Editorial

FriedensForum 3/2020

von Martin SingeRedaktion FriedensForum

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei Redaktionsschluss dieses Heftes herrschte in zweiter Woche der Corona-Ausnahmezustand. Nach den „Virtuellen Ostermärschen“ wird es noch eine weite Strecke lang virtuell weitergehen. Wir haben wenige Artikel auch zu (evtl.) ausfallenden Anlässen in diesem Heft belassen, sofern sie inhaltlich bedeutsam sind.

Die klarste friedenspolitische Forderung angesichts der Corona-Pandemie hat der UN-Generalsekretär Guterres erhoben: Ein „sofortiger weltweiter Waffenstillstand“ sei nötig, um gerade auch Zivilist*innen in Kriegs- und Krisengebieten schützen zu können. Stattdessen will die Bundesregierung am 2%-Aufrüstungsziel festhalten, verweigert trotz kommunaler Aufnahmebereitschaft die Notaufnahme der in Griechenland eng zusammengepferchten Flüchtlinge und ist beim Waffenexport weiterhin munter dabei. Ob man die neu geplante EU-Mission im Mittelmeer vor Libyen einstellen müsse, wenn dabei zu viele Menschen gerettet werden – das diskutieren die EU-Staaten in zynischer Weise. Sanierung der maroden  Gesundheitssysteme und soziale Grundversorgung für alle Bürger*innen in der aktuellen Krise: Fehlanzeige.

Dieses Heft hat den Themenschwerpunkt "Friedensbildung statt Militarisierung!". Die Bundeswehr versucht immer stärker, mit üblen Werbekampagnen Jugendliche zu rekrutieren. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist im Gespräch. Auch wenn Defender 2020 und der Tag der Bundeswehr ausfallen, bleiben die vielen später anstehenden „Events“ der Bundeswehr als Gelegenheiten, aktiv gegen Oliv zu werden und Friedensbildung als Alternative - auch zur „Bundeswehr in der Schule“ - einzubringen.

Haltet Abstand, vor allem gegenüber jeglichem Militarismus!
Für die Redaktion
Martin Singe

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Martin Singe ist Redakteur des FriedensForums und arbeitet für das Komitee für Grundrechte und Demokratie.