Redebeitrag für den Ostermarsch XX (Stadt) am XX. April 2026 (Datum)

 

- (ggf.) Sperrfrist: XX. April 2026, Redebeginn: XX Uhr -
- Es gilt das gesprochene Wort -

 

"Die Hoffnung, die uns zusammenbringt"

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

In Deutschland gibt es einige Dinge, über die wir uns einfach nicht einig werden. Sei es die Frage, ob man Fan von Aldi Nord oder Aldi Süd ist, oder die grammatikalisch wohl wichtigste Debatte der Deutschen: Heißt es nun „die“ oder „das“ Nutella?

Und dann denke ich mir manchmal: Wenn wir es nicht einmal schaffen, uns beim Supermarkt einig zu werden, dann ist es vielleicht kein Wunder, dass der Frieden auf der Welt oft so kompliziert wirkt. Wir leben in einer Welt, die uns durch ihre Schnelligkeit und Vernetzung mit einer nie dagewesenen Komplexität konfrontiert.

Doch trotzdem sind es auch die kleinen Alltagsprobleme, die Menschen zusammenbringen. Denken wir nur an das gemeinsame Warten auf die verspäteten Züge der Deutschen Bahn. Man begutachtet die neu auf dem Bahnsteig eintreffenden Fahrgäste mit einem müden Lächeln und wartet gespannt auf deren Reaktion, wenn diese das erste Mal auf die Anzeigetafel schauen. Doch was uns letztlich alle auf dem Bahnsteig hält, ist die Hoffnung. Die Hoffnung auf den nächsten Zug.

Und genau das ist es, was ich euch heute mitgeben möchte: Es ist die Hoffnung, die uns zusammenhält und motiviert, auch weiterhin die schönen und einfachen Dinge wertzuschätzen. Die Zeit mit unseren Liebsten und der Blick auf ihre Zukunft sind, was uns dazu gebracht hat, heute hier gemeinsam zu stehen und als Gemeinschaft ein Zeichen für die Hoffnung auf Frieden zu setzen.

Vielleicht beginnt Frieden genau in solchen Momenten: Wenn an der Supermarktkasse jemand sagt: „Ich habe doch nur zwei Teile, gehen Sie gerne vor!“ Oder wenn zwei Kinder auf dem Spielplatz miteinander spielen, ohne sich groß Gedanken zu machen. Dann ist die Welt friedlich.

Im Alltag passiert viel mehr Frieden, als wir glauben. Er ist leise. Er ist besonnen. Er passiert zwischen Tür und Angel, zwischen zwei Haltestellen, zwischen zwei Menschen, die sich womöglich überhaupt nicht kennen.

Diesen Frieden möchten wir heute eintüten, mitnehmen und in der ganzen Welt verteilen. Denn so wie wir am Bahnsteig auf den Zug warten, warten überall auf der Welt Menschen auf etwas ganz Ähnliches: nämlich auf die Hoffnung, einen solchen Frieden endlich erleben zu können.

Diese Hoffnung teilen wir alle. Und genau diese Hoffnung bringt uns heute hier zusammen.

 

Hinweise:

  • Länge: 2.300 Zeichen (mit Leerzeichen)
  • Redezeit: 2.40 Minuten
  • Erstellung: LO
  • Stand: März 2026