Netzwerk Friedenskooperative



11.9.2001
erste
Reaktionen


vom:
19.09.2001


 vorheriger

 nächster
 Artikel

Terroranschläge 11.9. - erste Reaktionen:

  Stellungnahmen / Aufrufe

Wir sagen Nein!

Friedenskoordination Berlin

Erklärung von Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen der Berliner Friedensbewegung, die in der Friedenskoordination Berlin (FRIKO) zusammenarbeiten, zu den Anschlägen in den USA

17. September 2001

Das opferreichste terroristische Attentat, das die Welt je erlebte, bestärkt uns als Friedensbewegung in der Ablehnung jeglicher Form der Gewaltpolitik.

Wir betrauern alle unschuldigen Opfer. Wir betrauern die Geiseln in den entführten Flugzeugen, ebenso wie die Zivilisten, die als sogenannte Kollateralschäden der Bombardements Jugoslawiens starben. Wir betrauern die Beschäftigten, Besucher und Rettungsmannschaften in den Gebäuden des World Trade Centers in New York genauso wie die verhungernden Kinder im Irak. Für uns gibt es keine Rangfolge der Opfer, ein jedes gemordete Menschenleben ist eins zu viel.

Aber während die Opfer der Attentate noch geborgen werden, eine große Zahl von Verletzten noch lange behandelt werden wird, die Trauer vieler Angehöriger erst begonnen hat, überschwemmt der Wunsch der Verantwortlichen der USA, die Taten zum Anlaß militärischer Racheakte zu nehmen, vielfach das Wissen darum, daß ein friedliches Miteinander nicht durch Waffengewalt erreicht werden wird.

Mit den Angehörigen gemeinsam trauern und den Schock der Verbrechen zu verarbeiten bedingt auch, statt einer Hysterie weltweiter Lynchjustiz, für Rechtssicherheit und freie Lebensgestaltung aller sogenannten Minderheiten einzutreten.

Wir stehen vor der Situation, daß die durch Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg gezeichnete Welt in eine Phase einer neuen Gewaltspirale gelangt.

Wenn die USA nun davon ausgehen, gemeinsam mit ihren Verbündeten weltweit Krieg durch unmittelbare Kampfhandlungen gegen alle diejenigen führen zu müssen, von denen sie behaupten, daß sie solche Terrorakte versuchen könnten, dann sind in weiten Teilen der Welt eine ungeheure Zahl von Menschen der Gefahr ausgesetzt, nun ebenfalls unschuldige Opfer zu werden. Wenn Politik mit dem Ansatz formuliert wird, die Verantwortlichen "zur Strecke zu bringen", dann müssen alle friedliebenden Menschen zutiefst besorgt sein.

 zum Anfang


11.9.2001
erste
Reaktionen
Da mag es manche freuen, daß womöglich das blutige Unterdrückungsregime der auch von den USA ausgebildeten Taliban angegriffen, und womöglich die Unterstützung der UCK-Terroristen eingestellt werden wird. Jede dieser Vorstellungen bedeutet jedoch, daß ein permanenter Krieg in Form militärischer Besetzungen vorstellbar geworden ist.

Wenn neben die weltweite Unterdrückung und Ausbeutung nun auch noch die permanente militä-rische Intervention tritt, dann sind die Opfer von New York nur der Beginn einer aussichtslosen und blutigen Entwicklung, die nur gestoppt werden kann, wenn gerade in den Industriestaaten ein deutliches Nein zu jeder militärischen Intervention formuliert wird. Gegen Terrorismus und Aktionen blinder Gewalt gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Eine Politik, die den Terrorismus wirksam bekämpfen und eindämmen will, muß ihm den sozialen, poli-tischen und ideologischen Nährboden entziehen, in dem er gedeiht. Ein Klima des Hasses und der Intoleranz und eine Politik, die Gewalt mit Gegengewalt und Gegengewalt mit neuer Gewalt beantwortet, bereiten auch den Boden für Terrorakte, deren Grausamkeit sich jeder menschlichen Vorstellungskraft entziehen.

Wie groß die Gefahr ist, daß eine nationalistische Formierung der Industriestaaten nach innen erfolgt, erleben wir in diesen Tagen. Indem eine Bedrohung durch den "barbarischen Rest der Welt" beschworenen wird, wird ein permanenter Schrecken erzeugt. Die sich als "zivilisiert" bezeichnenden Industrie-staaten drohen die Menschheit vollständig zu militarisieren.

Wir sagen "Nein!" zu militärischen Einsätzen weltweit.

Für das friedliche Zusammenleben aller Menschen weltweit, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft und ihren religiösen Überzeugungen!



E-Mail:   friekomail@freenet.de
Internet: http://www.friko-berlin.de
 zum Anfang

 vorheriger

 nächster
  
Artikel

       
Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema
Macht, Globalisg.,"Kampf der Kulturen?"
ff4/2000: Krieg in der DR Kongo
Terror: IPPNW
Terror: IMI
Terror: GfbV
Terror: IAF
Terror: Hintergrund G. Piper

Bereich

 Themen 

Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
         
Netzwerk   F-Forum  Termine  Jugo-Hilfe Aktuell