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Bombodrom Wittstock/ FREIe HEIDe vom: Mai 1997 | Bombodrom Wittstock/FREIe HEIDe: Ganz Gallien? Mani Stenner Vielleicht hätte Verteidigungsminister Rühe bei den Versprechungen bleiben sollen, keine Militärstandorte der früheren Sowjetarmee in den neuen Bundesländern für die Bundeswehr zu übernehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er sich am zähen Widerstand der Bürgerinitiativen im Kreis Ostprignitz-Ruppin die Zähne ausbeißt - wenn wir alle noch ein bißchen helfen! Dabei muß man mit unterdrücktem Zorn konzidieren, daß sich Rühe und die Bundesregierung bisher bei der politischen Durchsetzung der Erweiterung der Bundeswehraufträge hin zur militärischen Absicherung einer immer offener agierenden deutschen Machtpolitik nicht ungeschickt angestellt haben. Wir haben uns ja fast schon an deutsche Truppen bei allen möglichen Einsätzen im Ausland gewöhnt. Doch war es ein langer und in Salamitaktik geschickt angelegter Weg, der vom parteiübergreifenden Konsens einer Beschränkung auf reine Landesverteidigung zu einer neuen Bundeswehr für interessengeleitete Einsätze in aller Welt bis zur Ausweitung des westlichen Militärbündnisses NATO auf das Gebiet des ehemaligen Ostblocks führt. Jetzt wird ungeniert das Recht des Stärkeren exekutiert. Friedensgruppen hatten vor diesen Weiterungen schon gewarnt, als über nach außen immer streng humanitär begründete Missionen der Bundeswehr (Sanitätssoldaten in Kambodscha, die "Engel von Phnom Pen", Minensuchboote im Persischen Golf, der mißglückte Einsatz in Somalia und die verschiedenen Beteiligungen im ehemaligen Jugoslawien) dieser Weg eingeleitet wurde. Jetzt ist es so weit, daß gar ein Teil der Bündnisgrünen diesen Weg in die Sackgasse militärischer Machtpolitik mit einem eigenen Antragsentwurf pro NATO-Osterweiterung absegnet. Aber noch ist nicht ganz Gallien vom Imperium besiegt. Gerade in den neuen Bundesländern gibt es weniger Lethargie und Resignation vor der Arroganz der Macht, als sich Rühe und die Bundeswehrstrategen das vorgestellt haben. Menschen, die im Kalten Krieg unter massiver sowjetischer Militärpräsenz viel aushalten mußten, wollen sich jetzt von der Bundeswehr nicht ähnlichen Bombenabwurfs-, Truppenübungs- und Tiefflugterror gefallen lassen. Sie wollen ihre Heimat aufbauen und vor Zerstörung bewahren. Sie handeln nicht nach dem St. Florians-Prinzip, sondern sie protestieren auch dagegen, wozu in ihrer Heimat Krieg geübt werden soll. Sie haben dabei ähnliche Probleme wie die aktiven Friedensgruppen überall, zu viel Arbeit für zuwenig Aktive, ein scheinbar übermächtiger Gegner, massive Geldsorgen und die stete Mühsal, politisch, insbesondere durch Verankerung in der öffentlichen Meinung in der Region, Oberwasser zu behalten. |
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Bombodrom Wittstock/ FREIe HEIDe | Das Bombodrom Wittstocker Heide steht nicht nur für regionale Umwelt- und Entwicklungszerstörung, sondern ist eindringliches Beispiel für die Vorbereitungen und Übungen der BW/Luftwaffe für künftige out-of-area-Kampfeinsätze. Der Widerstand an den äStationierungsorten", wo die offensive Orientierung am sichtbarsten ist, ist für alle in der Friedensbewegung Engagierten von höchster Bedeutung. Es wäre wirklich nicht nur symbolisch, wenn es uns in der FREIen HEIDe gelänge, dem Militär den Boden zu entziehen. Manfred Stenner ist Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org | ||
Artikel | Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema FF 6/97 - FREIe HEIDe Wittstock als Focus der Friedensbewegung Wittstock PM-B90/Die Grünen Wittstock geht uns alle an Wittstock unterstützen Wittstock - Das Lied der FREIen HEIDe |
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