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vom:
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Terroranschläge 11.9. - erste Reaktionen:

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Öffentlicher Appell der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative an die Bundesregierung und die Politiker aller Parteien.

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NaturwissenschaftlerInnen-Initiative

Pressemitteilung - 2001-09-18 - 9:00 am

Wir geben zu bedenken!

Wir sehen durch die Diskussion über mögliche militärische Vergeltungs-Schläge der NATO als Antwort auf den grauenhaften Terror-Anschlag in Amerika mit großer Sorge eine Entwicklung heraufziehen, die alle Staaten der NATO und auch andere Länder in unvorhersehbare und nicht mehr beherrschbare Katastrophen führen kann. Wir sehen die große Gefahr einer weiteren Eskalation und Ausweitung der Gewalt und des Terrors.

Der barbarische Terroranschlag durch hemmungslose Fanatiker hat gezeigt, wie extrem verwundbar die reichen Industrienationen sind und wie wenig alle militärische Hochrüstung dagegen ausrichten kann. Auch das geplante Raketenabwehr-Programm NMD, für das mehr als 350 Milliarden Dollar ausgegeben werden sollen, hätte einen solchen Anschlag nicht verhindern können.

Niemand kennt bisher die genauen Urheber und Planer des Terroraktes. Es gibt keine eindeutigen gerichtsverwertbaren Beweise gegen Einzelne. Eine militärische "Antwort" auf den weltweit vernetzten Terror halten wir für anachronistisch und außerordentlich gefährlich. Ein militärischer Schlag (gegen wie viele Länder denn?) wird außerdem nicht nur diejenigen treffen, die für den Terror verantwortlich sind. Dies würde die Spirale von Wut und Gewalt in den betroffenen Ländern nur weiter anheizen. Wir sehen die Gefahr, dass militärische Gegenmaßnahmen und ihre Auswirkungen nur weiteres Potential an "jungen Terroristen" und Fanatikern mobilisieren.

Wir drängen darauf, die Diskussion um die Gründe für Terror und Gewalt zu führen, diese zu analysieren bzw. zur Kenntnis zu nehmen. Dazu gehören zweifellos Armut, Unterdrückung, Unterentwicklung, Arbeitslosigkeit und die uns alle bedrohenden Umweltprobleme. Diese Analysen, die in unzähligen Studien, u. a. seitens der UNO, vorliegen, müssen in die künftigen politischen Entscheidungen eingehen. Wenn nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI täglich 30-40.000 Kinder an Hunger sterben, dann bedeutet doch die Verschwendung von Ressourcen für immer weitere und teurere Rüstung und die steigenden Rüstungsexporte nichts anderes als Krieg gegen die Hungernden und die Armen dieser Erde. Dieser Krieg kann nicht mit Waffen gewonnen werden. Ein Sieg über den Terror kann nur durch Prävention und weltweite Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und humanitäre Hilfe errungen werden.

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11.9.2001
erste
Reaktionen
Uns ermutigen die Reaktionen und Aussagen vieler Kinder und Jugendlicher aus Amerika und Europa, die bei aller Betroffenheit der alttestamentarischen Rache und der Gegengewalt eine Absage erteilen. Wir appellieren in tiefer Sorge um den Weltfrieden und aus besorgten Herzen an die Mitglieder der Bundesregierung und an alle Mitglieder des Deutschen Bundestages, sich nicht in eine militärische Vergeltungsstrategie einbeziehen zu lassen. Setzen Sie sich mit all Ihrer Entscheidungskraft für eine gerechtere Weltordnung ein, damit Globalisierung ein humanes Antlitz bekommt.

Kontakt: NaturwissenschaftlerInnen-Initiative "Verantwortung für Friedens- und Zukunftsfähigkeit" - Redaktion BEITRAEGE -, Gutenbergstr. 31, 44139 Dortmund, Tel.: 0231/575202, Fax: 0231/575210



E-Mail:   ines_nat@t-online.de
Internet: http://www.natwiss.de
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