Ziviler Friedensdienst
5 / 1997

Zivler Friedensdienst

Schwerpunkt: Tschechien

Weitere Themen:

- Kein Nobelpreis für Minenproduzenten

- Wahlprüfstein Eurofighter?

- Rückkehrschicksale in Bosnien - Irak-Krise

Editorial

Redaktion FriedensForum, Christine Schweitzer

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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Initiativen

Paul Betz

Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung - Politik ohne Militär und Gewalt - Vom Westfälischen Frieden zu einem friedensstiftenden Europa

European Peace Congress 29.-31. Mai 1998

350 Jahre Westfälischer Friede - dieses Jubiläum wird 1998 noch häufiger von sich reden machen, und das nicht nur am historischen Verhandlungsort in den Städten Münster und Osnabrück. Vergessen oder doch zumindest verdrängt wird dabei allerdings zumeist die Kehrseite der Medaille: daß dieses Datum nicht denkbar ist ohne den unheilvollen Jahrestag, den man auch "380 Jahre europäischer Krieg" nennen könnte.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Felix Oekentorp, Tobias Damjanov

Zwei Veranstaltungen deutscher AtomwaffengegnerInnen

Vor 40 Jahren machten sie Furore: 18 Wissenschaftler, die es in einer gemeinsamen Erklärung ablehnten, "sich an der Herstellung, der Erprobung oder dem Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise zu beteiligen." Aus diesem Anlaß gab es am 11.04.97 eine Festveranstaltung von IPPNW, der Naturwissenschafler-Initiative, der VDW und anderen in der Münchner Uni-Aula. Dort sprachen Carl Friedrich von Weizsächer, einziger noch lebender Unterzeichner der "Göttinger Erklärung" von 1957, Prof.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Friedensbewegung

Die Göttinger Erklärung der 18 Atomwissenschaftler vom 12.04.1997

Die Pläne einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr erfüllen die unterzeichnenden Atomforscher mit tieferSorge. Einige von ihnen haben den zuständigen Bundesministern ihre Bedenken schon vor mehreren Monaten mitgeteilt. Heute ist eine Debatte über diese Frage allgemein geworden. Die Unterzeichnenden fühlen sich daher verpflichtet, öffentlich auf einige Tatsachen hinzuweisen, die alle Fachleute wissen, die aber der Öffentlichkeit noch nicht hinreichend bekannt zu sein scheinen.

mehr ... Thema: Atomwaffen, Friedensbewegung
Bernd Schneider

Auftakt einer europäischen Bewegung?

Das jüngste Gipfeltreffen der Europäischen Union hat Hoffnungen geweckt. Allerdings nicht durch Erfolge auf Regierungsebene, sondern durch die beeindruckende Menschenmenge, die in Amsterdam gleichzeitig für einen Kurswechsel in der Europapolitik eintrat.

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Gottfried Müller

Kirchentag 1997 Leipzig

Vom 18. - 22. Juni fand der Evangelische Kirchentag in Leipzig statt. Zum ersten Mal nach der Wende war eine Stadt in den neuen Bundesländern Veranstaltungsort des größten evangelischen Treffens. Wie bei den vorangegangenen Kirchentagen gab es auch dieses Mal für alle Gruppen und Initiativen die Möglichkeit, ihre Arbeit an drei Tagen im Neuen Messegelände darzustellen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Alexander Dauensteiner

Bericht von der Hauptversammlung der Daimler-Benz AG 1997

Am 28. Mai fand die 101. Hauptversammlung der Daimler-Benz AG in Stuttgart statt. Bereits zum siebten Mal trat dabei wieder der "Dachverband Kritischer AktionärInnen" auf. Im Vorfeld hatten die kritischen Aktionärinnen und Aktionäre in 15 Gegenanträgen u.a. die Rüstungsproduktion und hierbei vor allem die Produktion der Panzerabwehrrichtminen (PARM 1) und den Bau des Eurofighter 2000 scharf kritisiert und gefordert, Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

mehr ... Thema: Rüstungsexporte
Gisela Rubbert

Graz - Schritte auf dem Weg zur Versöhnung

Vom 22.-29. Juni 1997 fand in Graz/Österreich die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung statt. Sie stand unter dem Zeichen "Versöhnung in Europa" mit folgenden sechs Unterthemen: - Suche nach der sichtbaren Einheit zwischen den Kirchen - Dialog mit den Religionen und Kulturen - Einsatz für soziale Gerechtigkeit, vor allem für die Überwindung von Armut, Ausgrenzung und anderer Formen der Diskriminierung - Engagement für die Versöhnung in und zwischen den Völkern, und für gewaltfreie Formen der Konfliktbewältigung

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Hanne Rademacher

Ein Thema für immer mehr Menschen

Mit Vermögen Gegenwart und Zukunft gestalten

Die meisten von uns denken dabei: ich habe kein Vermögen, mich geht das Thema nichts an. Nicht wenige stellen jedoch eines Tages fest, daß die Eigentumswohnung, das Haus oder der langfristige Sparvertrag, die bisher nur als eine monatliche Zahlungsverpflichtung und damit als finanzielle Belastung ins Bewußtsein traten, im Laufe der Zeit Vermögen geworden sind. Andere sind Besitzer von deutlich größerem Vermögen, leben aber in einer gewissen Distanz zu diesem Vermögen, da dieses fest angelegt ist und im alltäglichen Denken keine Rolle spielt.

mehr ... Thema: Friedensbewegung

Krisen und Kriege

Paul Russmann

Eurofighter am Ende?

"Ende, es ist zu Ende, es geht zu Ende, es geht vielleicht zu Ende" (Samuell Beckett, Endspiel). Wird das letzte Kapitel in der unendlichen Geschichte um die Beschaffung des Eurofighters aufgeschlagen? Nach der Sommerpause soll der Bundestag über die größte Verschwendung von Steuergeldern in der Geschichte der Bundesrepublik entscheiden.

mehr ... Thema: Abrüstung
Claus Rick

Bericht zur KDV-Kampagne von amnesty international

Für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Europa

"Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden." Dies ist ein im deutschen Grundgesetz garantiertes Recht und im wesentlichen auch das Ziel, das amnesty international (ai) mit einer am 15. April 1997 in Moskau begonnenen internationalen Kampagne für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Europa erreichen will. Der auf einer Pressekonferenz im Sacharow-Zentrum zu diesem Thema vorgestellte Bericht zeigt jedoch, daß man von diesem Ziel noch weit entfernt ist.

mehr ... Thema: Kein Tag der Bundeswehr
Jan Brauns

Osman Murat Ülke in den Fängen des türkischen Militärs

Bis zu 16 Jahren Haft für KDV?

Das türkische Militär steckt in einem Dilemma: Einerseits gibt es im Land seit Anfang der 90er Jahre zwar nur eine kleine antimilitaristische Bewegung, deren prominentester Vertreter der im In- und Ausland weithin bekannte Osman Murat Ülke ist. (1) Isoliert betrachtet wäre es für das Militär deshalb am klügsten, diese AktivistInnen zu ignorieren. Andererseits steckt man in einem Krieg, der seit 1984 andauert und der mehr und mehr das ganze Land betrifft.

mehr ... Thema: Kein Tag der Bundeswehr
Kampagne Atomwaffen abschaffen!

Zum 1. Jahrestag der Verkündung des Rechtsgutachtens des IGH zur grundsätzlichen Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen

NATO-Osterweiterung destabilisiert Europas Sicherheit

Die Ausdehnung der NATO auf Länder des ehemaligen Warschauer Paktes wirkt als destabilisierender Faktor in Europa. Auch nach der Unterzeichnung der "Grundakte über beiderseitige Beziehungen, Zusammenarbeit und Sicherheit" zwischen der NATO und Russland wird die Entscheidung zur Osterweiterung der europäischen Sicherheit erheblichen Schaden zufügen.

mehr ... Thema: NATO

Friedensbewegung international

Andreas Buro

Droht ein zweites Zypern im Nord-Irak?

Als 1990 irakische Truppen sich anschickten, in Kuwait einzudringen, hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen, alle "geeigneten Mittel" anzuwenden, um diese Militärinvasion abzuwenden und die Souveränität Kuwaits zu schützen. Dies war eine eindeutige Reaktion, wenngleich sie auch zu dem unseligen Golf-Krieg führte, der die unipolare, globale, militärische Machtstruktur, die nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes sich ausbildete, blitzartig erkennbar werden ließ.

mehr ... Thema: Militarisierung
Monika Schlicher

Die Ära Suharto geht zu Ende

Nachdem das indonesische Militär im Dezember 1992 den osttimoresischen Widerstandsführer Xanana Gusmao gefangen genommen hatte, sprach ein Offizier im Vertrauen offen aus, was viele seiner Kollegen dachten: "Wir werden ihm den Prozeß machen und jede Menschenrechtsorganisation wird uns im Genick hängen. Was immer wir auch tun, wir ziehen den kürzeren. Sie hätten diesen Hurensohn erschießen sollen." (Sydney Morning Herald, 27.06.1997, David Jenkins: Death of fighter casts a shadow)

mehr ... Thema: Militarisierung
Demilitarisation Network

Albanische Nichtregierungsorganisationen reagieren auf das politische Chaos

Krise in Albanien

Albanische Nichtregierungsorganisationen (NROs) arbeiten in Reaktion auf die jüngste politische und ökonomische Krise aktiv zusammen, um eine friedliche Lösung der Probleme zu finden. Während geschossen wurde und ausländische Helfer und Freiwillige evakuiert wurden, waren die einheimischen Organisationen damit beschäftigt, Round-Tables, Petitionen, Demonstrationen, Radio- und Fernsehspots und Interviews, Veranstaltungen zur Geldbeschaffung und Treffen mit der neuernannten Koalitionsregierung zu organisieren.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung

Hintergrund

Christine Schweitzer

Zum Schwerpunkt: Friedensprozesse

Der Schwerpunkt dieses Hefte befaßt sich mit Friedensprozessen. Leider hätte dieses Thema noch vor zwei Jahren mit einer viel optimistischeren Note behandelt werden können. Die Entwicklungen in Israel, in Kambodscha, in Nordirland und in Bosnien-Herzegowina, wo Friedensprozesse gefährdet oder direkt als gescheitert bezeichnet werden müssen, zeigen leider nur zu deutlich, wie brüchig manche Hoffnungen auf friedlichere Zeiten gewesen sind.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Christine Schweitzer

Der Friede ist der Ernstfall

Über das Entsetzen über die vielen neuen gewaltsamen Konflikte wird oftmals übersehen, daß in den letzten Jahren einige teilweise Jahrzehnte währende Kriege zu Ende gegangen sind. Südafrika, El Salvador, Guatemala, Israel, Kambodscha und Tschetschenien sind nur einige Beispiele.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Hein Möllers

Ganz ohne fremde Hilfe

Druck von außen und innen, Konfliktmüdigkeit, Versöhnungsbereitschaft: Viele Momente trugen dazu bei, in Südafrika eine einigermaßen friedliche Lösung eines Konflikts herbeizuführen, der über Jahrzehnte auf eine blutige Konfrontation hinzulaufen schien. Innerhalb von fünf Jahren zwischen dem Amtsantritt F.W. de Klerks im September 1989 und den ersten allgemeinen, freien und demokratischen Wahlen im April 1994 änderte sich Südafrika von Grund auf, von einer Rassendiktatur zur Regenbogennation, wie heute Staatspräsident Nelson Mandela sein Land nicht ohne Stolz nennt.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Nicola Busse

Soziale Bewegungen in Friedensprozessen am Beispiel Guatemalas

Am 29. Dezember 1996 wurde in Guatemala der endgültige Friedensvertrag zwischen der Regierung und der Guerilla (URNG) unterzeichnet, womit der 36jährige bewaffnete Kampf, der tausende unschuldiger Menschenleben kostete, offiziell beendet wurde. Die Rolle der Volksorganisationen während des bewaffneten Konflikts

mehr ... Thema: Zivile Konfliktbearbeitung
Rafa Sainz des Rozas

Baskenland

Welche Art von Frieden?

Das Frühjahr 1997 sah erneut die sichtbarsten Elemente des Konfliktes im Baskenland, die Schlagzeilen dominieren. Drei Tage, nachdem ein Mitglied der ETA mit gefesselten Händen und Füßen in seiner Zelle erhängt gefunden worden war, starteten Kommandos der baskischen Separatistenorganisation ETA die größte Offensive seit der Regierungsübernahme durch die Volkspartei im März 1996. Die Spannungen stiegen weiter, als die gesamte Führung der Herri Batasuna, dem politischen Arm der ETA, festgenommen wurde und einer der Gefangenen ebenfalls angeblich "Selbstmord" beging.

mehr ... Thema: Friedensbewegung
Richard W. Fogg

Spontane Soziale Verteidigung in der Philippinischen Revolution

Der zehnte Geburtstag

Es ist zehn Jahre her, daß die Bevölkerung der Philippinen im Winter 1986 Präsident Ferdinand Marcos aus seinem Amt warf. Er schien unstürzbar zu sein, weil er die zentrale Regierung und viele Lokalregierungen, das Militär und die Wirtschaft in einem Land kontrollierte, das aus 7.000 Inseln besteht. Aber gewaltfreie Aktion erreichte viele dieser Inseln und beendete seine Diktatur. Der Internationale Versöhnungsbund spielte eine Schlüsselrolle

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Andreas Buro

Türkei: Der weite Weg zu einer politischen Lösung des Krieges

In den kurdischen Gruppierungen im Exil, in den europäischen und amerikanischen Zusammenschlüssen, die sich der Friedensbeihilfe in der Türkei verschrieben haben, aber auch bei Gruppierungen mit dieser Zielsetzung in der Türkei besteht eine wichtige Übereinstimmung, daß eine politische Lösung für den Konflikt gefunden und verwirklicht werden muß. Wer auf eine militärische Lösung setzt, verlängert nur den Krieg und schadet dem Land schwer. Doch nach wie vor erscheint der Weg dahin lang und beschwerlich .

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Barbara Müller

Sizilien

Danilo Dolci - Gewaltfrei für soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit herzustellen ist eine der schwierigsten Aufgaben, die im Rahmen von Friedensprozessen geleistet werden müssen. Das Beispiel von Danilo Dolcis Arbeit in Sizilien zeigt, wie sich Menschen unter sehr schwierigen Bedingungen dieser Aufgabe annehmen.

mehr ... Thema: Friedensbewegung, Zivile Konfliktbearbeitung
Michael Randle

Strategische Gewaltfreiheit in der nach-bosnischen Welt

Eine historische Gelegenheit vertan Am Anfang dieses Jahrzehnts schien strategische Gewaltfreiheit - in der Folge der osteuropäischen Revolutionen in 1989, der Niederschlagung des Putsches gegen Gorbatschow 1991, dem Zusammenbruch der Apartheit in Südafrika und Entwicklungen in früheren Jahren in verschiedenen anderen Ländern, vor allem den Philippinen, Chile und Korea - historische Bedeutung erlangt zu haben.

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Hildegard Goss-Mayr

Seminare zur Schulung in aktiver Gewaltfreiheit und Versöhnungsarbeit in Burundi, 10.-23. März 1996

Ist Versöhnung möglich?

Auf Einladung von Mgr. Evariste Ngoyagoye, Bischof von Bubanza, besuchte ich im Dezember 1995 Burundi, um die Situation kennenzulernen und mit jenen Gruppen eine Vertrauensbasis aufzubauen, die sich bereits um Versöhnungsarbeit bemühen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Bujumbura von bewaffneten Gruppen angegriffen. Es gab weder Strom noch Wasser.

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