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„Komm den Frieden wecken“ – Ein Klang, der Mauern löst
Rückblick auf die Ökumenische FriedensDekade 2025
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Es war ein Weckruf, der durch Deutschland ging. Vom 9. bis 19. November 2025 stand die Ökumenische FriedensDekade unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“. In ihrem 45. Jahr reichten sich tausende Menschen, die Hand, öffnete Räume für Innehalten, Mahnung und gemeinsames Handeln. Kirchengemeinden, Schulen, Vereine und Initiativen machten Frieden sichtbar und hörbar, in Gottesdiensten, Andachten, Workshops, Ausstellungen, Konzerten und Aktionen. Über 3.000 Veranstaltungen, davon rund 1.000 zentral gemeldet, schufen ein bundesweites Mosaik aus Hoffnung, Mut und geteiltem Schmerz.
Der Auftakt am 9. November setzte ein kraftvolles Zeichen. Über 200 Eröffnungsgottesdienste fanden statt – von Lingen über Offenburg, Berlin und Kiel bis nach Meißen. Diese Vielfalt bewies, dass Frieden dort beginnt, wo Menschen sich öffnen und mitgestalten: in Dörfern und Städten, Klassenzimmern und Gemeindehäusern.
Ein besonderer Höhepunkt war der zentrale Gottesdienst am 12. November in der Jakobikirche Chemnitz, der Europäischen Kulturhauptstadt 2025. Vertreterinnen und Vertreter aus Kirchen, Friedenswerken und Initiativen setzten ein Zeichen der Hoffnung inmitten globaler Spannungen. Jan Gildemeister, Vorstandsvorsitzender des Vereins Ökumenische FriedensDekade e.V., sagte: „Mitten in einer Zeit, in der Kriegsrhetorik wieder lauter wird, wollen wir zeigen: Frieden ist keine Illusion, sondern ein Auftrag für jede und jeden von uns.“ Anschließend verlieh die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ihren Ökumenepreis 2025 an das Projekt „Brückenbauer Chemnitz – Harmonie der Menschlichkeit“. Pastor Jens Haverland nannte es „ein starkes Doppelzeichen für Glauben und Brückenbau“.
Friedensgebete, Kunst und Begegnung
Täglich pulsierten Friedensgebete, und Singkreise erzeugten einen deutschlandweiten Resonanzraum der Harmonie. In Nürtingen und Hannover erinnerten Ausstellungen an Hiroshima und Nagasaki. Schulen, Chöre und Jugendgruppen beteiligten sich mit Filmabenden, Friedensläufen, Lichterwegen und Diskussionen über Gerechtigkeit und Versöhnung. Das neue Lied von Eugen Eckert „Komm, Frieden, lass dich wecken“ begleitete viele dieser Momente wie ein sanfter Takt, der Herzen öffnete.
Auf friedensdekade.de standen Gebete, Materialien und Impulstexte bereit. Die virtuelle Ausstellung „justice.peace.imagination“ lud über 300 Menschen ein, eigene Friedensbilder zu gestalten. Zehn Werke wurden während der Dekade gezeigt, die Gesamtausstellung tourt ab März 2026 durch Mitteldeutschland. Kunst, Spiritualität und gesellschaftliches Engagement traten hier in einen kraftvollen Dialog.
Friedensfähigkeit statt Kriegsrhetorik
Während Debatten um Wehrpflicht und Aufrüstung an Schärfe gewannen, stellte die FriedensDekade Frieden als aktive Praxis in den Mittelpunkt. Zugleich löste die neue Friedensdenkschrift der EKD eine lebhafte Diskussion aus. Sie betont den Schutz vor Gewalt und rehabilitiert militärische Mittel ethisch. Ein Kurs, den die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) kritisch sieht. Sie warnt, die Denkschrift folge der Logik der „Zeitenwende“ und unterschätze die Möglichkeiten ziviler Konfliktbearbeitung.
Das bekannte Logo „Schwerter zu Pflugscharen“ erhielt zugleich neue Aufmerksamkeit. Es steht seit seiner Entstehung für einen klaren, gewaltfreien Frieden – gewachsen aus der DDR-Friedensbewegung und getragen von der biblischen Vision aus Jesaja 2,4. Es verkörpert die Hoffnung auf Gerechtigkeit, Versöhnung und ein Miteinander ohne Gewalt. Die FriedensDekade verbreitet dieses Narrativ konsequent, damit das Symbol universell bleibt: als Zeichen gegen Krieg, Extremismus und jede Form menschenverachtender Ideologie, ein freies, überparteiliches Bekenntnis, das allein dem Wunsch nach Frieden dient.
Wenn Liebe Mauern löst
Doch jenseits der Debatten waren es die leisen Momente, in denen Frieden wirklich spürbar wurde. Es ist ein stilles Wunder zu sehen, wie leicht sich Mauern lösen, wenn Liebe den Raum erfüllt. Wie sie Menschen sanft aus ihrer Komfortzone trägt, nicht mit Druck, sondern mit einem Klang, der an Freiheit erinnert. Plötzlich bewegt sich etwas: nicht nur die Körper, sondern auch die Herzen. Liebe hat diese Kraft. Sie schenkt Freiheit, erlaubt, einfach zu sein.
In diesen Momenten öffnen sich starre Gesichter, Sorgen weichen, ein Lächeln findet still den Weg zurück ins Leben. Alt und Jung, Fremde und Freunde – kein Platz für Hass, kein Raum für Gewalt, nur Klang, Bewegung und ein geteiltes Gefühl des Friedens.
Eine Atempause im Sturm der Welt
Die FriedensDekade 2025 war eine Atempause im Sturm der Welt. Sie schenkte Mut und Kraft, über den November hinaus klar und aktiv für den Frieden einzustehen, in der Politik, im Miteinander und mit jedem Wort. Was in diesen Tagen geweckt wurde, darf 2026 weitergetragen werden. Das neue Jahresmotto 2026 und der laufende Motivwettbewerb sind bereits auf www.friedensdekade.de zu finden, mitmachen lohnt sich.