie rund 2.500 Mark, die laufenden Unterbringungskosten betragen am Tag knapp 20 Mark pro Person. Und auch die vom Bund bislang zugesagten 25 Millionen Mark humanitäre Hilfe bleiben noch weithinter den Ausgaben für die Folgen des Bosnien-Kriegs zurück. ap 08.04.1999 15:34 Thomas Wiegold ist AP-Korrespondent | |
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