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Das Netzwerk Friedenskooperative lehnt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht entschieden ab und sieht im neuen Wehrdienst einen weiteren Schritt hin zur Militarisierung der deutschen Gesellschaft. Im Folgenden wollen wir einen Überblick über den aktuellen Stand der Debatte und Beratungsmöglichkeiten bieten.
Aktueller Stand der Wehrpflicht
Die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wurde 2011 ausgesetzt, aber nicht vollständig abgeschafft. Das bedeutet, dass sie rechtlich weiterhin besteht. Seitdem basiert der Dienst in der Bundeswehr auf Freiwilligkeit. Männer und Frauen können sich freiwillig zum Wehrdienst oder als Berufssoldat*innen bzw. Zeitsoldat*innen verpflichten.
Seit 2022 wird wieder intensiv über eine mögliche Wiedereinführung oder Reform der Wehrpflicht in Deutschland diskutiert u. a. wegen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine.
Im Dezember 2025 wurde das so genannte Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) verabschiedet. Obwohl im WDModG noch auf Freiwilligkeit gesetzt wird, sind einige Stellschrauben bereits auf eine mögliche Wiedereinführung der vollumfänglichen Wehrpflicht ausgerichtet.. Alle jungen Menschen mit deutschem Pass, die im Jahr 2026 18 Jahre werden, erhalten den neuen Fragebogen der Bundeswehr. Jeder junge Mann, bzw. wenn der Geschlechtseintrag im Personalausweis "männlich" ist, ist verpflichtet den Fragebogen auszufüllen.
Kriegsdienstverweigerung
In Deutschland besteht das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen.
Durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) steht dieses Recht jedoch auch in Deutschland massiv unter Druck. Im Falle eines ukrainischen Staatsbürgers wertete der BGH das Recht eines Staates, sich gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg militärisch zu wehren, höher als die Entscheidung eines Individuums, sich dem Kriegsdienst zu verweigern. Erfahre hier mehr dazu.
Häufig gestellte Fragen zur Wehrpflicht bzw. zum Wehrdienst
- Ich werde bald 18 – welcher Brief von der Bundeswehr erwartet mich?
- Alle jungen Menschen mit deutschem Pass, die im Jahr 2026 18 Jahre alt werden, erhalten einen Fragebogen per Post. Diesen erhalten sie per Post. In dem Brief gibt es einen QR-Code, der zu einem digitalen Fragebogen führt. Darin werden unter anderem Bildungsabschluss, Körpergröße und eine Selbsteinschätzung der Fitness abgefragt. Am Ende wird gefragt, ob du einen freiwilligen Wehrdienst leisten will.
- Wer muss einen Fragebogen ausfüllen?
- Junge Männer bzw. Menschen deren Geschlechtseintrag im Personalausweis "männlich" ist, sind verpflichtet den Fragebogen auszufüllen. Alle anderen können diesen freiwillig ausfüllen. Wenn du den Online-Fragebogen ausfüllst, füll am besten nur die Pflichtfelder aus.
- Was passiert, wenn ich falsche Angaben beim Fragebogen mache, oder den Fragebogen nicht ausfülle?
- Junge Männer bzw. Menschen deren Geschlechtseintrag im Personalausweis "männlich" ist, sind verpflichtet den Fragebogen auszufüllen. Wer das nicht tut oder wissentlich lügt, kann mit einem Bußgeld bis 1.000 Euro wegen einer Ordnungswidrigkeit belegt werden.
- Was soll ich auf die Frage am Ende nach meinem „Interesse am Dienst als Soldatin oder Soldat“ angeben?
- Wenn du kein Interesse hast, dann solltest du hier „0 – Ich habe kein Interesse“ angeben. Die Bundeswehr wird dich dann nicht mehr für dem freiwilligen Wehrdienst anschreiben. Das ist aber noch keine Kriegsdienstverweigerung.
- Ist der Wehrdienst freiwillig oder nicht?
- Aktuell ist die Wehrpflicht noch ausgesetzt und es gibt nur den freiwilligen Wehrdienst. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt wird, sollten sich nciht genügend Freiwiilige finden.
- Ist die Musterung verpflichtend?
- Junge Männer sind verpflichtet bei der Musterung zu erscheinen. Wenn der Musterungstermin unentschuldigt versäumt wird, kann sogar die Polizei eingeschaltet werden, um den Betreffenden vorzuführen.
- Was passiert bei einer Musterung?
- Bei der Musterung gibt es eine ärztliche Untersuchung. Dabei geht es um Erkrankungen und die medizinische Vorgeschichte einer Person. Im Anschluss wird dein Körper untersucht. Außerdem wird die „charakterliche und geistige Eignung“ geprüft. Dabei werden unter anderem auch logisches Denken, Sprachfähigkeiten und technisches Verständnis geprüft.
- Was ist ein Musterungsbescheid?
- In diesem Schreiben wird dein sogenanntes „Musterungsergebnis“ mitgeteilt, also deine Tauglichkeit für den Wehrdienst. Die verschiedenen Tauglichkeitsgrade sind: „wehrdienstfähig“, „vorübergehend nicht wehrdienstfähig“ und „nicht wehrdienstfähig“. Die Musterung allein ist noch keine Verpflichtung.
- Ich möchte generell nicht zur Bundeswehr. Was kann ich tun?
- Du kannst einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung beim Karrierecenter stellen. Die DFG-VK und die Evangelische Kirche bieten Beratungen zu diesem Thema an (siehe nächste Frage).
- Ich habe Fragen zur Kriegsdienstverweigerung. An wen kann ich mich wenden?
- Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) bietet Beratungen zum Thema Kriegsdienstverweigerung an, ebenso wie die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK).
- Hier eine Übersicht an relevanten Links:
- Welche Gründe zur Kriegsdienstverweigerung sind zulässig?
- Du kannst den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigern – mit Berufung auf Art. 4 Abs. 3 Grundgesetz. Du musst deinem Antrag eine persönliche Begründung beilegen, warum du den Dienst aus Gewissensgründen ablehnst. Das Schreiben muss wirklich individuell sein. Wichtig: Da für die Anerkennung als Verweigerer nur „Gewissensgründe“ zählen, sollten politische, moralische oder religiöse Gründe nur angeführt werden, wenn sie dein Gewissen entscheidend geprägt haben.