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vom:
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USA / Anschläge

DIE GERECHTIGKEIT DARF NICHT DAS NÄCHSTE OPFER WERDEN

Amnesty International (ai)

Pressemitteilung 20.09.2001

amnesty international appelliert an UNO-Sicherheitsrat: Respekt für die Menschenrechte auch bei der Verfolgung der Attentäter / Zivilbevölkerung darf nicht zum Opfer von Vergeltungsschlägen werden / Bestrafung der Täter muss internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen

Bonn, 20. September 2001 - Nach dem schrecklichen Verlust von Menschenleben bei den Angriffen vom 11. September in den USA steht die Welt am Scheidepunkt, warnt Irene Khan, internationale Generalsekretärin von amnesty international.

"Die internationale Gemeinschaft kann entweder den Weg wählen, der unseren höchsten Werten Tribut zollt und die Rechte aller Menschen respektiert, oder wir suchen Rache und erlauben damit den Attentätern, den moralischen Ton anzugeben."

Die Ereignisse in den kommenden Wochen könnten grundlegende Konsequenzen für die Welt haben, so Irene Khan. Sie fordert die internationale Gemeinschaft dringlich auf, zunächst alle Maßnahmen auszuschöpfen, um die Verantwortlichen für die Anschläge mit rechtsstaatlichen Mitteln zur Rechenschaft zu ziehen. "Gerechtigkeit kann nur verwirklicht werden, wenn die angewandten Mittel gerecht sind und die Menschenrechte aller Menschen gewahrt werden," unterstreicht Khan.

In einem Schreiben an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilt amnesty international erneut die Anschläge in den USA und betont: "Wir fordern den UNO-Sicherheitsrat dringend auf, zu garantieren, dass Staaten bei der Suche nach Gerechtigkeit alles tun, um mutmaßliche Täter zu ergreifen und diese strafrechtlich zu verfolgen, allerdings ohne Leben, Wohl und Menschenrechte der Zivilbevölkerungen zu gefährden."

amnesty international begrüßt die Aussage des Präsidenten des UNO-Sicherheitsrates vom vergangenen Dienstag, es gebe unterschiedliche Möglichkeiten, Usama bin Laden zur Rechenschaft zu ziehen. Die Menschenrechtsorganisation fügt an: "Die internationale Gemeinschaft muss all ihre Mittel einsetzen und innovativ denken, um Wege der Gerechtigkeit zu finden, die mit den Menschenrechtsstandards übereinstimmen, bevor sie zu bewaffneten Interventionen greift. Die Opfer dieses schrecklichen Verbrechens verdienen Gerechtigkeit, nicht Rache."

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11.9.2001
erste
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Mit Blick auf das Treffen der EU-Innen- und Justizminister morgen Nachmittag in Brüssel erklärt die Menschenrechtsorganisation, sie unterstütze die Europäische Union in ihren Bemühungen gegen die Straflosigkeit. Gleichzeitig fordert amnesty international ausdrückliche Zusagen, dass neue Sicherheitsmaßnahmen weder die Freiheitsrechte der Bürger noch den Schutzanspruch von Flüchtlingen aushöhlen.

Kontakt: amnesty international, Pressestelle, 53108 Bonn, Tel: 0228/98373-306 / -0, Fax: 0228/630036, E-mail: presse@amnesty.de



E-Mail:   ai-de@amnesty.de
Internet: http://www.amnesty.de
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