Forschung, praktischer Naturschutz und Widerstand: Die Umweltarbeit in Deutschland

Wer kümmert sich um den Schutz der Mitwelt?

von Christine Schweitzer
Schwerpunkt
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Warum habt Ihr nicht schon viel früher was getan? Diese Frage wird von der jungen Generation, die sich in Gruppen wie Fridays for Future, Last Generation etc. engagiert, immer wieder vorwurfsvoll an die Älteren gestellt.

Dass vom Menschen freigesetzte Treibhausgase die Atmosphäre beeinflussen, wurde schon im 19. Jahrhundert entdeckt, aber lange Zeit als Gefahr nicht ernst genommen. Umweltzerstörung generell betreffend, war ein Meilenstein in dem 1972 veröffentlichten Bericht des Club of Rome mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums". Er untersuchte, wie sich fünf Trends gegenseitig über die Zeit beeinflussen würden: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, nicht erneuerbare Ressourcen sowie Umweltschäden. Die Autor*innen entwickelten zehn Szenarien und warnten vor einer Katastrophe.

1979 fand eine erste Weltklimakonferenz statt. Ergebnis war eine fundamentale Erklärung sowie die Initiierung des Weltklima-Forschungs-Programms und des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Der Ausschuss wurde neun Jahres später als Einrichtung der Vereinten Nationen (Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP und der Weltorganisation für Meteorologie WMO) geschaffen. In seinen Sachstandsberichten wurde von Bericht zu Bericht deutlicher, dass der Mensch der Verursacher des Klimawandels ist und welche dramatischen Folgen dies annehmen kann. Seit 2007 gilt der Klimawandel als nicht mehr widerlegbar. Das IPCC (https://www.ipcc.ch/ )und seine Berichte gelten heute als die zuverlässigste Quelle wissenschaftlicher Forschung zum Klimawandel.

Klimaforschung
Neben dem IPCC gibt es heute zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen, die den Klimawandel und seine Folgen untersuchen. In Deutschland gehören dazu u.a. auch das Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (https://www.pik-potsdam.de/), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (https://www.ufz.de/) sowie viele Hochschulen. Auch die Website des Deutschen Wetterdiensts (https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaforschung/klimaforschung_node.html) enthält stets aktuelle Daten und Fakten zum Klimawandel.

Umweltbewegung(en)
Es hat in Geschichte und Gegenwart schon seit Ende des 19. Jahrhunderts verschiedene Umweltbewegungen gegeben. Ein erster Höhepunkt in der Nachkriegsgeschichte wurde in den 1970er Jahren erreicht. In diese Zeit geht auch die Gründung der Partei DIE GRÜNEN in Westdeutschland zurück, die 1980 gegründet wurde.

Die Umweltbewegungen der verschiedenen Generationen haben Erfolge erzielt und zu internationalen Maßnahmen geführt. Z.B.:

  • Im Montreal-Protokoll von 1987 wurde verbindlich geregelt, auf Stoffe zu verzichten, die die Ozonschicht schädigen (s. Lektion 3).
  • Das UNESCO-MAB-Programm „Man and biosphere“ („Der Mensch und die Biosphäre“) hat seit 1970 zur Einrichtung von 748 Biosphärenreservaten in 134 Ländern geführt.
  • Ohne die deutsche Anti-AKW-Bewegung wäre es wohl kaum zum Ausstieg Deutschlands aus der sog. zivilen Nutzung von Atomenergie gekommen.
  • In Ecuador wurde 2008 die Natur zum Rechtssubjekt, d.h. sie hat eigene Rechte. Erkämpft wurde dies vor allem von indigenen Gemeinschaften. Auch in Deutschland gibt es eine Diskussion darüber.

Einige der größeren Verbände, die zum Thema Naturschutz arbeiten, sind:

Naturschutzbund Deutschland (NABU): Der Vorläufer des NABU, der Bund für Vogelschutz, wurde schon 1899 gegründet. Der NABU hat mehr als 940.000 Mitglieder. Website: https://www.nabu.de/

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND): Gegründet 1975, ca. 675.000 Mitglieder. Website: https://www.bund.net/

World Wide Fund For Nature (WWF): Gegründet 1961, internationale Organisation, weltweit 6 Mio. Mitglieder. Website: https://www.wwf.de/

Greenpeace: Gründung 1971, international Organisation, 3 Mio. Mitglieder weltweit. Website: https://www.greenpeace.de/spenden

Naturfreunde: 1895 in Wien gegründet, internationale Organisation, weltweit ca. 350.000 Mitglieder. Website: https://naturfreunde.de/

 

Klimaaktivismus
Eine neue Bewegungswelle hat eingesetzt, als die Bedrohung durch den Klimawandel bewusst wurde. Fridays for Future entstand 2018, kurz danach dann weitere Gruppen, die auf Zivilen Ungehorsam als Mittel des Protests setzen
– Ende Gelände, Extinction Rebellion, Letzte Generation (die sich im Februar 2025 in Neue Generation und Widerstands-Kollektiv aufgeteilt hat, s. den Beitrag von Carla Hinrichs in diesem Heft) und andere mehr.

https://www.ende-gelaende.org/

https://fridaysforfuture.de/

https://extinctionrebellion.de

 

Diese Informationen wurden teilweise dem beim Bund für Soziale Verteidigung veröffentlichten Online-Kurs „Klima, Umwelt und Konflikt“ entnommen: https://share-peace.soziale-verteidigung.de/courses/klima-umwelt-und-kon... Dort gibt es auch zahlreiche Hyperlinks zu den genannten Organisationen.

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Christine Schweitzer ist Co-Geschäftsführerin beim Bund für Soziale Verteidigung und Redakteurin des Friedensforums.