Der Schwerpunkt der neuen Ausgabe des "FriedensForums" (Heft 4/2026) befasst sich mit alternativen Sicherheitskonzepten. Gerne senden wir dir ein kostenloses Probeexemplar zu!
Redebeitrag für den Ostermarsch Saar in Saarbücken am 19. April 2025
- Es gilt das gesprochene Wort –
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Freundinnen und Freunde,
Heute stehe ich hier als Gewerkschafter und Pazifist, als 3facher Familienvater und bis vor kurzem als Jugendtrainer und Jugendleiter.
Ich möchte, dass junge Menschen in einer friedlichen Welt aufwachsen, einen sinnhaften Job finden, in dem sie fair bezahlt werden, gesund bleiben und ihre Familien ernähren und großziehen können. Das alles ist aber aktuell mehr denn je gefährdet:
- What ever it takes…was auch immer nötig ist oder besser, was immer es kostet. Mit diesem Satz hat Friedrich Merz zum Thema Rüstungsausgaben ausgesprochen, auf was wir uns einstellen sollen.
- Was bedeutet das denn?
- Nach welchen Kriterien oder Regeln wird den aufgerüstet und wie viel?
- Was werden wir denn zukünftig dadurch nicht mehr ausgeben können, da wir ja die Zinsen und die Tilgung aus den Krediten begleichen müssen? Kürzen wir bei der Bildung? Der Gesundheit? Was wird denn gestrichen? Kommunen ächzen jetzt schon wegen Unterfinanzierung, wird das noch schlimmer? Schließen Schwimmbäder und Bibliotheken für Panzer und Raketen? Das ist sozialer Sprengstoff, den wir nicht wollen.
- Weiterer wichtiger Punkt dazu: Was bedeutet diese Aufrüstung für die Umwelt? Ich zitiere aus der Welt: „Ambitionierte Klimaziele und Aufrüstung passen schwerlich zusammen. Die Fertigung von Waffen, Fahrzeugen, Jets und Schiffen verursacht Treibhausgase, Militär-Vehikel schlucken enorme Mengen Treibstoff, in Übung und Einsatz, die Wartung ist aufwendig, die Munition ein wahres Wegwerfprodukt.“
- Zusammengefasst, Aufrüstung und Kriege verschärfen die Klimakrise massiv und damit die Zukunft unserer Kinder.
- What is really necessary – Was ist wirklich notwendig, so müsste der Satz richtigerweise heißen. Unsere Kolleginnen und Kollegen der Bundeswehr, die auch durch uns vertreten werden, wünschen sich eine gute Ausstattung, alleine auch schon, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, aber das heißt nicht what it takes.
- Diesen Satz hätte ich mir seit Jahren für die Pflege gewünscht, dort herrschen unmenschliche Zustände durch Personalmangel und Sparzwänge und das wäre in unserer Prioritätenliste ganz, ganz weit vorne.
- Wir müssen in Menschen investieren, in Bildung, Gesundheit und bezahlbare Energie, dort brauchen wir viel Geld, dass sich aber auch auszahlt, nachhaltig ist und Werte schafft, statt Ängste und schlimmstenfalls Särge.
Gleichzeitig muss die nächste Bundesregierung aber dafür sorgen, dass weiterhin ausreichend Mittel für Konflikt- und Krisenprävention, für Entwicklungszusammenarbeit und die internationale Unterstützung von Friedens- und Menschenrechtsorganisationen bereitstehen. Dabei geht es auch darum, durch Deutschlands Beitrag Europas eigenständige Rolle als internationale Friedensmacht zu stärken - eine Friedensmacht, die sich geschlossen für eine Politik der Gewaltfreiheit und Zusammenarbeit vieler Partner einsetzt, aktiv Ansätze zur diplomatischen Konfliktlösung vorantreibt und neue Abrüstungs-, Rüstungskontroll- und Rüstungsexportkontrollinitiativen auf den Weg bringt.
In diesem Sinne rufe ich euch alle auf, aktiv zu werden. Lasst uns gemeinsam für eine friedliche
Zukunft kämpfen. Lasst uns für eine Welt eintreten, in der Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen Realität werden und Solidarität kein Fremdwort ist.
Friedensfähig statt kriegstüchtig – das ist unser Ziel! Lasst uns gemeinsam dafür arbeiten, Friedensbewegung, Gewerkschaften und die Klimabewegung, dass dieser Traum Wirklichkeit wird und die soziale Frage nicht untergeht.
Vielen Dank! Glück auf!
Christian Umlauf ist Geschäftsführer des ver.di Bezirk - Region Saar-Trier