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![]() 11.9.2001 erste Reaktionen vom: 19.09.2001 Update: 25.10.2001 | Terroranschläge 11.9. - erste Reaktionen: Stellungnahme zu den Terroranschlägen am 11. September 2001 Es gibt keinen Zwang zum Krieg Schleswig-Holsteinisches Institut für Friedenswissen Die Verbrechen von New York, Washington und Pennsylvania haben uns mit Wahrheiten konfrontiert, vor denen Friedensforscher und Friedensforscherinnen zwar seit Jahren gewarnt haben, aber an deren Wirklichkeit auch sie selbst vielleicht nicht glauben mochten: Die Verletzlichkeit hochtechnisierter Industriegesellschaften lässt ein Versagen gegenüber der Aufgabe, "Frieden in der Welt zu stiften" (so das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland), auf Dauer nicht zu. Das Geschehen vom 11. September konfrontiert uns mit der Furcht vor weiteren Terroranschlägen und gleichzeitig mit der Angst vor nicht minder tödlichen, tötenden Reaktionen, von denen man zugleich wissen kann, dass sie eine Problemlösung nur vortäuschen. Es erscheint uns zwar angesichts der Dichte und Unmittelbarkeit der medialen Präsentation als ein Verbrechen neuer Qualität. Doch die Besinnung auf die namen- und berichtslosen Opfer des täglichen Terrors in den Krisen- und Kriegsgebieten der Welt, in Irland, Spanien, im ehemaligen Jugoslawien, im russischen Tschetschenien, im Nahen Osten, in Afrika, Asien und Lateinamerika, ausgeführt mit Waffen und anderen Techniken, die von den Industrieländern erdacht, produziert und verkauft werden, wirft die Frage auf, ob unsere Wahrnehmung maßstablos ist. In unser Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen mischt sich das Gefühl, nicht genug getan zu haben, um die Chancen zur friedlichen Konfliktbearbeitung zu nutzen, die sich vor nunmehr über zehn Jahren mit dem Ende des Ost-West-Konflikts eröffnet hatten. Warum fanden zum Beispiel die Bemühungen der Vereinten Nationen, eine internationale Konvention gegen den Terrorismus auszuarbeiten so wenig Unterstützung? Heute empfinden wir Wut auf die Attentäter, aber wissen doch, wie gefährlich es ist, wenn solche Gefühle politikbestimmend und in militärische Antworten übersetzt werden. Wir wissen, dass die Verbrechen vom 11. September in eine Spirale aus Hass, Gewaltaktionen, Kriegshandlungen und Rache münden können und dann die freiheitlichen Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben zerstören. Viele von uns halten diese Entwicklung für wahrscheinlich, die im Rückblick die Zahl der Opfer von New York, Washington und Pennsylvania als klein erscheinen lassen könnte. Aber als Friedensforscher und -forscherinnen wissen wir auch, dass Krieg kein Schicksal ist. Es gibt Ursachen und Gründe für Krieg, aber keinen Zwang zum Krieg. Nie waren die Möglichkeiten so groß wie heute, der Logik des Krieges entgegenzuwirken. |
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11.9.2001 erste Reaktionen | Recht durch rechtliche Mittel, Demokratie durch demokratische Mittel, Frieden durch friedliche Mittel - überall in der Welt und über Religions- und Kulturgrenzen hinweg, hat dieses Prinzip an Überzeugungskraft gewonnen, Menschen einander näher gebracht und Staaten in die Lage versetzt zu koexistieren. Kein terroristisches Verbrechen kann seine Wahrheit in Frage stellen. Es ist nicht die Zeit für eine Abkehr von Friedenspolitik gekommen, sondern für ihre Intensivierung, wenn nicht gar für einen Neuanfang, getragen von Politik und Gesellschaft ebenso wie von Friedensbewegung und Friedensforschung. Friedenspolitik machen, heißt weiterhin von den Opfern des Unfriedens her denken, die Augen vor den Folgen von Terror und Krieg nicht zu verschließen und sie für die Tatsache von Hunger, Not und Ungerechtigkeit zu öffnen. Nur dann lässt sich das Mögliche tun, durch Informationsaustausch und Kooperation, durch Transparenz und den Einsatz angemessener und rechtsstaatlicher polizeilich-juristischer Mittel der Gewalt die materielle und geistige Grundlage zu entziehen. Ein solches langfristiges Projekt kann nur gelingen, wenn ihm die kurzfristig erforderlichen Maßnahmen zur unmittelbaren Gefahrenabwehr und zur Durchsetzung des Rechts nicht den Weg versperren. Sehr viele Menschen müssen den Mut finden, sich der großen Herausforderung "Frieden und Gerechtigkeit" jetzt endlich oder mehr als bisher zu stellen. Kiel, 19. September 2001 | ||
Artikel | Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema ff4/2000: Krieg in der DR Kongo Terror: Pressesplitter ... Hintergrd: Afghanistan-Info Demo1310: Programm und Aufruf Hintergrd: Weitere Informationsquellen |
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