Pressemitteilung des Netzwerk Friedenskooperative vom 02.04.2025

Die Ostermärsche in NRW starten am Karfreitag in Gronau und Gütersloh. Mit Demonstrationen, Kundgebungen, Lesungen und weiteren Aktionsformen wird die Friedensbewegung auch 2026 ihre Themen in die Öffentlichkeit bringen. Bei den insgesamt 19 Ostermärschen in NRW werden die Kriege in Nahost und der Golf-Region, in der Ukraine, der Protest gegen Aufrüstung und die Reaktivierung der Wehrpflicht im Fokus stehen. Bundesweit finden rund um Ostern mehr als 100 Ostermärsche statt.

„Wir gehen davon aus, dass sich angesichts der bedrohlichen Weltlage in diesem Jahr mehr Menschen an den Aktionen der Friedensbewegung beteiligen werden. Insbesondere der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels gegen den Iran treibt aktuell viele Menschen um“, so Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. Das Netzwerk Friedenskooperative warnt davor, bei der Beurteilung von Kriegen mit zweierlei Maß zu messen. „Wir fordern von der Bundesregierung, die Völkerrechtswidrigkeit dieses Krieges endlich genauso klar zu benennen wie beim russischen Angriff auf die Ukraine. Zudem muss sie die USA und Israel dazu auffordern, den Krieg zu beenden, und jegliche militärische Unterstützung einstellen“, so Golla weiter.

Sowohl der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages als auch Bundespräsident Steinmeier haben die Völkerrechtswidrigkeit des Kriegs gegen den Iran bestätigt. Ein Beispiel könne sich die Bundesregierung an Spanien nehmen. Das Land hat seinen Luftraum für US-Flugzeuge gesperrt, die in den Krieg gegen den Iran involviert sind. Denn der Wissenschaftliche Dienst erklärt weiter, dass die Nutzung der US-Militärbasen in Deutschland als Beihilfe nicht ausgeschlossen werden kann.

Ablauf der Ostermärsche 2026 in NRW
Den Auftakt der NRW-Ostermärsche machen am Karfreitag eine Kundgebung in Gütersloh und der Ostermarsch in Gronau, bei dem unter dem Motto „Frieden und Energiewende statt atomares Wettrüsten und Uranmüll!“ protestiert wird. Hauptaktionstag wird dann der Karsamstag mit 13 Ostermärschen in NRW sein. Neben den Ostermärschen in Bonn, Bielefeld, Düsseldorf und Münster, finden an diesem Tag in Köln, Duisburg, Wuppertal, Neuss und Düren Auftaktveranstaltungen des Ostermarsches Rhein-Ruhr statt. Am Ostersonntag gibt es weitere Stationen des Ostermarsches Rhein-Ruhr in Essen, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne und Bochum. Den Abschluss der Ostermärsche in NRW machen am Ostermontag die Ostermärsche in Dülmen, Krefeld und Dortmund. Hier beim Abschluss des Ostermarsches Rhein-Ruhr in Dortmund lautet das Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gegen Wehrpflicht und Militarisierung! Keine neuen Mittelstreckenwaffen in unserem Land!“. Ebenfalls am Ostermontag organisiert die Greenpeace-Gruppe Köln eine gemeinsame Anfahrt zum Ostermarsch im rheinland-pfälzischen Büchel, dem Stationierungsort der US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland. In Krefeld findet am Ostermontag eine Lesung zur Geschichte des Ostermarsches statt.

Hinweis: Bitte beachten Sie zur Vermeidung von Fehlern bzgl. der Rolle des Netzwerk Friedenskooperative bei den Ostermärschen unser Presse-FAQ. Die Ostermärsche werden in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert. Nicht das Netzwerk Friedenskooperative organisiert die Ostermärsche in den Städten, sondern die Veranstalter*innen vor Ort. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt diese Informationen der Ostermarsch-Veranstalter*innen gesammelt zur Verfügung. In den lokalen Aufrufen gibt es häufig diverse eigene Themen und Forderungen sowie unterschiedliche Schwerpunktsetzungen.

Themen der Ostermärsche 2026
Die Ostermärsche stehen 2026 unter dem Eindruck der weltweiten Kriege, welche nach wie vor in der Ukraine, seit Februar dieses Jahres im Iran und darüber hinaus, sowie in Gaza, Sudan, DR Kongo und weiteren Ländern herrschen. Die Friedensbewegung fordert von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung der Kriege, eine Stärkung des Völkerrechts und Einsatz für die Leidtragenden der Kriege. Scharfe Kritik der Friedensbewegung wird an der selektiven Auslegung des Völkerrechts durch die Bundesregierung geübt. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ebenso ein Verstoß gegen das Völkerrecht wie die jüngsten Angriffe der USA und Israels gegen den Iran oder der Angriff der USA auf Venezuela zu Jahresbeginn.

Des Weiteren steht die massive Aufrüstung Deutschlands und weltweit bei den Ostermärschen in der Kritik. Das gefährliche Wettrüsten birgt ein großes Eskalationspotential und verschlingt immense Ressourcen, die dringend für Bereiche wie Klimaschutz, Bildung, Soziales und das Gesundheitswesen benötigt werden. Noch 2026 wollen die USA neue Mittelstreckenwaffen in Deutschland aufstellen. Russland verkündete die Stationierung entsprechender Waffen in Belarus. Mehrere EU-Staaten entwickeln eigene Mittelstreckenwaffen. Die Friedensbewegung lehnt diese Entwicklung entschieden ab und fordert Maßnahmen zur Rüstungskontrolle. Angesichts der anhaltend hohen Gefahr eines Atomkrieges und der Pläne zur Errichtung eines europäischen Nuklearschirms bekräftigt die Friedensbewegung bei den Ostermärschen ihre Forderung nach nuklearer Abrüstung. Dazu gehört der Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbot sowie der Abzug der US-Atombomben aus Büchel.

Ein weiteres zentrales Thema bei den diesjährigen Ostermärschen stellt außerdem die Ablehnung der Wehrpflicht dar. Junge Menschen dürfen nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden. Die Friedensbewegung lehnt die Rückkehr zur Wehrpflicht ab und sieht in dieser einen fatalen Schritt hin zur weiteren Militarisierung der Gesellschaft.

Pressekontakt
Das Büro des Netzwerk Friedenskooperative beantwortet gerne Presseanfragen zu einzelnen Terminen und vermittelt Interviewpartner*innen. Das Büro ist über Ostern durchgehend erreichbar.

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Für weitere Informationen und Presseanfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Kristian Golla, Netzwerk Friedenskooperative
Tel.: 0228 / 692904
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