Die zweite NaturFreunde-Friedenswanderung

Friedenswanderung von Straßburg nach Theresienstadt

von Yannick Kiesel
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Nach dem Erfolg der großen NaturFreunde-Friedenswanderung 2021 von Hannover bis an den Bodensee planen die NaturFreunde Deutschlands eine zweite große Friedenswanderung für den Sommer 2023. „Frieden in Bewegung“ wird dieses Mal grenzüberschreitend von West nach Ost wandern und startet am 26. April 2023, um 11 Uhr vor dem Europaparlament in Straßburg (F), führt über Saarbrücken, Mannheim, Würzburg, Bamberg, Nürnberg, Plauen, Chemnitz sowie Dresden bis zum früheren Konzentrationslager Theresienstadt (CZ). Auch bei dieser Friedenswanderung wird es ein breites Programm geben mit Kundgebungen, Führungen, Empfängen bei Bürgermeister*innen und zahlreichen Abendveranstaltungen.

Mit Frieden in Bewegung 2023 wollen die NaturFreunde nicht nur für globale Abrüstung, das Verbot von Rüstungsexporten, eine neue Entspannungspolitik und eine atomwaffenfreie Welt demonstrieren, sondern auch allen demokratisch gesinnten Menschen, denen der Frieden am Herzen liegt, eine Plattform für Austausch und Diskussion geben.

Die Friedenswanderung 2023 hat eine besondere Dringlichkeit: Nach dem völkerrechtswidrigen russischen Angriff herrscht in der Ukraine Krieg. Das Leid der Menschen muss beendet werden. Wir müssen alles tun, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Wenn die Eskalationsspirale weiter zunimmt, besteht die Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Das zu verhindern ist unsere historische und moralische Verpflichtung, auch weil die Menschheit über Waffen verfügt, die ein Ende der Zivilisation möglich machen.

Die NaturFreunde setzen sich für eine sofortige Beendigung aller Kampfhandlungen ein und werben für Verhandlungen und die Schaffung einer europäischen Friedensarchitektur. Nur eine neue Entspannungspolitik kann einen langfristigen Frieden schaffen. In unserer zusammengewachsenen Welt können die Klimakrise nur gemeinsam gelöst, die Ökosysteme nur gemeinsam geschützt und die Armut nur gemeinsam überwunden werden.  Mit Frieden in Bewegung 2023 suchen die NaturFreunde den Austausch, um aktuelle Konflikte zu diskutieren und wollen dabei Lösungen erarbeiten, die zeigen, dass Frieden und Abrüstung möglich sind. Die NaturFreunde rufen alle Friedensaktiven auf, sich an der großen Friedenswanderung zu beteiligen.

Routenbeschreibung
Der Start der Friedenswanderung 2023 wird in Straßburg stattfinden. Als Standort des europäischen Parlaments und deutsch-französische Grenzstadt, hat Straßburg etliches an Historie zu bieten. Besonders die Städtefreundschaft zwischen Straßburg und Kehl als Zeichen der internationalen Solidarität macht Straßburg zum idealen Startpunkt von Frieden in Bewegung. Von Straßburg wird es in Zusammenarbeit mit den französischen NaturFreunden via Fahrrad durch das Elsass gehen bis nach Saarbrücken. Die NaturFreunde möchten nicht nur wandernde NaturFreund*innen einbeziehen, sondern auch radfahrenden Friedensaktivist*innen die Möglichkeit geben, bei „Frieden in Bewegung“ teilzunehmen. Unsere Ankunft in Saarbrücken ist für den 1. Mai 2023 geplant. Von dort startet die Wanderung und wird vom DGB auf der 1. Mai-Kundgebung offiziell verabschiedet. Darüber hinaus hoffen wir auf ein buntes Kulturprogramm zur friedenspolitischen Historie in Saarbrücken. Von dort geht es weiter durch Rheinland-Pfalz über Kaiserslautern bis nach Mannheim. Dort findet im Jahr 2023 die Bundesgartenschau (BUGA) statt, und auch die NaturFreunde werden dort großflächig vertreten sein. Am 14. und 15. Mai wird „Frieden in Bewegung“ daher Halt in Mannheim machen und mit einem großen Friedenstag am 15. Mai auf der Hauptbühne der BUGA ein buntes Programm bieten. Die Friedenswanderung wird anschließend voraussichtlich am 3. und 4. Juni in Bamberg, sowie an den zwei Tagen danach in Nürnberg Station machen mit einem geplanten Besuch des Reichsparteitagsgeländes und des Friedensmuseums. Weitere geplante Stationen der Friedenswanderung sind Plauen am 17. und 18. Juni, Chemnitz am 21. Juni sowie Dresden am 1. und 2. Juli 2023. Von dort soll unser Ziel Theresienstadt in Tschechien angesteuert werden. Hier wird die Gruppe durch die tschechischen NaturFreunde unterstützt. Mit der Gedenkstätte des ehemaligen KZ in Theresienstadt wurde ein friedenspolitisch wichtiger Zielpunkt bestimmt. Somit vereinen der Startpunkt Straßburg und der Endpunkt in Theresienstadt zum einen den zukünftig hoffentlich starken europäischen Gedanken der internationalen Solidarität und das Gedenken und die Erinnerung, was passieren kann, wenn wir diesen Gedanken aus den Augen verlieren.

Das Engagement für Frieden hat bei den NaturFreunden eine lange Tradition. Schon in den 1950er-Jahren haben die NaturFreunde und insbesondere die Naturfreundejugend die Anti-Atomtod-Bewegung unterstützt und die Ostermärsche mitbegründet. Auch heute fordern wir mit verschiedensten Aktions- und Protestformen, wofür die NaturFreund*innen sich schon damals einsetzten: globale Abrüstung, das Verbot von Rüstungsexporten, eine neue Entspannungspolitik und eine atomwaffenfreie Welt.

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Yannick Kiesel ist der Projektkoordinator der ersten großen Friedenswanderung „Frieden in Bewegung“ der NaturFreunde Deutschlands