1 / 2004

Versöhnung

Weitere Themen:

  • Mitmachen: Aktionstag 20. März 2004
  • "Vision 2020": Atomwaffenfreie Welt?
  • "Panorama"-Bericht: Spaltung der Friedensbewegung?

Inhalt

Editorial
Im Blickpunkt
Initiativen
Krisen und Kriege
Friedensbewegung international
Hintergrund
Schwerpunkt

Editorial

Christine Schweitzer

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

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Im Blickpunkt

Sven Giegold

Das 4. Weltsozialforum in Mumbai - Eine Bilanz

Das soeben in Mumbai zu Ende gegangene vierte Weltsozialforum war ein wichtiger Meilenstein für die globalisierungskritische Bewegung. Erstmals fand das Forum nicht im brasilianischen Porto Alegre, sondern in Asien statt. Dieser Umzug ist nicht nur geglückt, sondern das Forum hat in vielfacher Hinsicht davon profitiert. Die über 1200 Veranstaltungen und mehr als 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden stark von den Bewegungen des indischen Subkontinents geprägt.

mehr ... Thema: Friedensbewegung

Initiativen

Jens-Peter Steffen

Aktionstag gegen Atomwaffen in Ramstein: Friedensfähigkeit aneignen!

Mit dem Angriffskrieg gegen den Irak haben die USA und ihr "Bündnis der Willigen" ein erneutes Exempel einer humanitär verklärten, mit terroristischen Ängsten und der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen gerechtfertigen globalen Vorherrschaftsstrategie statuiert. Das begleiten die USA mit einer neuen nuklearen Einschüchterungs- und Bedrohungspolitik, die die Arbeit an einer gemeinsamen Sicherheit - der großen Hoffnung am Ende des Kalten Krieges - untergraben Der Jahrestag des Beginns des Irakkrieges, der 20.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Militärstützpunkte
Detlev Besier, Christoph Fuhrbach

Friedensgebete. Wie kam es dazu?

Im Dezember 2002 überlegte das "Deutsche Mennonitische Friedenskomittee" (DMFK) angesichts der sich ändernden Strategie der Militärmächte (Krieg als mögliche Konfliktlösung) und den ausgesprochenen Drohungen gegenüber Staaten, die als Regime bezeichnet wurden, die Terroristen unterstützen, ausbilden etc. (Libyen, Irak, Iran ...) die Gedanken der Friedensbewegung wieder aufzunehmen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Gertie Brammer

Zum FRIEDEN umSTEUERn durch ein Zivilsteuergesetz

Die Kooperation für den Frieden empfiehlt für 2004/5 auch die Kampagne "Zum FRIEDEN umSTEUERn" (s. "Friedenspolitische Richtlinien", die im letzten FriedensForum beigelegt waren). Hier dazu die Unterlagen und einige Erläuterungen. Glauben die Leute vom Netzwerk Friedenssteuer vielleicht, die können den Frieden per Gesetz einführen? Eigentlich haben wir das Gesetz ja schon aber es funktioniert nicht. Art. 26 (1) GG verbietet den Angriffskrieg, und was hat Rot-Grün gemacht? Einen Angriffskrieg unterstützt, und kein Gericht muckte auf.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Joachim Guilliard

Nicht nur Sache von Experten

Initiativen für ein internationales Irak-Kriegs-Tribunal von unten

Selten zuvor, wurde Völkerrecht so offen gebrochen, wie mit dem Überfall auf den Irak.

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung

Auf keinem Auge blind: "2020 Vision" Kampagne für eine atomwaffenfreie Welt

Vor einem Jahr marschierte die USA gegen den Irak auf, weil dieser angeblich Atomwaffen entwickeln wollte. Nordkorea und Iran werden wegen ihrem Streben nach Atomwaffen unter Druck gesetzt. Gleichzeitig aber missachten die Nuklearmächte ihre Verpflichtung aus dem Nichtverbreitungsvertrag zur vollständigen Abrüstung ihrer Atomwaffen. Zudem verändern nicht nur die USA ihre Strategien und beziehen den Atomwaffeneinsatz zur Durchsetzung der eigenen Überlegenheit mit ein. Neue Atomwaffen - als "Mininukes" bezeichnet - sollen die Hemmschwelle zum Einsatz der Atomwaffen herabsetzen.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Friedensbewegung

Krisen und Kriege

Roland Wünsch

Perspektive für den Wiederaufbau im Irak?

Zivile Konfliktbearbeitung in irakisch Kurdistan.

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Martin Zint

Erdöl aus dem Herzen Afrikas - der Tschad im Club der Ölproduzenten

Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit ist den USA ein vielversprechender geopolitischer Schachzug gelungen. Erdöl aus Zentralafrika fließt seit Oktober durch eine 1.050 Kilometer lange Pipeline an die Atlantikküste Kameruns. Die Tanker, auf die das Öl verladen wird, schippern mit ihrer kostbaren Fracht geradewegs über den Atlantik an ihre Bestimmungshäfen in den USA. Wer die bisherigen Tankerrouten durch das Mittelmeer oder das Rote Meer betrachtet, erkennt den enormen Vorteil dieser Route.

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Friedensbewegung international

Ute Hegener

UNCOPAC - Ein Modell zur präventiven Konfliktbearbeitung innerhalb der Vereinten Nationen

Auf dem IPPNW-Kongress in Berlin stellte sich im Mai 2003 die INITIATIVE PRO UNCOPAC zum ersten mal öffentlich vor: Diese Initiative verfolgt ein ehrgeiziges Projekt: die Einrichtung eines Nebenorgans der Generalversammlung der VN - eine VN-Kommission für Frieden und Krisenprävention / UN-COMMISSION ON PEACE AND CRISIS PREVENTION. Dazu wurde ein modellhaftes Statut erarbeitet, das von Anfang an großes Interesse und bereits viele UnterzeichnerInnen gefunden hat.

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Hintergrund

Regina Hagen

Boom für taktische Atomwaffen in den USA

"Das war ein gutes Jahr für uns", gab selbst Linton Brooks zu. Und aus seiner Sicht hat der Verwalter der NNSA (National Nuclear Security Administration, die dem US-Energieministerium unterstellte nationale Behörde für nukleare Sicherheit) recht: Er hat im wesentlichen gekriegt, was er wollte.

mehr ... Thema: Atomwaffen
Markus Bernhardt

10 Euro für den irakischen Widerstand - Panorama Bericht droht, die Friedensbewegung zu spalten

Entstehung des Aufruftextes. Beim Antiimperialistischen Sommerlager 2003 wurde der Aufruf "Spendet 10 Euro für den irakischen Widerstand! Unterstützt den Kampf gegen die völkerrechtswidrige Besatzung" gemeinsam verabschiedet. Im Aufruf wird beschrieben, dass sich "eine breite Front aus linken, religiösen und panarabistischen Kräften" bilde. Diese eine "das Ziel, die Besatzungstruppen zum Rückzug zu zwingen und die nationale Souveränität wiederherzustellen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Felix Oekentorp

Friedensbewegte sagen NEIN zu Krieg und Gewalt

In der Sendung PANORAMA vom Dezember 2003 gab es einen Beitrag in dem berichtet wurde über Friedensbewegte, die sich an einer Kampagne "10 Euro für den Irak" beteiligen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Juliane Pilz

Bleiberecht für Romaflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien

Jahrelang haben Roma-Kriegsflüchtlinge aus Jugoslawien gegen ihre Abschiebung protestiert und ein Bleiberecht mit Arbeits- und Ausbildungserlaubnis in der Bundesrepublik gefordert. Auch mit ihrer letzten bewundernswerten Dauerdemonstration mit Hauptstandort Düsseldorf von April bis November 2002 konnten sie ihr Ziel nicht erreichen. Bis auf die kurze Aussetzung der Abschiebung von Familien mit minderjährigen Kindern im Winter (NRW und Berlin) werden sie zur "freiwilligen" Ausreise" genötigt oder meist zwangsrückgeführt.

mehr ... Thema: Flucht und Migration
Wolfgang Sternstein

Deutschland auf dem Weg in den Unrechtsstaat?

Eine uralte Regel des Vertragsrechts lautet: pacta sunt servanda (Verträge müssen eingehalten werden). Dieses Gebot bildet das Fundament einer Rechtsgemeinschaft, in der Rechtssicherheit Vertrauen zwischen den Vertragsparteien schafft. Im Nichtverbreitungsvertrag (NVV) aus dem Jahre 1968, der 1975 in Kraft trat, verpflichtet sich die Bundesrepublik als Vertragspartei in Artikel II, "Kernwaffen und sonstige Kernsprengkörper oder die Verfügungsgewalt darüber von niemandem unmittelbar oder mittelbar anzunehmen". Soweit der Vertragstext. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus?

mehr ... Thema: Atomwaffen
Christoph Krämer

Rezension: Globalisierung und Krieg (VSA, 2003)

Mit dem soeben in der Reihe ATTAC-Basistexte bei VSA erschienenen Bändchen haben Claudia Haydt, Tobias Pflüger und Jürgen Wagner - alle Informationsstelle Militarisierung (IMI), Tübingen - eine zwar äußerlich schlanke, inhaltlich aber äußerst gehaltvolle Übersicht zum Thema >Globalisierung und Krieg< vorgelegt.

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Christian Herz

Die Wehrpflicht ist rechtswidrig - Arbeitsdienste auch!

Zum ersten Mal in der bundesrepublikanischen Geschichte wurde die Wehrpflicht durch ein Verwaltungsgericht per Beschluss für rechtswidrig erklärt und die Einberufung eines Wehrpflichtigen mittels einer einstweiligen Verfügung aufgehoben. Das Verwaltungsgericht Köln beurteilte kürzlich die Einberufung eines Wehrpflichtigen deshalb als rechtswidrig, weil entgegen der Forderung des Bundesverfassungsgerichtes die Wehrgerechtigkeit nicht erfüllt sei.

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Schwerpunkt

Christine Schweitzer

Versöhnung

Versöhnung - auf den ersten Blick ein so vertrautes Wort - gehört zu der Kategorie jener Begriffe, die beim näheren Hinschauen immer problematischer werden. Sie ist eine Herausforderung für fast alle Gesellschaften. Sie ist nicht die Aufgabe von "denen da unten, die Krieg führen", ist kein Problem einzigartig für die Konfliktnachsorge nach der Beendigung sogenannter "Neuer Kriege". Wie einige Beiträge in diesem Schwerpunkt deutlich erläutern, spielt sie eine genauso große Rolle für die Aufarbeitung der eigenen deutschen Geschichte.

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Reinhard Voß

Was heißt Versöhnung ?

 Als Vertreter einer der traditionellen Versöhnungsbewegungen, der "Pax Christi", gegründet am Schluss des 2. Weltkrieges, konzeptionell verwandt und politisch verbunden mit dem "Versöhnungsbund" - 1914 geplant und 1919 gegründet - und mit der später (1958) gegründeten Aktion Sühnezeichen - freue ich mich, dass das alte, für viele veraltete, Wort "Versöhnung" aktuell wieder an Bedeutung gewinnt, aber auch sensibler und gezielter gebraucht wird.

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Martin Arnold

Gütekraft und Versöhnung

Gütekraft bezieht in Kampf oder Streit die Grundlagen der Beziehung zwischen Menschen wirkungsvoll ein: Wer gütekräftig vorgeht, erkennt die Grundbedürfnisse des Gegners so wie die eigenen an und sucht in einem Prozess der Entfeindung, der Entängstigung und der Ermutigung beherzt und beharrlich die Verständigung mit ihm (Robert Antoch). Dies erfordert u.a. Paroli Bieten ohne Drohung oder Gewalt, Vertrauen Aufbauen in der Überzeugung von Gerechtigkeit und Wahrheit der eigenen Sache, Mut und zielbewusste Ausdauer (Burkhard Bläsi).

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Hildegard Goss-Mayr

Wie wird Versöhnung möglich?

In jedem Menschen liegt die Sehnsucht nach Versöhnung, nach einem Leben, in dem Zwist, Feindschaft, Hass überwunden, Verletzungen geheilt werden. Diese Sehnsucht treibt den einzelnen Menschen, Volksgruppen, Nationen wie die Weltgemeinschaft dazu an, trotz vieler Fehlschläge, das Ringen um Versöhnung immer neu aufzunehmen. Denn dort, wo es im Kleinen oder Großen gelingt, Versöhnung zu stiften, erwächst neues, erfülltes Leben.

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Ullrich Hahn

Deutsche Erfahrungen mit Versöhnungsarbeit vor Ort

1.) Versöhnung zwischen Menschen setzt zeitlich den Kampf ums Recht (Gerechtigkeit/Menschenrecht) voraus und kann diesen Kampf nicht ersetzen. Bemühungen um eine Versöhnung haben in der Regel erst dann Raum, wenn der Konflikt zumindest vorläufig entschieden ist, wenn es Sieger und Besiegte, Täter und Opfer gibt.

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Vesna Terselic

Versöhnung - Wie wäre es mit einem weniger anspruchsvollen Konzept?

Die Beantwortung der Frage, wann und aus welchen Gründen ich angefangen habe, dem Konzept einer Aussöhnung kritisch gegenüberzustehen, erfordert etwas Nachdenken.

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Frère Joseph Sitterlé

Das Bühler Friedenskreuz - Mahnmahl der Versöhnung

Die Anfrage hieß: Beitrag zu dem Thema der deutsch-französischen Aussöhnung: gibt es sie überhaupt, wie ist sie zustande gekommen? Dazu möchte ich ein bescheidenes Zeugnis geben, wie die deutsch-französische Versöhnung schon vor 60 Jahren zustandgekommen ist und sich bis heute noch immer ausdehnt.

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Alan Hunter

Die Kathedrale von Coventry

Die Kathedrale von Coventry gehört zu den herausragenden Beispielen kirchlicher Architektur in Großbritannien im zwanzigsten Jahrhundert. Sie ist eine konkrete Verkörperung des echten christlichen Gefühls, das während einer großen Tragödie auftauchte. Außerdem könnte sie einige Gedanken, wahrscheinlich eher pessimistische, über sogar größere Tragödien provozieren. Die Stadt hatte eine lange religiöse Geschichte und ein Stadtbild mit vielen schönen, alten Gebäuden, die vor allem um die große Kirche St. Michael gruppiert waren, die 1918 zum Kathedralenstatus erhoben wurde.

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Steffen Emrich

Nicht alle Wunden verheilen, einige hinterlassen auch tiefe Narben!

Eine Bekannte aus Banja Luka zeigte mir vor kurzem ihre Fotoalben. Ein Bild ist auf den ersten Blick ein Urlaubsschnappschuss wie viele andere. Auf dem Foto sieht man zwei junge Männer auf Liegestühlen in der Sonne liegen. In der Hand halten sie jeder eine Flasche Bier und prosten der Fotografin zu. Das Foto ist etwa 2 Jahre alt und wurde an der kroatischen Adriaküste aufgenommen. Die Fotografin erzählt mir die Geschichte hinter dem Foto. Einer der beiden Männer ist Muslim, der andere ist Kroate.

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Heide Schütz, Ingrid Lottenburger

Wege zur Versöhnung der Menschen in der Tschechischen Republik und in der Bundesrepublik Deutschland.

Warum "Forum der Frauen"? Vor sieben Jahren gründeten Frauen aus der Tschechischen Republik und aus der Bundesrepublik Deutschland nach der ersten gemeinsamen Konferenz in Bonn ein eigenes Forum. Die Verzögerung der Verhandlungen zu der ersehnten "Gemeinsamen Deutsch-Tschechischen Erklärung" und die zunehmende Vergiftung der Atmosphäre nach dem hoffnungsfrohen Neubeginn der Beziehungen beider Länder nach der samtenen Wende waren für Hana Klimesova und Heide Schütz der Anlass, einen Versöhnungsversuch zu starten.

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Karoline Hutter

Friedensradio in der Demokratische Republik Kongo

Seit Frühjahr 2002 ist "Radio Okapi" auf Sendung. Rund hundert kongolesische Journalisten engagieren sich in dem von den Vereinten Nationen und der Hilfsorganisation "Hirondelle" finanzierten Projekt für Dialog und Aussöhnung in der Demokratischen Republik Kongo.

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Anne Jung

Sierra Leone zwischen Krieg und Frieden

Sierra Leone belegt zwei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges Platz 175 von 175 Plätzen auf der Weltrangliste der ärmsten Länder. Heute sind 70 % der Bevölkerung Analphabeten, die Kindersterblichkeit ist die höchste auf der Welt. Mindestens 75.000 Menschen der 5 Millionen zählenden Bevölkerung wurden während des 11-jährigen Bürgerkrieges zwischen der RUF und der sierra-leonischen Armee getötet. Über 20.000 Handamputierte leben heute in Sierra Leone - ihnen wurden durch die Rebellenbewegung RUF (Revolutionary United Front) die Hände abgehackt.

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