Solidaritätskundgebung „All eyes on Gaza“ am 27.09.2025 in Berlin
Kundgebung "All eyes on Gaza"
Kundgebung "All eyes on Gaza"

Am vergangenen Samstag setzten in Berlin über 100.000 Menschen ein nicht zu übersehendes Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Gaza. Aus ganz Deutschland waren Menschen angereist und trugen dazu bei, dass die Kundgebung zur bisher größten Solidaritätskundgebung in Deutschland für die palästinensische Bevölkerung in Gaza wurde.

Der friedliche Prostet richtete sich u.a. mit der Forderung an die Bundesregierung, jegliche militärische Kooperation mit Israel einzustellen, also Import, Export und auch Transit von Waffen, Munition und anderen Rüstungsgütern. Des Weiteren wurde der ungehinderte Zugang zu humanitärer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen gefordert, ein Waffenstillstand, ein Ende des Krieges in Gaza sowie die Freilassung der Geiseln.

Im Zentrum der fünfstündigen Veranstaltung standen politische Reden, die u.a. die Kriegsverbrechen der israelischen Armee in Gaza thematisierten, die unterstützende Rolle der deutschen Bundesregierung dabei anprangerten und die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts der palästinensischen Bevölkerung einforderten. Elf Musiker:innen und Bands, darunter K.I.Z., Aya Samra, Ebow und Pashanim zeigten sich solidarisch mit ihren musikalischen Beiträgen.

Basem Said, Initiator der Großkundgebung und Aktivist in der palästinensischen Community in Berlin, sagt: „Gemeinsam haben wir ein historisches Zeichen der Solidarität und gegen den Genozid gesetzt. Der heutige Tag ist für uns ein voller Erfolg und dennoch sind wir weiterhin erfüllt von Schmerz und Wut angesichts des fortgesetzten Genozids gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza wie auch im Westjordanland. Ohne die unzähligen, immens wichtigen Demonstrationen der vergangenen zwei Jahre und ohne die breite, unverzichtbare Menschenrechtsarbeit wäre dieser Tag nicht möglich gewesen. Doch wir dürfen uns mit diesem Minimum nicht zufriedengeben: Unser Protest wird weitergehen, so lange es nötig ist.“

Iman Abu El Qomsan, Initiatorin der Großkundgebung, die mehr als 80 Familienmitglieder in Gaza verloren hat, sagt: „Es war überwältigend, auf der Bühne vor einer so großen Menge zu stehen, die Anteilnahme gezeigt hat an dem Leid meiner Familie und dem aller Menschen in Gaza. Die Bundesregierung, allen voran Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul, muss endlich gegen dieses grenzenlose und massenhafte Morden einstehen und sich für die Menschlichkeit entscheiden. Der Hass und der Rassismus gegenüber uns Palästinenser:innen muss aufhören und zwar sofort!“

Annegret Krüger vom Netzwerk Friedenskooperative, die an den Vorbereitungen der Veranstaltung mitgewirkt hat und auch vor Ort war, zeigt sich ebenfalls beeindruckt von der großen Anzahl an Menschen, die teils zum ersten Mal an einer Kundgebung zu diesem Thema teilnahmen. Sie sagt weiter: „Es ist und bleibt wichtig, nicht wegzuschauen, was in Gaza passiert. Völkerrecht muss für alle gleich gelten. Es muss endlich Schluss sein mit den Doppelstandards. Daher fordern wir, dass internationale Gerichtsbarkeit ohne Einschränkungen umgesetzt wird.“

 

Eine Auswahl an Fotos von der Veranstaltung ist hier zu finden:  https://www.flickr.com/photos/friekoop/albums/72177720329329771/

 

Zum Hintergrund
„All Eyes on Gaza – Stoppt den Genozid!“ wurde initiiert von Amal Hamad (Vorsitzende Deutsch-Palästinensischer Frauenverein), Basem Said (Pädagoge und Aktivist in der palästinensischen Community in Berlin), Iman Abu El Qomsan (Ingenieurin, hat mehr als 80 Familienmitglieder in Gaza verloren), Jules El-Khatib (Hochschuldozent, hat mehr als 20 Familienmitglieder in Gaza verloren) und Michael Barenboim (Musiker).

Die Organisation und Durchführung von Bühne, Technik und Booking übernahmen Royalbunker, Book of RAW und Rave against the Zaun. Folgende Musiker:innen und Bands standen, in dieser Reihenfolge, auf der Bühne: Ali Bumayé, RAM Band, OG Lu, Massiv, PTK, Ebow, Aya Samra, Antifuchs, Ski Aggu, Caren, Pashanim, K.I.Z..

Veranstaltet wurde die Kundgebung von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland, eye4palestine, medico international und Amnesty International. Über 50 weitere Organisationen und Initiativen sowie Dutzende prominente Einzelpersonen aus dem deutschen und internationalen Wissenschafts- und Kulturbereich haben die Veranstaltung unterstützt. Die komplette Auflistung findet sich unter https://all-eyes-on-gaza.de/