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Panzer in die Türkei? - Inhalt


vom:
18.11.1999


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Panzer in die Türkei?:

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Im November 1999

Minenwerfer nach Griechenland? - Panzer in die Türkei? - Wir sagen Nein!

Ohne Rüstung Leben (ORL)

Es gibt Leute, denen aus dem Bauch heraus jegliche Waffenlieferung eigentlich zuwider ist. Weil sie mit guten Gründen sagen, Waffen würden für den Krieg genutzt ... Das ist so eine Haltung, die man als Regierungschef gegenüber einem Bündnispartner kaum einnehmen kann.
Bundeskanzler Gerhard Schröder, Tagesspiegel 22.10.1999

Wir argumentieren nicht nur aus dem Bauch heraus, sondern auch mit dem Verstand, wenn wir mit Ihrer Hilfe gegen den geplanten Export von 60 "Skorpion-Minen-Wurf-Systemen nach Griechenland und von 1.000 Panzern des Typs Leopard 2 in die Türkei protestieren.

In den letzten Jahren mangelte es nicht an gefährlichen Situationen zwischen der Türkei und Griechenland: Nach z.B. im Januar 1996 ein türkisches Kommando die winzige Insel Imia in der Ägäis besetzt und die türkische Fahne gehisst hatte, entsandte Griechenland seine Kriegsflotte.

Kaum war die Imia-Krise vorerst beigelegt, wollten die griechischen Zyprioten auf der Südhälfte der Insel Raketen stationieren. Daruaf erklärte Ankara, dies sei eine Bedrohung der türkischen Bevölkerung auf dem seit 1974 von der Türkei besetzten Nordteil und damit ein "Kriegsgrund".

Seit 1964 erhielten Griechen1and und die Türkei aus der Bundesrepublik Deutschland Kriegsgerät im Wert von jeweils mehreren Milliarden Mark als NATO-Verteidigungs- und Ausstattungshilfen. Mit der Lieferung weiterer Waffen wie den Leopard-Panzern und den Minenwerfer Skorpion schüttet die Bundesregierung Benzin ins Feuer der griechisch-türkischen Spannungen.

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Panzer in die Türkei? - Inhalt
Jeder Skorpion kann fünf Magazine mit je 20 Minen aufnehmen. Diese Panzer-Abwehr-Minen sind zwar keine verbotenen Minen; doch auch sie stellen - wie Sie ja wissen - eine tödliche Gefahr für Zivilisten dar. So wurden acht Dorfbewohner im Gebiet Gali getötet als ihr Pferdewagen auf eine Panzer-Abwehr-Mine fuhr (Frankfurter Rundschau, 16.07.1998).

Protestieren Sie mit dem beiliegenden Brief beim Bundessicherheitsrat (der die Rüstungsexporte genehmigen muss) gegen den Export von Minen nach Griechenland und Panzern in die Türkei.

Paul Russman

ORL, Sophienstr. 19, 70178 Stuttgart, Tel.: 0711/608396, fax: 0711/608337



An Bundeskanzler Gerhard Schröder
Bundeskanzleramt, Schloßplatz 1, 10178 Berlin, Fax: 030/4000-1818

Mit der Bitte um Weiterleitung an die Mitglieder des Bundessicherheitsrates!

Minenwerfer nach Griechenland? Panzer in die Türkei? Wir sagen Nein!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

sehr geehrte Damen und Herren des Bundessicherheitsrates

ich protestiere hiermit gegen die geplante Lieferung von 60 Skorpion-Minen-Wurf-Systemen aus Bundeswehrbeständen nach Griechenland und von 1.000 Panzern Leopard 2 in die Türkei.

In den 1etzten Jahren mangelte es nicht an gefährlichen Situationen zwischen der Türkei und Griechenland. Ich verweise hier als Beispiele auf den Konflikt um die Insel Imia in der Ägäis und den nach wie vor aktuellen Konflikt um Zypern.

Mit der Lieferung weiterer Waffen wie den Leopard-Panzern und den Skorpion-Minen-Werfern schüttet die Bundesregierung Benzin ins Feuer der griechisch-türkischen Spannungen.

Schon heute ist die Bundesrepublik - neben den USA - der Hauptwaffenlieferant der beiden Länder an der NATO-Süd-Flanke. Seit 1964 erhielten Griechenland und die Türkei aus der Bundesrepublik Deutschland Kriegsgerät im Wert von jeweils mehreren Milliarden Mark als NATO-Verteidigungs- und Ausstattungshilfen.

Statt durch weitere Waffenlieferungen an beide Seiten die Gefährlichkeit der Konflikte zwischen Griechenland und der Türkei zu erhöhen, sollte sich die Bundesrepublik Deutschland stärker für diplomatische Verhandlungslösungen einsetzen.

Waffenexporte dienen dem Profit weniger - Verständigung und dagegen dienen dem Frieden zwischen den Völkern.

Mit freundlichen Grüssen

Datum, Unterschrift



E-Mail:  orl@gaia.de
Internet: http://www.dfg-vk.de/orl/index.htm
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