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11.9.2001
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vom:
15.09.2001


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Terroranschläge 11.9. - erste Reaktionen:

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Gegen Terror und Eskalation der Gewalt

Germanwatch

Einen so brutalen Einsatz von Gewalt gegenüber Unschuldigen wie am 11. September hatte niemand für möglich gehalten. Die Instrumente, darauf zu reagieren, sollten an den Möglichkeiten des Völkerrechts und der Charter der Vereinten Nationen anknüpfen. Die Bilder des Schreckens, die um den Globus liefen, zeigen, dass es auch eine Globalisierung des Schreckens geben kann. Grenzenlose Trauer und Mitgefühl suchen mühsam nach Ausdruck.

Unser Entsetzen gilt dem blinden Hass, der auf menschenverachtende Weise jenseits aller Vorstellungskraft Zerstörung in die Zentren ökonomischer, militärischer und politischer Macht in den USA trug. Kein politisches Ziel kann einen derart menschenverachtenden Anschlag auf unschuldige Menschen rechtfertigen. Der Hass hat das Potential, Teufelsspiralen in Gang zu setzen, in denen stets neuer Hass - oft auf vermeintliche Gegner - gesät wird.

Der Anschlag auf das World Trade Center riss nicht nur Tausende von Menschen in den Tod, sondern er zerstörte auch die Vorstellung von Sicherheit der reichsten und mächtigsten Staaten. Kein Zweifel: Wir sind in der globalen Risikogesellschaft angekommen. Die Staaten dieser Welt stehen nun vor Entscheidungen, die maßgeblich die Formen des Zusammenlebens in der künftigen Weltgesellschaft beeinflussen.

 Der terroristische Anschlag vom 11. September 2001 darf für die Täter und ihre Hintermänner nicht folgenlos bleiben. Sobald sie eindeutig identifiziert sind, müssen sie in angemessener Weise bestraft werden.

 Blinde Rache und Vergeltung, die auch viele Unschuldige treffen, dürfen nicht zur Leitschnur des Handelns werden. Das Völkerrecht wurde entwickelt, damit nicht Teufels-Spiralen der gegenseitigen Zerstörung in Gang gesetzt werden, die letztlich das zerstören, was es zu verteidigen gilt: Freiheit, Menschenrechte, Sicherheit.

 Sicherheit ist heute weniger denn je militärisch, sondern vor allem sozial, kulturell, ökonomisch und politisch begreifbar. Eine sich ständig vergrößernde Kluft zwischen arm und reich sowie fehlende politische Freiheiten sind wichtige Nährböden für nationale und religiöse Fundamentalismen, für Kriege und Terrorismus. Es liegt deshalb im gemeinsamen Interesse der Menschheit, diesen Grundlagen des Terrorismus entschieden entgegenzutreten. Dem Engagement für eine Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechten kommt deshalb eine noch größere Bedeutung zu als je zuvor.

 Jetzt müssen in globaler Kooperation zwischen allen Staaten in Ost und West, in Nord und Süd Strategien gegen den Terrorismus und seine Ursachen entwickelt und umgesetzt werden.

 Es gilt weltweit gemeinsame Strategien zu entwickeln, um die Risiken einer globalisierten Welt zu Chancen zu machen. Es ist zu hoffen, dass jetzt gerade auch in den USA die Notwendigkeit zu weltweit abgestimmtem Verhalten deutlich gesehen wird. Die UN ist der legitimierte und geeignete Ort für eine solche Koordinierung. Der Terrorismus ist ein zentrales Beispiel für Risiken globaler Tragweite - die Risiken der Finanzmärkte und die Gefahren des globalen Klimawandels sind andere Beispiele. Alle Staaten, gerade auch die USA, müssen sich - in gemeinsamer aber differenzierter Verantwortung - an den Gestaltungsmöglichkeiten zur Eindämmung dieser Risiken mit globalem Ausmaß beteiligen.

 Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern muss im Interesse dieser beiden Völker und im Interesse des Weltfriedens beendet werden. Alle Staaten und Regierungen sind aufgerufen, ihren Beitrag zu einer Lösung dieses Konfliktes zu leisten. In- und Ausländer in allen Staaten müssen sich versichern: "Wir wollen zusammen ohne Hass und Angst leben. Wir alle, ob Christen, Muslime, Juden oder anders- bzw. ungläubige Menschen verabscheuen und verurteilen diese Terroranschläge. Gemeinsam wollen wir alles dafür tun, dass zwischen uns kein Platz für Hass und Gewalt bleibt."

Kontakt: Germannwatch, Kaiserstr. 201, 53111 Bonn, Tel. 0228/60492-0, Fax: 0228/60492-19



E-Mail:   engels@germanwatch.org
Internet: http://www.germanwatch.org


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