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NMD stoppen Inhalt vom: 20.03.2001 | NMD, Raketenabwehr stoppen!: Russisches Konzept für die Ziele und Entwicklung eines mobilen, "gesamteuropäischen Raketenabwehrsystems" gegen nukleare Bedrohungen "sofern die Zustimmung der amerikanischen Seite dazu vorliegt" FAZ, Dokumentation Der russische Verteidigungsminister Sergejew überreichte in der vergangenen Woche Nato-Generalsekretär Robertson das Konzept für die Ziele und Entwicklung eines mobilen, "gesamteuropäischen Raketenabwehrsystems" gegen nukleare Bedrohungen. Allen europäischen Staaten soll die Mitwirkung an diesem nichtstrategischen Abwehrsystem offenstehen, das die Grundlagen strategischer Stabilität - damit ist in erster Linie das Verhältnis zu Amerika angesprochen - nicht in Frage stellen würde. Wir dokumentieren den Wortlaut des Vorschlags in leicht gekürzter Form (F.A.Z.): "Die russischen Vorschläge bezüglich einer Konzentration der Anstrengungen bei der Schaffung eines gesamteuropäischen Systems zur Abwehr nichtstrategischer ballistischer Raketen zielen darauf ab, die Aufrechterhaltung der strategischen und regionalen Stabilität in Europa zu sicherzustellen. Das Programm für eine Zusammenarbeit zwischen Rußland und den Ländern Europas beim Aufbau eines gesamteuropäischen Raketenabwehrsystems (EuroABM) kann auf folgenden Grundsätzen basieren: |
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| 1. | Die Zusammenarbeit muß den Interessen aller europäischen Staaten dienen. In diesem Programm darf es keine "Paria-Staaten" geben. | |||
| 2. | An der Verwirklichung des Programms können sich alle Staaten unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen anderen europäischen Organisationen und Bündnissen (Nato, GUS, EU und ähnliches) beteiligen. | |||
| 3. | Die konkreten Programme für die Zusammenarbeit können sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler Grundlage organisiert werden. | |||
| 4. | Die Fragen, die sich über die Zusammenarbeit ergeben, müssen durch langfristige vertragsrechtliche Dokumente abgesichert werden. | |||
| 5. | Die Schaffung von Mitteln und Systemen für die gesamteuropäische Raketenabwehr darf nicht zu Spannungen in den Beziehungen zu den Ländern führen, die möglicherweise einseitig als potentieller Angreifer definiert werden. | |||
| 6. | Die Zusammenarbeit wird schrittweise verwirklicht. Die gemeinsamen Anstrengungen in Fragen der Zusammenarbeit bei der gesamteuropäischen Raketenabwehr sollten sich auf die folgenden Schwerpunkte konzentrieren: (..) | |||
| 1. | Bewertung des Charakters und der Ausmaße der Verbreitung von Raketenwaffen und potentieller Bedrohungen durch ihre Anwendung gegen europäische Staaten. |
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| Die Bewertung des Charakters und der Ausmaße der Raketenverbreitung und möglicher Raketenbedrohungen ist die Anfangsphase der Arbeiten auf dem Gebiet einer nichtstrategischen gesamteuropäischen Raketenabwehr. Im Verlauf dieser Phase müssen Experten der interessierten Länder gemeinsam die möglichen Bedrohungen europäischer Staaten durch Angriffe mit nichtstrategischen ballistischen Raketen sowie die voraussichtliche Dynamik ihrer künftigen Entwicklung bewerten. Als Ergebnis der in dieser Phase geleisteten Arbeit müssen die Staaten festgelegt werden, in deren Interesse ein derartiges System aufgebaut wird, sowie abgestimmte "Motivationsgrundlagen" für den Aufbau eines nichtstrategischen EuroABM-Systems geschaffen werden, die es ermöglichen, hinreichend vollständige und objektive Informationen über den Charakter und die Ausmaße dieser Bedrohungen zu erhalten. Als erster Schritt sollte eine Reihe von Konsultationen zu ABM- Problemen organisiert und abgehalten werden, an denen russische und westeuropäische Experten teilnehmen und während deren folgende Fragen zu erörtern wären: |
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| Charakter und Ausmaße der Verbreitung nichtstrategischer ballistischer Raketen in den für europäische Länder möglicherweise gefährlichen Regionen; | ||||
| die Bestrebungen der Staaten in diesen Regionen und die Aussichten für eine mögliche Anhäufung nichtstrategischer Angriffsmittel für die nächsten 5, 10, 15 Jahre; | ||||
| die technischen Daten des vorhandenen Arsenals an nichtstrategischen ballistischen Raketen in den für europäische Länder möglicherweise gefährlichen Regionen; | ||||
| die Perspektiven des quantitativen und qualitativen Fortschritts im Raketenbereich in den Staaten dieser Regionen, einschließlich der Staaten, die gegenwärtig noch nicht über Raketenwaffen verfügen; | ||||
| 2. | Erarbeitung einer Konzeption für ein gesamteuropäisches nichtstrategisches Raketenabwehrsystem. |
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| Die Erarbeitung einer Konzeption für ein gesamteuropäisches Raketenabwehrsystem gehört zur zweiten Phase der wehrtechnischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Die Konzeption für den Aufbau einer nichtstrategischen EuroABM muß eine Antwort auf folgende prinzipielle Fragen geben: |
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| Zur Abwehr welcher Angriffe mit nichtstrategischen ballistischen Raketen soll das gesamteuropäische System einer nichtstrategischen Raketenabwehr dienen? | ||||
| Mögliche Räume beziehungsweise Objekte für die Abwehr (in einem Rahmen, der den Seiten zu Informationszwecken zugänglich ist). | ||||
| Die Prinzipien des Aufbaus eines nichtstrategischen EuroABM- Systems. | ||||
| Die Ansätze bei der Schaffung eines "Informationsfeldes" für die Sicherstellung der Einsätze der Waffensysteme. | ||||
| Die für das System erforderlichen IT-Mittel und Waffen. | ||||
| Die Prinzipien für die Organisation der Führung beziehungsweise Leitung einer EuroABM (durch welches Organ und unter Einsatz welcher Systeme, Mittel und Fernmeldeverbindungen wird die Gefechtsführung der Mittel und Systeme erfolgen, die Bestandteil der nichtstrategischen EuroABM sind). | ||||
| Architektur des nichtstrategischen EuroABM-Systems (Zahl der Abfanglinien, Zusammensetzung des Systems, Prinzipien des Zusammenwirkens seiner Komponenten). | ||||
| Möglicher Funktionsalgorithmus des nichtstrategischen EuroABM- Systems. | ||||
| Mögliche Größenordnung der Entfaltung der EuroABM. |
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| Zu diesen Fragen müssen die interessierten Parteien im Zuge der gegebenenfalls stattfindenden Treffen die möglichen konzeptionellen Prinzipien des Aufbaus eines nichtstrategischen EuroABM-Systems festlegen. Auf der Grundlage einer Analyse zur Priorität und zum Grad des Schutzes der Abwehrräume und -objekte vor Angriffen mit nichtstrategischen ballistischen Raketen erscheint eine Auswahl der Kriterien für die Festlegung der Typen und Kennwerte der Waffen erforderlich, die zum Schutz von Objekten und Truppengruppierungen vor Angriffen mit nichtstrategischen ballistischen Raketen eingesetzt werden können. Zur Bekämpfung nichtstrategischer ballistischer Raketen sind derzeit eine Reihe von Systemen und technologischen Projektstudien vorhanden, sowohl in Rußland als auch in den europäischen Ländern, und existieren auch internationale Projekte. Deren Nutzung in einem nichtstrategischen ABM-System untergräbt nicht die Stabilität in einer Region, da diese Systeme bezüglich ihrer Möglichkeiten zur Bekämpfung strategischer Raketen praktisch den Wert null haben. Für die Zukunft ist die gemeinsame Entwicklung und Schaffung von spezialisierten Systemen einer nichtstrategischen Raketenabwehr möglich. Der Entschluß über die Notwendigkeit einer solchen Entwicklung ist auf der Grundlage der Ergebnisse einer abgestimmten Beurteilung der Raketengefahr und der Effektivität derartiger Systeme zu fassen. (..) Rußland verfügt über eine große Erfahrung und einen Vorlauf bei der Schaffung derartiger Systeme und besitzt auch die Testgelände, mit denen sich Raketenabwehrsysteme unter verschiedensten Einsatzbedingungen erproben lassen. Die technische Grundlage für die Schaffung eines EuroABM-Systems kann in Form gemeinsamer ständig einsatzbereiter Einsatztruppenteile realisiert werden, die nach dem Prinzip von "schnellen Raketenabwehreingreifkräften" aufgestellt werden. Die Truppenteile, durch welche die EuroABM gebildet wird, sollten internationalen Charakter haben und könnten unter Umständen in der ersten Zeit mit verschiedenartigem Gerät ausgerüstet sein. Die Grundanforderungen an diese Truppenteile sind hohe Einsatzbereitschaft, Mobilität und Geschlossenheit. Die Truppenteile müssen in kürzester Zeit zum Verlegen in jeden Raum in Europa, in dem die Gefahr von Raketenangriffen entstehen kann, bereit sein. Die zu schützenden Objekte und Truppengruppierungen können in jedem EuroABM-Mitgliedsstaat liegen. |
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NMD stoppen Inhalt | Das Grundprinzip des Gefechtseinsatzes der internationalen EuroABM- Truppenteile ist in der ersten Phase das Führen koordinierter, aber unabhängiger Kampfhandlungen im Rahmen eines einheitlichen Plans für die Erledigung der Aufgaben zur Abwehr von nichtstrategischen ballistischen Raketen. Grundlage der IT-Sicherstellung des nichtstrategischen EuroABM-Systems könnte bodengestütztes elektronisches Gerät werden. Das können sowohl die eigenen Flugabwehrmittel sein als auch spezialisierte elektronische Systeme, die mit hoher Effektivität nichtstrategische ballistische Raketen erfassen und verfolgen können. In Rußland gibt es Radaranlagen, die in der Lage sind, Meldungen und Zielzuweisungen über angreifende ballistische Raketen an die Waffen des Systems zu geben. Gegebenenfalls könnte die Frage der gemeinsamen Entwicklung derartigen Geräts erörtert werden. Bei positiver Aufnahme dieser Idee könnte deren Ausarbeitung auf Expertenebene erfolgen. In der folgenden Phase ist die Frage der Nutzung beziehungsweise der Entwicklung von weltraumgestützten Raketenstarterfassungssystemen für die nichtstrategische EuroABM zu besprechen. Durch Informationen von der Weltraumstaffel läßt sich die Effektivität des Abwehrsystems beträchtlich erhöhen. Die Entwicklung einer Konzeption für die Nutzung derartiger Informationen für alle am Abwehrsystem Beteiligten sollte zweckmäßigerweise im Rahmen einer eigens eingesetzten Expertengruppe erörtert werden. Erörtert werden sollte die Frage der Schaffung eines spezialisierten gemeinsamen Zentrums für die Verarbeitung und Weiterleitung von Informationen über Raketenstarts. Informationsquellen könnten sowohl nationale als auch supranationale Mittel sein. Der Betrieb des Zentrums würde (neben der Lösung der eigentlichen Aufgaben der nichtstrategischen EuroABM) zur Klärung möglicher unklarer Situationen im Zusammenhang mit der Erfassung von Raketenstarts beitragen. Die Alarmbereitschaft im Zentrum könnte von Vertretern aller am nichtstrategischen EuroABM-Programm Beteiligten gewährleistet werden. Die technische Grundlage für ein solches Zentrum könnten die Ideen bilden, die im Rahmen des russisch-amerikanischen Projekts zum Aufbau eines Zentrums in Moskau für den Austausch der Daten von den Flugkörperfrühwarnsystemen gewonnen werden (sofern die Zustimmung der amerikanischen Seite dazu vorliegt). |
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| 3. | Festlegung des möglichen Ablaufs, der Maßstäbe und der Zeiten für die Dislozierung der Truppenteile einer gesamteuropäischen nichtstrategischen Raketenabwehr (EuroABM). |
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| Diese Richtung muß das Ergebnis einer phasenweisen Zusammenarbeit sein. Die Arbeiten beginnen mit einer gemeinsamen Forschungsarbeit zur Erarbeitung verschiedener Varianten von Truppenteilen einer nichtstrategischen Raketenabwehr, zur Festlegung des möglichen Ablaufs ihrer Dislozierung sowie zur Beurteilung der Wirksamkeit und Möglichkeit der Anwendung entsprechender technischer Lösungen. Parallel zur Durchführung solcher Arbeiten sollten gemeinsame Rahmenübungen und Übungen zu Studienzwecken zur Problematik der EuroABM unter Verwendung von Simulations- und Darstellungsmitteln geplant, vorbereitet und durchgeführt werden. In der Abschlußphase der Entwicklung des EuroABM-Systems könnten dessen Komponenten in einer russischen Erprobungs- und Simulationsbasis getestet werden." Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24 February 2001, Seite 6 Web: http://www.faz.de/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=faz/content.asp&ru | |||
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