Redebeitrag für den Ostermarsch in Emden am 4. April 2026

 

- Es gilt das gesprochene Wort –

 

Moin Emden, moin Ostfriesland, liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,

mein Name ist Michael Schunk und ich darf Sie seit 2019 zum achten Mal in Emden zum Ostermarsch begrüßen.

Danke!

Danke, dass ihr heute da seid.

Es notwendig dass die Menschen auf die Straße gehen und ihren Wunsch nach Frieden deutlich zeigen. Die Fachleute, die Militärs, die Politiker sind eingebunden in ihre Verpflichtungen, ihre Bündnisse und ihr Denken von Sicherheit durch Stärke.

Uns wie wir sehen gilt im Moment das Recht des Stärkeren und das kann nicht im Interesse der Menschen sein.

Der Versuch, die nackte Gewalt über die UN-Charta und das Völkerrecht einzuhegen, ist zumindest im Moment gescheitert.

Der Präsident eines souveränen Landes wird entführt

Kuba wird stranguliert

Israel greift den Iran an.

Die USA greifen den Iran an

Krieg und Völkermordvorwürfe in Gaza

Völkerrechtswidriger Krieg in der Ukraine

Kriege begleiten die Menschheit in ihrer gesamten Geschichte.

Und damit kommen Tod, Leid, Zerstörung und unfassbares Elend.

Unsere Antwort darauf ist nicht: noch mehr Waffen und noch mehr Gewalt und Androhung von Gewalt.

Wir möchten gerne in Frieden leben.

Die Emderinnen und Emder wissen um ihre zerstörte Stadt und um die Folgen eines Krieges.

Wir wollen keinen Krieg

Zitat der Bundesregierung:

„Das kann Deutschland: heute den Frieden von morgen sichern“

So die Behauptung der Bundesregierung, die vollmundig verspricht:

wenn wir der Bundeswehr nur das geben, was sie braucht, bürokratische Hindernisse abschaffen und modernstes militärisches Gerät zur Verfügung stellen, dann können wir das :

den Frieden sichern.

Das glauben wir nicht, dass das mit blanker Gewalt geht,

es braucht Interessenausgleich und Verhandlungen auf Augenhöhe mit den Staaten, mit denen wir es zu tun haben:

USA, Russland, Israel, Iran China ...

Und es ist nicht nur Russland, das einen völkerrechtswidrige Angriffskrieg führt.

Und wenn unser Bundeskanzler sagt, dass die USA und Israel die „Drecksarbeit“ machen für uns, wenn sie den Iran angreifen,

dann muss man ihn an die UN-Charta erinnern und das Grundgesetz erinnern, die Angriffskriege verbieteten.

Schluss mit der Doppelmoral!

Sie schwächt auch die internationale Position Deutschlands.

„Die Starken tun, was sie wollen, die Schwachen leiden, was sie müssen!“

Ja wollen wir denn wirklich zum Recht des Stärkeren zurückkehren?

Das kann doch nicht die Lösung sein!

Gerade deshalb müssen wir auf das Völkerrecht pochen – und uns daran halten!

Wir glauben nicht, dass die Androhung von immer mehr Gewalt zu mehr Frieden führt.Im Gegenteil!

Deswegen wehren wir uns auch gegen die Aufstellung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik.

Immer am letzten Samstag im Monat um 11 Uhr am der Wester-Ems-Tonne.

Seit dem 1. Januar 2026 erhalten alle 18-Jährigen einen Fragebogen, der Motivation und Eignung erfasst. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend.

Zugleich ist eine verpflichtende Musterung vorgesehen.

Zur Zeit ist der Dienst bei der Bundeswehr freiwillig.

Wir haben angeblich eine sicherheitspolitischen Lage, die bis 2035 zur Landes- und Bündnisverteidigung in Deutschland ein Personal von insgesamt 460.000 Soldatinnen und Soldaten notwendig macht.

Wir brauchen die stärkste Armee in Europa, so unser Bundeskanzler.

Diese Zahlen werden mit Freiwilligkeit wohl nicht erreicht werden. Der Bundestag kann dann durch Gesetz über die Einsetzung einer Bedarfswehrpflicht entscheiden. Das wird kommen.

Wir lehnen die Wiedereinführung der Wehrpflicht entschieden ab.

So genannte „Sondervermögen“ – also Schulden - in geradezu unvorstellbarer Höhe für Kriegstüchtigkeit und die stärkste Armee in Europa , das geht natürlich.

Aber:

„Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.“

So Kanzler Merz 2025 auf einer Parteiveranstaltung in Osnabrück

Dagegen protestieren in diesen Tagen Tausende in ganz Deutschland.

Zu recht!

Am 29.und 30 April findet in Emden die Maritime Hafenkonferenz statt.

Erwartet werden 800 Teilnehmer aus den Bereichen Wirtschaft und Politik.

Bundeskanzler Merz wird die Konferenz eröffnen.

„Verteidigungsminister“ Pistorius wird auch kommen.

Zu erwartende Inhalte werden die Bedeutung der norddeutschen Hafenstandorte, Versorgungssicherheit, Energiefragen und maritime Sicherheit sein. 

Hier wird unter anderem auch überlegt, wie der Emder Hafen besser zur Kriegstüchtigkeit Deutschlands beitragen kann.

Deshalb laden wir euch alle ein, am 29. April in Emden gegen die Militarisierung der norddeutschen Häfen zu protestieren.

Vielen Dank.

 

Michael Schunk ist aktiv beim Aktionsbündnis Ostfriesischer Ostermarsch in Emden.