Der Schwerpunkt der neuen Ausgabe des "FriedensForums" (Heft 4/2026) befasst sich mit alternativen Sicherheitskonzepten. Gerne senden wir dir ein kostenloses Probeexemplar zu!
Redebeitrag für den Ostermarsch XX (Stadt) am XX. April 2026 (Datum)
- (ggf.) Sperrfrist: XX. April 2026, Redebeginn: XX Uhr -
- Es gilt das gesprochene Wort -
Frieden für Iran, Frieden für die Welt
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir stehen heute hier – wie so viele von uns seit Jahrzehnten an Ostern –, um unsere Stimme zu erheben gegen Krieg, Rüstung und Gewalt. Die Ostermärsche sind mehr als Tradition. Sie sind ein lebendiger Ausdruck unseres Gewissens. Sie erinnern uns: Frieden entsteht nicht durch Panzer, nicht durch Sanktionen, nicht durch Drohgebärden. Frieden wächst aus Gerechtigkeit, Verhandlungen und Vertrauen.
Und genau davon braucht die Welt, insbesondere die Region um Iran, heute mehr denn je.
Im Iran kämpfen seit Jahren mutige Menschen für ihre Freiheit. Frauen und Männer, Junge und Alte, die auf die Straße gehen und sagen: „Wir wollen leben, ohne Unterdrückung, ohne Angst!“
Sie stehen für Rechte, die selbstverständlich sein sollten: Meinungsfreiheit, politische Mitbestimmung, Gleichberechtigung.
Doch während das iranische Regime mit Gewalt antwortet, schauen viele Regierungen in Europa vor allem auf strategische oder wirtschaftliche Interessen. Das darf nicht sein! Unsere Außenpolitik darf nicht zweigleisig fahren – einerseits von „Menschenrechten“ sprechen, andererseits die Waffen liefern, die die Konflikte in der Region weiter anheizen.
Darum fordern wir heute hier:
- Schluss mit allen Waffenexporten in den Nahen und Mittleren Osten – egal unter welchem Vorwand.
- Statt Drohungen und Sanktionen braucht es Diplomatie, Dialog und zivile Konfliktbearbeitung.
- Wiederaufnahme ernsthafter atompolitischer Gespräche, wie sie einst der Atomdeal bot. Sicherheit entsteht durch gegenseitige Verpflichtung – nicht durch Aufrüstung.
- Unterstützung für die iranische Zivilgesellschaft durch humanitäre Hilfe, kulturelle Austauschprogramme und Schutz für Verfolgte.
Diese Forderungen sind keine Träumerei. Sie sind Vernunft in einer Welt, die sich erneut in Konfrontation verrennt.
Wir sehen es überall: Eine Spirale der Aufrüstung frisst Milliarden, die für Bildung, Klima- und Sozialpolitik fehlen. Jeder neue Vertrag über Waffenlieferungen ist zugleich ein Vertrag gegen die Zukunft unserer Kinder.
Wenn wir den Iran-Konflikt verstehen wollen, müssen wir ihn als Teil eines größeren Versagens begreifen: Das Versagen, Konflikte politisch zu lösen, und das Versagen, internationale Strukturen zu stärken, die Frieden sichern könnten.
Deshalb sagen wir auch:
- Nein zur Militarisierung der EU-Außenpolitik.
- Nein zur ständigen Erhöhung der Rüstungshaushalte.
- Stattdessen: massive Investitionen in Friedensforschung, Krisenprävention und zivilgesellschaftliche Initiativen.
Wir brauchen kein Europa der Abschreckung – wir brauchen ein Europa des Friedens.
Ein Europa, das als Vermittler auftritt, nicht als Mitrüster.
Ein Europa, das aus der Geschichte gelernt hat, dass Gewalt immer neues Leid gebiert.
Gerade jetzt, wo die Welt wieder in Blöcke zu zerfallen droht, muss unsere Antwort sein: gemeinsame Sicherheit statt nationaler Stärke. Kooperation statt Konfrontation. Menschlichkeit statt Zynismus.
Und wenn wir über Iran sprechen, dann sprechen wir auch über Solidarität – mit den Frauen, die trotz Schleierpflicht ihren Kopf erheben; mit den Arbeitern, die streiken, obwohl Gefängnis droht; mit den Studierenden, die Freiheit fordern, obwohl ihre Universitäten überwacht werden.
Sie alle zeigen uns: Der Wunsch nach Frieden und Gerechtigkeit ist unzerstörbar.
Lasst uns an ihrer Seite stehen!
Lasst uns an der Seite aller stehen, die in Gaza, in der Ukraine, im Sudan, in Syrien oder in Jemen unter Krieg und Gewalt leiden!
Denn Frieden ist unteilbar.
Wer ihn nur für sich fordert, hat ihn schon verloren.
Ostern erinnert an Hoffnung – an die Kraft, selbst im Dunkeln neuen Anfang zu wagen. Diese Hoffnung tragen wir heute auf die Straße, mit Transparenten, mit Stimmen, mit Taten.
Wir sagen Nein zu Krieg, Nein zu Angst, Nein zu Zynismus.
Wir sagen Ja – zu Verhandlungen, zur Verständigung, zu einer Welt, in der Menschlichkeit mehr zählt als Macht.
Frieden beginnt hier, bei uns.
Frieden beginnt damit, dass wir nicht schweigen.
Frieden beginnt, wenn wir unsere Stimme erheben – heute, gemeinsam, laut und unüberhörbar.
Frieden für Iran. Frieden für die Welt.
Danke.
Hinweise:
- Länge: 4.219 Zeichen (mit Leerzeichen)
- Redezeit: 4.05 Minuten
- Erstellung: MA
- Stand: Anfang März 2026