12. Februar

Rote Hände gegen den Einsatz von Kindern als SoldatInnen

von Armin Lauven
Initiativen
Initiativen

Um auf den Missbrauch von unter 18-Jährigen als SoldatInnen aufmerksam zu machen, findet jährlich am 12. Februar der Red Hand Day statt - mit öffentlichen Protesten, Demonstrationen und anderen Aktivitäten. Mit Erfolg: In der Vergangenheit haben wir dank dieser Aktionen - zum Beispiel vor den Vereinten Nationen in New York und Genf, im Bundestag, beim Deutschen Bundespräsidenten, beim Bundesaußenminister und der Bundesverteidigungsministerin - darauf aufmerksam gemacht, dass es ein Verbrechen ist, wenn Minderjährige als SoldatInnen ausgebeutet werden.

Doch noch immer sind Hunderttausende Kinder weltweit gezwungen ,mit der Waffe in der Hand zu kämpfen - in Syrien, Indien, Afghanistan, Kolumbien, dem Kongo und vielen anderen Ländern.

Warum gibt es in jedem Februar die Aktion Rote Hand?
Am 12. Februar 2002 trat das sogenannte Kindersoldatenprotokoll der Vereinten Nationen in Kraft. Damit wurde erstmals eindeutig geregelt, dass Zwangsrekrutierung und Wehrpflicht für noch nicht 18- jährige Kinder und Jugendliche illegal ist. Wer trotzdem Kinder in den Krieg schickt, ist ein Kriegsverbrecher und kann vom Internationalen Gerichtshof mit lebenslangem Freiheitsentzug bestraft werden. Ehemalige Kommandeure bis hin zu Staatspräsidenten sind deswegen schon zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.
167 Staaten haben diesen wichtigen Menschenrechtsvertrag inzwischen gezeichnet und schützen damit unter 18-Jährige vor Zwangsrekrutierung und Wehrpflicht. Deutschland hat das Zusatzprotokoll zwar unterschrieben, macht aber von einer Ausnahmeregelung Gebrauch und rekrutiert weiter 17-jährige Freiwillige als SoldatInnen in die Bundeswehr. Damit schwächt Deutschland den internationalen Straight 18-Standard und ist eines von nur 46 Ländern weltweit, das diesen Standard nicht einhält.

Internationales Recht ist unverzichtbar, um staatlicher Willkür klare Grenzen zu setzen. Es ist aber nicht ausreichend, um wirklich alle Kinder und Jugendliche vor Missbrauch zu schützen. Die Zahl der skrupellosen Kriegsherren ist groß: Noch immer schicken staatliche Armeen, aber auch zahlreiche Rebellengruppen, Milizen oder Paramilitärs hunderttausende Kinder in den Kampf – in Afrika, Südamerika, Asien und im Nahen Osten. Mit der Aktion Rote Hand erinnern terre des hommes und viele andere Organisationen weltweit an das fortwährende Unrecht, dem Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind, und fordern von den Regierungen, dass sie die Einhaltung des 18-Jahre-Standards durchsetzen. Kinder dürfen keine SoldatInnen sein! Außerdem fördern wir – oft schon seit langer Zeit – Projekte und Programme zur Verhinderung von Rekrutierungen und zur Reintegration von ehemaligen Kindersoldatinnen und Kindersoldaten.

Seit 2002 ist geltendes Völkerrecht, dass die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen ein Kriegsverbrechen ist. Seitdem haben Hunderttausende mit der „Aktion Rote Hand“ mit fantasievollen Aktionen gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten protestiert.

Forderungen an die Bundesregierung

  • Keine Waffen in Kinderhände - Waffenexporte stoppen!
  • Keine Unter-18-Jährigen in Armeen - auch nicht in die Bundeswehr!
  • Deutlich mehr Mittel für Hilfsprogramme für Kindersoldaten und Kinder in bewaffneten Konflikten

Weitere Informationen auf www.redhandday.org bzw. https://www.tdh.de

Ausgabe

Rubrik

Initiativen
Armin Lauven ist Mitglied der Pax-Christi-Gruppe Bonn.