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![]() Ostermär- sche 2002 vom: 01.04.2002 | Ostermärsche und -aktionen 2002: Rede für die Abschlusskundgebung des Ostermarsch 2002 in Hannover, 30. März 2002 Gisela Fähndrich (Ev. Kirche Hannover) - Es gilt das gesprochene Wort - Liebe Friedensfreunde und -freundinnen Die Welt habe sich nach dem 11. September verändert - das konnten wir allenthalben hören und lesen. Mit dieser Behauptung wird die Stimmung geschaffen, die tendenziell das Ja-sagen zu kriegerischem Eingreifen als ganz logisch erscheinen läßt. Schönfärberisch wird der Krieg Notwehr genannt. Nein, die Welt hat sich nicht verändert: Da hat sich mit dem 11. September in unserer Welt nichts verändert. Nur wurde versucht, uns ein weiteres Argument einzuhämmern, das Krieg rechtfertigen soll, das Krieg schönredet: als Kampf dem Terrorismus. Und da ist mal wieder deutlicher und schärfer hervorgetreten, wie sehr die öffentliche Rede in Zeitung, Rundfunk, Fernsehen und als Politikerrede interessegeleitet ist, Wahrheit verschleiert und Differenzierungen nicht vorsieht, als unanständig brandmarkt, manchmal sogar kriminalisiert. Terrorismus wird ausschließlich nur für eine Seite definiert, für die Seite, die sich gegen Ungerechtigkeitsstrukturen zur Wehr setzt. Und im Blick auf diese Seite weckt der Begriff die Assoziation des Verbrecherischen, so daß alle Mittel erlaubt sind, diesen Terrorismus zu bekämpfen - auch der Angriffskrieg - wie wenn ein solcher Krieg keine Form des Terrorismus wäre. Seit wann kann in unserer Zeit Krieg ein Welt - Ordnungsfaktor sein, als was wir ihn im augenblicklichen sog. Antiterrorismuskrieg definieren, also wie eine Schutzaktion ansehen sollen. |
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Ostermär- sche 2002 | Die so geschaffene Situation scheint es zu erlauben, über Ursachen von Terrorismus nicht mehr nachdenken zu müssen. Wir wissen, daß Sicherheit und schon gar eine gerechtere Welt nicht militärisch erreicht werden können. Sicherheit und Gerechtigkeit sind vor allem angewiesen Für eine verläßliche Friedensstruktur kann nur gelten: wir brauchen eine Kultur des Umgangs mit Minderheiten und Menschen anderer ethnischer, kultureller und religiöser Herkunft, die der Intoleranz und nationalistischen Tendenzen entgegenwirken - auch in unserem Land. Daran müssen wir arbeiten und der Vernebelung des Denkens Einhalt gebieten. Darauf ruht Gottes Segen. Danke! Gisela Fähndrich ist Superintendentin im ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover und im Vorstand des Vereins Dokumentationsstätte über Kriegsgeschehen und zu Friedensarbeit e.V., Sievershausen | ||
Artikel | Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema Ostermärsche OM 2002 - Aufruf OFFENe HEIDe OM 2002 - Grußwort DGB Region Niederrhein OM 2002 - Pressespliegel 30.03.02 -HF/TV- OM 2002 - Rede E.Bernhard, Aschaffenb., 30.03.02 OM 2002 - Rede H.Hoyer, Erlangen, 01.04.02 |
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