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Keine Mittelstreckenwaffen in Grafenwöhr, Befehlskommando Wiesbaden auflösen!
Zentrale Demonstrationen gegen Mittelstreckenwaffen am 30. Mai 2026
von
Ein hochriskantes Wettrüsten mit landgestützten Mittelstreckenwaffen hat Europa erfasst! Noch in diesem Jahr sollen – laut der bislang bekannten Pläne – US-Mittelstreckenwaffen der Typen Tomahawk, SM-6 und Dark Eagle in Deutschland stationiert werden.
Gleichzeitig verfolgt die Bundesregierung mehrere Strategien, um die Bundeswehr mit entsprechenden Marschflugkörpern aufzurüsten. Andere europäische Staaten ziehen mit. Und auch Russland baut seine Arsenale aus und hat bereits mehrmals atomar bestückbare Oreschnik-Hyperschallraketen in der Ukraine eingesetzt. Raketen und Marschflugkörper mit Reichweiten über 500 km erhöhen die Gefahr einer Eskalation und gefährden alle Menschen auf unserem Kontinent. Deshalb sind jetzt zeitgleich zwei große Demonstrationen für ein Deutschland und Europa ohne Mittelstreckenwaffen geplant.
Kundgebung: „Keine Mittelstreckenraketen in Grafenwöhr und anderswo!“
Verschiedene Bündnisse und Organisationen aus der Oberpfalz, Franken und Bayern organisieren am Samstag, den 30. Mai 2026, eine Kundgebung in Grafenwöhr (nahe Weiden in der Oberpfalz). Die Proteste stehen unter dem Motto „Keine Mittelstreckenraketen in Grafenwöhr und anderswo!“ und beginnen voraussichtlich um 13:00 Uhr im Stadtpark. „Die neuen Raketensysteme mittlerer Reichweite könnten auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz stationiert werden. Dort ist bereits die 41. Feld-Artillerie-Brigade der US-Army stationiert, die solche Raketensysteme bedienen kann“, erklären die Veranstalter*innen. „Die Waffen sind unter Kontrolle der US-Armee und werden ohne Mitwirkung der Bundeswehr eingesetzt.“
Demonstration: „US-Befehlskommando in Wiesbaden auflösen!“
Zeitgleich zur Kundgebung in Grafenwöhr ist für den 30. Mai 2026 eine Demonstration in Wiesbaden geplant, Treffpunkt ist voraussichtlich ab 12:30 Uhr am Hauptbahnhof. Die Steuerung der US-Mittelstreckenwaffen soll über den Militärstandort Wiesbaden und eine Kommandozentrale im Stadtteil Mainz-Kastel erfolgen. Daher organisiert das „Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung“ gemeinsam mit Partnerorganisationen die Proteste vor Ort. Das Bündnis betont: „Die Hyperschallrakete ‚Dark Eagle‘ kann in ca. 10 Minuten Moskau treffen. Umgekehrt können genauso schnell russische ‚Oreshnik‘-Raketen bei uns einschlagen.“ Als Startrampe der US-Raketen werde Deutschland zum hochrangigen Ziel für Präemptiv- und Vergeltungsschläge.
Gemeinsamer Aufruf fordert Rüstungskontrolle und neuen INF-Vertrag
Mit einem gemeinsamen Aufruf wird für die Proteste am 30. Mai 2026 in Wiesbaden und Grafenwöhr mobilisiert. Er fordert unter anderem, die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden, das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen und die Projekte zur Bewaffnung der Bundeswehr mit Mittelstreckenwaffen zu stoppen. Außerdem appelliert er an alle zuständigen Entscheidungsträger*innen, Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag zu erreichen. Die Veranstalter*innen beider Kundgebungen betonen, dass Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nicht erwünscht sind und sie jede Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften ausschließen.
Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“ ruft zur Teilnahme auf
Mit den beiden zeitgleichen Demonstrationen möchten wir ein deutliches Signal an Politik und Öffentlichkeit senden, dass Mittelstreckenwaffen uns alle gefährden. Gleichzeitig machen wir die konkrete Betroffenheit der Regionen von potenziellen Präemptivschlägen zum Thema. Die Menschen rund um Grafenwöhr und Wiesbaden wollen keine Zielscheibe sein! Noch können wir die Stationierung der US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland verhindern. Daher unterstützt die bundesweite Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ den Aufruf zu den beiden Protestaktionen: Kommt zahlreich am 30. Mai 2026 nach Wiesbaden und Grafenwöhr! Gemeinsam stellen wir uns der Aufrüstung entgegen und machen Druck für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen.
Alle Informationen zu den Protestaktionen und die Aufruftexte sind zu finden unter www.friedensfaehig.de.