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Die Türkei stellt aufwendiges Rüstungsprogarmm vor
31 Milliarden Dollar zur Modernisierung der Streitkräfte bis zum Jahr 2007 geplant Bc. Ankara, 13. April. Die Türkei wird nach Angaben von Verteidigungsminister Tayan in den kommenden zehn Jahren 31 Milliarden Dollar für die Modernisierung ihrer Streitkräfte aufwenden. Zu den geplanten Großprojekten für den Zeitraum bis zum Jahr 2007 gehört die Beschaffung einer großen Zahl von Kampfpanzern, von mehr als hundert Hubschraubern, vier AWACS-Flugzeufen zur Radarüberwachung aus der Luft, Raketen und Flügkörpern sowie elektronischen Kommunikations- und Informationssystemen. Um die einheimische Rüstuungsindustrie zu stärken, soll ein möglichst großer Teil der Waffen und der Ausrüstung in der Türkei hergestellt werden. Wo ein Technologietransfer nötig ist, wird die Zusammenarbeit mit internationalen Rüstungsunternehmen angestrebt. Er wolle aber auch die private Industrie in der Türkei für eine Beteiligung an einzelnen Projekten und eine Kooperation mit der in den Händen des Staates liegenden Rüstungsindustrie interessieren, sagte Tayan bei der Vorstellung des Progarmmes am Freitag. Die Türkei hatte nach dem amerikanischen Waffenembargo imj Zusammenhang mit der türkischen Intervention in Zypern 1974 die Vorraussetzungen für eine eigene Rüstungsproduktion geschaffen. Ziel des Generalstabes ist der Aufbau einer möglichst "autarken Rüstungsindustrie". Derzeit werden 21 Prozent des Bedarfs der türkischen Streitkräfte an Waffen, Material und Ersatzteilen aus eigener Herstellung gedeckt. Die staatliche Rüstungsindustrie hat bisher mehr als tausend Schützenpanzer und - im Rahmen einres Kooperationsvertrages mit der amerikanischen Firma Lockhhed - den größten Teil von insgesamt 240 Kampfflugzeugen des Typs F-16 produziert. Die Modernisierung von 54 F-4 (Phantom), vor allem die Ausstattung mit moderner Elektronik, wird derzeit, nach der Unterzeichnung eines Abkommens über militärische Zusammenarbeit, in Israel vorgenommen. Der Verteidigungsminster bekräftigte jetzt noch einmal, daß die Türkei ihren Rüstungsbedarf nicht nur möglichst weitgehend aus eigener Produktion decken, sondern zunehmend auch Waffen und Material exportieren wolle. F-16 aus trükischer Produktion, zum Beispiel, werden auch an Ägypten geliefert. Kern des Modernisierungsprogramms für die Landstreitkräfte ist die Herstellung von zunächst 800 Kampfpanzern in der Türkei. das auf 4,5 Milliarden Dollar veranschlagte Projekte sieht nach Berichten türkischer Zeitungen vor, daß mehrere türkische Firmen aufgefordert werden, sich einen ausländischen Partner zu suchen und ein Angebot zu unterbreiten. Der Stellvertretende Generalstabschef, Bir, besuchte in vergangenen Woche den Hersteller des französischen Panzers Leclerc in Rouen; in Krüze will er sich angeblich auch mit anderen Typen - dem amerikanischen M 1, dem britischen Challenger II, dem deutschen Leopard II, dem russischen T-80 und dem israelischen Merkava - vertraut machen. Auf längere Frist ist die Produktion von mindestens 2.500 Panzern oder, nach anderen Zahlen, sogar mehr als 3.500 Panzern geplant. Die türkischen Landstreitkräfte haben derzeit, nachj Angaben des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London, mehr als 4.200 Panzern, darunter etwa vierhundert des Typs Leopard I und knapp eintausend des Typs M-60; mehr als 2.800 Panzer des Modells M-48 müssen jedoch als veraltet gelten. Die Ausschreibungen für die 4 AWACS-Flugzeuge werden in wenigen Moanten erwartet. Nach einem Bericht des Generalstabs werden für die Modernisierung der türkischen Streitkräfte in den kommenden 25 bis 30 Jahren insgesamt etwa 150 Milliarden Dollar benötigt. Mit etwa 700.000 Mann - einschließlich der in Friedenszeiten dem Innenministerium unterstehenden Truppen der Jandarma (Gendarmerie) - unterhält die Türkei die zweitsträrkste militärische Streimacht der Nordatlantischen Allianz. Die Regierung Griechenlands hatte, unter Hinweis auf die angeblich von dem Nato-Oartner Türkei ausgehende Bedrohung, im November vergangenen Jahres ein Modernisierungsprogramm für die Streikräfte bis zum Jahr 2007 beschlossen; es soll 17 Milliarden Dollar - gut die Hälfte der geplanten türkischen Aufwendungen - kosten.
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