Redebeitrag für den Ostermarsch XX (Stadt) am XX. April 2026 (Datum)

 

- (ggf.) Sperrfrist: XX. April 2026, Redebeginn: XX Uhr -
- Es gilt das gesprochene Wort -

 

"Ein Gespenst geht in Deutschland um - man nennt es Wehrpflicht" - (umgewandelt Karl Marx)

 

Liebe Freund*innen,

wir haben uns heute hier versammelt um im Namen des Friedens nicht nur ein klares Zeichen gegen die Aufrüstung in Deutschland, sondern militärische Invasionen weltweit zu setzen. Wir sehen keinen Fortschritt in Zerstörung und Krieg. Und keinen Grund in Abschreckung und Verteidigung. In was für einer Welt ist Entwicklung, Wohlstand und gesellschaftliche Entfaltung durch Krieg entstanden?

Also stehen wir hier geschlossen - trotz unserer Unterschiede - um gemeinsam für eine Gesellschaft zu demonstrieren, die keinen zum Militär zwingt.

Unsere Unterschiede entstehen nicht nur von selbst, sie werden gemacht. Vom Staat geschaffen, gefördert und toleriert. Sie zeigen sich überall:

Bei den Hürden im BAföG-Antrag. Bei unfairer Notenvergabe. Bei Auswahlverfahren, die nicht für alle gleich sind. Sie zeigen sich im Gender Pay Gap. Im Racial Profiling. In Bildungschancen, die von Herkunft abhängen. Und in einer Umwelt, die für viele immer noch nicht zugänglich ist.

All das sind keine Einzelfälle ­­– es ist ein System.

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ (GG Art.3). So steht es im Grundgesetz. Doch die Realität zeigt: Wir werden nicht alle gleichbehandelt.  Wir stehen nicht vor den gleichen Chancen, nicht vor den gleichen Hürden.

Und es ist ungerecht, dass einige von uns zur Musterung müssen.

Ich für meinen Tei l- liebe Freund*innen werde in keinen Krieg ziehen.

Nicht für einen Kanzler der (mich) und/oder euch als Problem im Stadtbild ansieht. Nicht für einen alten Mann der manche unter uns als „kleine Paschas“ bezeichnen würde und nicht für einen, der gegen den Schutz vor Vergewaltigung in der Ehe und gegen das Gleichbehandlungsgesetzt stimmte.

Ich ziehe in keinen Krieg. Weder für einen Kanzler, noch für ein Land. Nicht freiwillig und auch, aller Voraussicht nach, auch nicht unfreiwillig.

Aber noch ist nicht alles verloren. Noch gibt es keinen verpflichtenden Wehrdienst. Noch besteht kein Krieg, den wir für die deutsche Regierung führen müssen.

Was es aber gibt: Junge Menschen in großen und kleinen Städten, die laut sind. Die für ihre und alle kommenden Generationen auf die Straße gehen. Die ungemütlich werden.

Lasst uns daran erinnern, was wir haben und was wir lautstark schützen müssen. Gemeinsam. Solidarisch. Generationsübergreifend. Und unüberhörbar. Für eine Zukunft ohne Aufrüstung und Krieg. Für eine Zukunft in der wir gemeinsam daran arbeiten gleich behandelt zu werden.

Ich bedanke mich!

 

Hinweise:

  • Länge: 4.219 Zeichen (mit Leerzeichen)
  • Redezeit: 2.17 Minuten
  • Erstellung: MA
  • Stand: Anfang März 2026