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Redebeitrag für den Ostermarsch in Lübeck am 19. April 2025
- Sperrfrist: 19.04., Redebeginn: 14 Uhr -
- Es gilt das gesprochene Wort –
Liebe Freundinnen und Freunde,
mein Name ist Bianca Szygula und ich bin Kreissprecherin der Partei "Die Linke" hier in Lübeck.
Wir stehen heute hier nicht nur, um gegen Krieg zu demonstrieren. Wir stehen hier, weil wir an eine andere Welt glauben. Eine Welt, in der Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Bomben. Eine Welt, in der Menschen nicht unter Gewalt, Ausbeutung und Ungleichheit leiden müssen.
Alles ist aus den Fugen geraten - neue Machtkämpfe, alte Feindbilder, und dazwischen wir. Putins brutaler Krieg gegen die Ukraine hat nicht nur unermessliches Leid gebracht, sondern erschüttert das Fundament der internationalen Ordnung.
Trumps Rückkehr ins Weiße Haus bedeutet erneut eine gefährliche Mischung aus Nationalismus, Konfrontation und Unberechenbarkeit.
Aber auch wir - Deutschland, Europa - tragen Verantwortung. Jahrzehntelang war unsere Außenpolitik geprägt von Abhängigkeiten, Waffenexporten und der Unterstützung autoritärer Regime. Die NATO, oft als Wertegemeinschaft verklärt, dient in Wahrheit allzu oft der Durchsetzung eigener Interessen - mit Gewalt, wenn es sein muss.
Es ist Zeit für eine friedenspolitische Zeitenwende! Für eine Außenpolitik, die nicht länger Profitinteressen folgt, sondern sich an Menschenrechten, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit orientiert. Für eine EU, die unabhängig wird von den Machtblöcken, die auf Dialog statt auf Eskalation setzt. Für ein Europa, das Diplomatie stärkt - nicht Panzerlieferungen.
Sicherheit darf nicht länger militärisch gedacht werden. Wir lehnen das Aufrüstungsprogramm ab. Keine neuen US-Raketen in Deutschland, keine Milliarden für Waffen, von denen nur die Rüstungskonzerne profitieren. Stattdessen: Schulen, Krankenhäuser, sozialer Zusammenhalt. Denn soziale Sicherheit ist der wahre Schlüssel zu Frieden. Weltweite Ab- statt Aufrüstung. Frieden statt Profit.
Wir brauchen ein Europa, das sich für den Atomwaffenverbotsvertrag einsetzt. Das mit zivilgesellschaftlichen Bewegungen weltweit zusammenarbeitet, statt mit Konzernen, die vom Krieg leben.
Denn: Ohne soziale Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden. Und ohne Frieden keine Zukunft. Ich bin Mutter von vier Kindern. Und allein bei dem Gedanken, dass sie eines Tages gezwungen werden könnten, eine Uniform anzuziehen und im schlimmsten Fall in einen Krieg zu ziehen, schnürt es mir die Kehle zu.
Ich will nicht, dass meine Kinder lernen, wie man schießt. Ich will, dass sie lernen, wie man Konflikte friedlich löst. Ich will dass unsere Kinder mit dem Wissen aufwachsen, dass Empathie, Verantwortung und Mitgefühl mehr bewirken als jede Waffe.
Wehrpflicht bedeutet, junge Menschen zu Werkzeugen in einem System zu machen, das glaubt, Sicherheit durch Abschreckung und Gewalt schaffen zu können. Aber wahre Sicherheit entsteht durch Bildung, soziale Gerechtigkeit und Frieden - nicht durch Zwang und Gehorsam.
Ich will, dass unsere Kinder frei entscheiden dürfen, welchen Weg sie gehen. Und ich will nicht, dass der Staat ihnen vorschreibt, wofür sie im Zweifel ihr Leben riskieren sollen.
Ich sage: Nein zur Wehrpflicht. Aus Liebe. Aus Verantwortung. Als Mutter.
Lasst uns gemeinsam laut sein. Für Abrüstung. Für Gerechtigkeit. Für ein gutes Leben für alle - nicht für wenige. Lasst uns mit erhobener Faust und offenem Herzen sagen: Eine andere Welt ist möglich - und wir geben uns nicht mit weniger zufrieden!
Vielen Dank.
Bianca Szygula ist Sprecherin des Kreisverband Lübeck der Partei "Die Linke" .