Die neue Ausgabe unseres Magazins ist erschienen und behandelt das Thema "Aufrüstung und Militarisierung". Gerne schicken wir dir ein kostenfreies Probeheft zu.
Wenn wir an das letzte Jahr zurückdenken, denken wir vor allem an diese positiven Momente zurück: 100.000 Menschen, die für Gaza auf die Straße gehen. Deutlich mehr Menschen bei den Ostermärschen als in den Jahren zuvor. Tausende Menschen für Frieden in Stuttgart und Berlin. Das waren echte Lichtblicke in diesen oft düsteren Zeiten! Wie wir uns bei diesen und weiteren Aktivitäten eingebracht haben, davon wollen wir dir in diesem 20. Bericht ausführlich berichten und ein Schlaglicht auf unsere spannendsten Projekte und Aktivitäten werfen. Wir, dass sind die Friedensarbeiter*innen Annegret, Marvin und Philipp vom Netzwerk Friedenskooperative.
Unsere Arbeit wäre ohne euch Paten und Patinnen nicht möglich, weshalb wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei euch bedanken möchten!
Wir wünschen angeregtes Lesen und bestellen friedensbewegte Grüße
Marvin, Annegret und Philipp
+++ 20. Patenschaftsbericht vom 23. Januar 2026 +++
Friedensarbeiterin Annegret erinnert, mahnt und plant
Das Jahr 2025 startete zunächst mit den Vorbereitungen für die vorgezogene Bundestagswahl. Ich organisierte im Vorfeld der Wahl ein gut besuchtes Online-Gespräch mit Simon Bödecker (Ohne Rüstung Leben), bei dem wir den Wahlprogrammen einen friedenspolitischen Check durchführten.
Mein Herzensprojekt – der „Friedensweg Bonn“, das ich im Jahr 2023 gemeinsam mit dem Frauennetzwerk für Frieden e.V. entwickelt habe, – erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und gewinnt stetig an Bekanntheit. In diesem Jahr wurden wir für insgesamt fünf Führungen angefragt, von denen wir vier wahrnehmen konnten. Alle weiteren Infos zu diesem Projekt finden sich unter www.friedensweg-bonn.de.
In diesem Jahr nahmen wir uns außerdem ein neues Teilprojekt vor : den Friedensweg für Familien mit Kindern zwischen 8 und 12 Jahren anzubieten. Dies bedeutete, dass wir den Friedensweg ganz neu und kindgerecht konzipieren mussten. Im Rahmen der Bonner Friedenstage und der Bonner SDG-Tage 2025 sowie in Kooperation mit dem Bonner Netzwerk für Entwicklung sollte dieses neue Projekt im September 2025 unter dem Titel „Komm, wir entdecken Frieden in unserer Stadt!“ eingeweiht werden; die Veranstaltung musste jedoch leider u. a. aufgrund des schlechten Wetters kurzfristig abgesagt werden. Das Projekt ist aber nur verschoben und soll im Jahr 2026 erneut angegangen werden.

Das Jahr 2025 stand für die Friedensbewegung ganz im Zeichen der Erinnerung: 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki gedachten Menschen weltweit der Opfer und falteten Zehntausende Origami-Kraniche – auch in Deutschland. Als Teil des Bündnisses „Sadakos Kraniche“ haben wir in unserem Büro 100.000 Origami-Kraniche gesammelt, die wir dann in 18 Kartons nach Hiroshima geschickt haben. Dort werden die Kraniche am Friedensdenkmal für Kinder im Friedenspark in Hiroshima aufgehängt. An dieser wichtigen Aktion war ich für das Netzwerk Friedenskooperative maßgeblich beteiligt.
Im Herbst war ich sehr mit den Planungen und der Organisation einer Großdemo beschäftigt, was sich auszahlte: Am 27.09. kamen 100.000 Menschen für Gaza auf die Straßen Berlins. Mit der Kundgebung „All eyes on Gaza“ haben wir ein großes Zeichen der Solidarität von Berlin nach Gaza gesendet, wobei u. a. ein Ende des Genozids, ein Waffenstillstand, ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an Israel, die Freilassung der Geiseln und einen ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe für die Menschen in Gaza gefordert wurden. Gemeinsam mit unterschiedlichen Kooperationspartner*innen haben wir eine der größten Demonstrationen zum Thema Gaza in Deutschland organisiert.

Friedensarbeiter Philipp initiiert, unterstützt und organisiert mehr Bewegung
Die Hälfte des Bundeshaushaltes für Rüstung ausgeben? Für die Bundesregierung ist das kein Problem, für uns und viele andere Menschen durchaus! Das Thema Abrüstung war im vergangenen Jahr zentrales Thema für mich, meine Kolleg*innen und die Bewegung. So versuchten wir mit einer Protest-Mail, an der sich Tausende von Menschen beteiligten, und einer kleinen Aktion vor dem Bundestag den „Blankocheck“ für Aufrüstung bzw. die Lockerung der Schuldenbremsen für Verteidigungsausgaben noch zu verhindern. Bekanntlich blieb der Erfolg aus. Jedoch initiierte ich daraufhin gemeinsam mit anderen Organisationen der Bewegung den Abrüstungsappell „Nicht mit mir“, der bis Jahresende von über 10.000 Menschen unterzeichnet wurde und den Protest gegen die geplante Aufrüstung weiter vorantreiben soll.
Ein toller Erfolg waren 2025 die Ostermärsche. Wie wir im Nachgang feststellen konnten waren 2025 deutlich mehr Menschen bei den Aktionen dabei als in den Vorjahren. Das stimmt optimistisch, dass die Bewegung und die Ostermärsche weiter Zuwachs bekommen. Angesichts der schrecklichen Kriege in der Ukraine und in Gaza sowie der Politik der Kriegstüchtigkeit ist dies auch dringend nötig und wir sind optimistisch, dass sich dieser Erfolg auch 2026 wiederholen lässt. Der Anteil der Friedenskooperative ist dabei nicht zu unterschätzen, denn mit unserem großen Informationsangebot, Material und unseren Zeitungsanzeigen konnten wir dazu beitragen, dass die Ostermärsche in den vergangenen Jahren wieder Zuwachs erfahren haben. Wie jedes Jahr war dies mit sehr viel Arbeit verbunden, die sich aber letztendlich mehr als auszahlt.
Ein weiteres Highlight waren für mich die beiden Friedensdemos in Berlin und Stuttgart am 3. Oktober, zu deren Durchführung ich als Mitglied im bundesweiten Vorbereitungskreis beitragen konnte. Wie die Ostermärsche zeigten die beiden Demos mit mehreren Zehntausend Teilnehmer*innen, dass die Friedensbewegung Zulauf erfährt und sich mehr und mehr Menschen gegen die Politik der Kriegstüchtigkeit stellen. Insbesondere konnte ich die Demo mit dem Aufbau und der Betreuung der zentralen Website für die Demos unterstützen. Vor allem die Bündnisarbeit im Vorfeld war herausfordernd, aber schließlich haben sich die Mühen gelohnt.
Auch bei uns im Büro gibt es erfreulich Nachrichten, denn wir konnten durch die großartige Unterstützung vieler neuer Spender*innen unsere Strukturen ausbauen. Um die stetig steigenden Anforderungen an unsere Buchhaltung aufzufangen, arbeitet seit 1. November 2025 unsere neue Kollegin Abeer Ammoura für uns. Dieser Schritt war unumgänglich geworden, denn durch unsere gesteigerten Aktivitäten brauchten wir in diesem Bereich dringend hauptamtliche Verstärkung. Nun sind wir in diesem Bereich erst einmal sehr gut aufgestellt für die Zukunft und auch ich habe dadurch Kapazitäten für mehr Bewegungsarbeit gewonnen.
Friedensarbeiter Marvin treibt den Protest gegen die Mittelstreckenwaffen voran
Für mich stand der Protest gegen Mittelstreckenwaffen im Jahr 2025 im Zentrum meiner Arbeit. Im Rahmen der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ konnte dazu im vergangenen Jahr eine Menge auf die Beine gestellt werden. So konnte zu Beginn des Jahres im Vorfeld der Wahl ein Offener Brief an die Kandidierenden für den Bundestag veröffentlicht werden.
Angefangen bei einem Offenen Brief der von mehr als 30 namhaften Erstunterzeichner*innen unterstützt wurde und auf großes Medienecho stieß. Im März unterstützte die Kampagne die große Demo gegen Mittelstreckenwaffen in Wiesbaden. Anlässlich des SPD-Parteitages Ende Juni in Berlin unterstützte ich Aktive aus Berlin, die mit einer Protestaktion ihren Dank an diejenigen SPD-Mitglieder aussprachen, welche das „Friedensmanifest“ veröffentlichten, ausdrückten. Bei all diesen Aktionen unterstützte ich die Kampagne, indem ich für Social Media Begleitung sorgte, mich um die Verbreitung aller wichtigen Infos auf der Website www.friedensfaehig.de kümmerte und die Aktiven mit Bannern und Infomaterialien für die Aktionen versorgt wurden.

Im Herbst 2025 starteten wir darüber hinaus die Postkarten-/Online-Aktion „Für eine Zukunft in Frieden – nicht im Bunker!“. Mit dieser wenden wir uns an Verteidigungsminister Boris Pistorius und fordern ihn auf, vom Kauf der für die US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen benötigten Startsysteme Abstand zu nehmen und sich für ein Europa ohne Atomwaffen einzusetzen. Übrigens: Noch bis Ende Januar kannst du hier an der Aktion über unsere Plattform „Lobbying4Peace“ teilnehmen!
Eine große Baustelle beim Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ konnte ich im vergangenen Jahr im Mai fertigstellen: Dort konnte die Website des Aktionsbündnisses ge-relaunched werden. Jetzt verfügt dieses wichtige Bündnis für die Arbeit für eine atomwaffenfreie Welt endlich wieder über eine angemessene Website.
Zum Abschluss des Jahres hat mir die Unterstützung des bundesweiten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht große Freude bereitet und jede Menge Motivation für 2026 mitgegeben. Mir war es wichtig, möglichst viele Friedensbewegte dazu zu bewegen, zu den Schulstreiks zu kommen und ihre Unterstützung für die Schüler*innen, die sich gegen den Dienst an der Waffe stark machen, auszudrücken. Dazu haben wir auf der Website der Friedenskooperative alle Termine der Schulstreiks für Menschen zugänglich gemacht, die nicht auf den Kanälen der jungen Leute unterwegs sind. Ganz konkret beteiligte ich mich am 4. Dezember am Schulstreik in Frankfurt. Hier findest du meine Eindrücke vom Tag!
Ausblick und Dank
Wir hoffen, dass du uns auch im neuen Jahr unterstützt! Die aktuellen Entwicklungen sind dramatisch und auch wir kommen oft nicht mehr hinterher bei der Vielzahl an wichtigen friedenspolitischen Themen und Herausforderungen die gefühlt täglich neu aufkommen. Die aktuelle Weltlage macht eins deutlich: Friedensarbeit und eine starke Bewegung sind extrem wichtig und nötig! Denn ohne Frieden ist alles nichts. Deswegen ist deine Unterstützung ganz besonders wichtig und unser Dank für deine Unterstützung groß!