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Soziale Verteidigung
Soziale Verteidigung – Was ist das und vor allem wie geht das?
von
Soziale Verteidigung ist eine gewaltfreie Antwort auf Angriffe von außen und innen auf unser Leben, unsere natürlichen Lebensgrundlagen und unsere demokratischen und menschenrechtsbasierten Gesellschaftsformen.
Gewaltfrei bedeutet, Soziale Verteidigung verzichtet bewusst auf den Einsatz militärischer oder physischer Gewalt.
Soziale Verteidigung setzt systematisch an folgenden fünf Hebeln an: Erstens Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, zweitens Schutz und die Weiterentwicklung dessen, was wichtig und richtig ist, drittens die Anerkennung der legitimen Bedürfnisse der Menschen auf der Gegenseite, viertens die Verhinderung von illegitimen Zielen der Gegenseite und fünftens die Schwächung der Säulen illegitimer Macht.
Praktisch bedeutet dies mehr demokratische Teilhabe und Mobilisierung, mehr Resilienz / Widerstandsfähigkeit, Dezentralisierung und Nachhaltigkeit, mehr Begegnung, Kommunikation und Aushandlung von Bedürfnissen, mehr Widerstand und zivilen Ungehorsam gegen illegitime Ziele und mehr internationale Solidarität und weniger Machtkonzentration.
Soziale Verteidigung wurde klassischerweise als „Konzept für einen gewaltfreien Widerstand“ bezeichnet. Das Netzwerk „Wehrhaft ohne Waffen“, das Mitte 2022 gegründet wurde, will Soziale Verteidigung nicht nur bekannter machen, sondern auch von der Theorie zur Praxis übergehen und Soziale Verteidigung mit Leben füllen – zusammen mit vielen Menschen in Modellregionen und Regionalgruppen. Aus einem eher theoretischen Konzept werden kontextspezifische und praktische Handlungskonzepte, die vor Ort eingeübt und umgesetzt werden.
Außerdem greift es zu kurz, nur von Widerstand zu sprechen. Es geht um den Dreiklang von Zusammenhalt, Schutz und Widerstand, so unsere bisherigen Erfahrungen. Die oben genannten fünf Hebel differenzieren diesen Dreiklang weiter aus: Es geht darum, sowohl präventiv als auch unter Repression den Zusammenhalt zu stärken bzw. zu erhalten, um gemeinsam wirksam zu sein. Damit die Menschen überleben und ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigen können, muss geschützt und erhalten werden, ggf. auch ausgebaut und weiterentwickelt werden, was richtig und wichtig ist. Je dezentraler, nachhaltiger und redundanter die Infrastruktur für die Überlebensvorsorge angelegt ist, umso besser. Um gewaltsame Konflikte zu vermeiden, ist es wichtig, die legitimen Bedürfnisse der Gegenseite anzuerkennen. Dafür braucht es entsprechende Kompetenzen und Formate für Begegnung, Dialog und Verhandlungen sowie den Abbau von Feindbildern. Wenn Konflikte so nicht konstruktiv bearbeitet werden können und es zur Eskalation kommt, geht es darum, die illegitimen Ziele der Gegenseite zu verhindern. Hier gilt es durch gewaltfreien Widerstand Gegenmacht aufzubauen. Das breite Spektrum an kreativen gewaltfreien Aktionen bis hin zu Zivilem Ungehorsam muss strategisch eingesetzt werden – und rechtzeitig vorbereitet und eingeübt werden. Daher ist Widerstand weiterhin ein zentraler Hebel für eine wirksame Soziale Verteidigung. Zudem muss auch auf die Gegenseite bzw. ihre Machtbasis so eingewirkt werden, dass diese geschwächt wird. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Verhandlungen auf Augenhöhe, einem Ende der Gewalt oder zum Rückzug bzw. zum Machtwechsel kommt.
Soziale Verteidigung bedeutet auf keinen Fall, sich der Gewalt zu ergeben und unterzuordnen. Im Gegenteil, es gibt etwas zu verteidigen und das geht auch wirksam mit gewaltfreien Mitteln. Im Gegensatz zur gewaltsamen oder militärischen Verteidigung steht aber nicht im Vordergrund, die Gegenseite an der territorialen Grenze aufzuhalten oder einen autoritären Machthaber umzubringen.
Soziale Verteidigung beruht auf dem Prinzip, das auch im Grundgesetz verankert ist, dass alle Macht von den Menschen ausgeht. Wenn die Menschen sich zusammenschließen und standhaft bleiben, sich weiterhin ausreichend versorgen und vor Repression schützen können, an strategischen Punkten Widerstand leisten und der Gegenseite ihre Macht und (nationale und internationale) Unterstützung entziehen, dann wird Soziale Verteidigung wirksam.
Nicht einfach, nicht ohne Risiko, nicht ohne Gewalt zu erleiden, aber eine echte Alternative.
Fünf Hebel für Soziale Verteidigung und spezifische Maßnahmen
| Hebel | Methoden |
| Zusammenhalt stärken |
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| Schützen, erhalten und ausbauen, was wichtig und richtig ist |
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| Legitime Bedürfnisse der Menschen auf der Gegenseite anerkennen |
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| Illegitime Ziele der Gegenseite verhindern |
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| Säulen der illegitimen Macht schwächen |
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Kasten:
Selbstverpflichtungserklärung
„Hiermit erkläre ich, Menschenrechte und Demokratie gewaltfrei zu verteidigen. Im Falle eines militärischen Angriffs von außen oder einer Machtergreifung undemokratischer Kräfte in Deutschland beteilige ich mich nach meinen Möglichkeiten an Sozialer Verteidigung.“
Unterzeichne die Selbstverpflichtungserklärung hier:
https://wehrhaftohnewaffen.de/unterstuetzungserklaerung/
Werde mit dem Netzwerk „Wehrhaft ohne Waffen“ aktiv und bringe Soziale Verteidigung mit uns voran!