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Bombodrom Wittstock/
FREIe HEIDe


vom:
Juni 2000


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Bombodrom Wittstock/FREIe HEIDe:

  Pressestimmen

Aus: Neues Deutschland 06.06.2000, Seite 1

Protestwanderung: FREIe HEIDe mit Mahnsäule am Bundestag

Neues Deutschland

Gespräche mit SPD-Abgeordneten in Berlin

Berlin (ND-Heilig). Ihren Protest gegen die Weiternutzung des ehemaligen sowjetischen Bombodroms bei Wittstock durch die Bundeswehr brachten Mitglieder der örtlichen Bürgerbewegung FREIe HEIDe gestern bis vor die Tore des Bundestages nach Berlin. Sie übergaben Vertretern der SPD-Fraktion eine Mahnsäule. Parlamentspräsident Wolfgang Thierse war nicht - wie ursprünglich geplant - anwesend. Die Säule soll im Tiergarten aufgestellt werden. Der Sprecher der Bürgerinitiative, Pfarrer Benedikt Schirge, erinnerte daran, dass SPD wie Bündnisgrüne sich vor der Regierungsübernahme noch für eine »Zivilisierung« des 142 Quadratkilometer-Areals nördlich der Hauptstadt ausgesprochen hatten.

Am Nachmittag sprachen Vertreter der Bürgerinitiative mit den SPD-Abgeordneten Sabine Kaspereit und Ernst Bahr, die der Initiative Unterstützung zusagten, jedoch auf juristische Probleme hinwiesen. Die Aktivisten der FREIen HEIDe waren seit Freitag unterwegs und sammelten hunderte Unterschriften.

Siehe auch Kommentar Seite 8



(Seite 8)

Unterschriften gegen Bombodrom:

Geduldig

Von Wolfgang Hübner

Papier ist bekanntlich geduldig. Ins schier Unermessliche kann der Geduldsfaktor steigen, wenn es sich bei dem Papier um einen Parteitagsbeschluss handelt. Sowohl SPD als auch Grüne hatten dereinst beschlossen, dass der im Brandenburgischen liegende, Truppenübungsplatz Wittstocker Heide nach jahrzehntelanger militärischer Besetzung wieder zivil genutzt werden soll. Damals allerdings waren beide Parteien noch in der Opposition, und der damalige SPD-Fraktionschef Scharping erfreute die Initiative Freie Heide mit flotten Sprüchen. In der Koalitionsvereinbarung kommt die Sache schon nicht mehr vor; wahrscheinlich waren sich SPD und Grüne plötzlich ihrer Verantwortung bewusst geli?orden. Heute ist Scharping Militärminister; hat für die Bundeswehr eine weltumspannende Wsion und kann einen Übungs- und Bombenabwurfplatz sehr gut gebrauchen.

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Bombodrom Wittstock/
FREIe HEIDe
Ob die Unterschriften helfen, die die Initiative Freie Heide gestern im Bundestag ablieferte, bleibt abzuwarten; und die Justiz, bei der es die Freie Heide ebenfalls versucht, ist mindestens eben so geduldig wie das Papier. Das Verfahren der Initiative gegen die Bundeswehr kann Scharping noch jahrelang locker aussitzen, denn die bisher angefallenen 300.000 Mark Gerichtskosten sind ein Fliegendreck im Militärhaushalt. Für die Freie Heide dagegen sind sie jetzt schon die wohl höchste Hürde.



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