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Redebeitrag für den Ostermarsch Ansbach am 4. April 2026
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Freundinnen und Freunde,
seit 2007 organisiert die Bürgerinitiative „Etz langt´s“ die Ansbacher Ostermärsche. In den 20 Jahren wurden wir mitunter bekämpft, nicht selten mit harten Bandagen. Wie könne man nur die Schutzmacht USA kritisieren, hieß es. Das sei wahlweise geschichtsvergessen, naiv oder schlichtweg anti-amerikanisch. Heute ist klar: So manche könnten sich mächtig geirrt haben in ihrer Einschätzung.
Die USA sind kein verlässlicher Partner. Sie verfolgen Interesse die nicht die unsrigen sind. Zu keinem Zeitpunkt seit 1945 wurde das deutlicher als in diesen Tagen. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran erschüttert den Nahen und Mittleren Osten. Und er bringt die sogenannte Nachkriegsordnung in Europa zum Zusammenbruch.
Das wahllose Töten von Menschen für Rohstoffe, Lebensraum oder Einflusssphären im Auftrag der Kriegsverbrecher Trump, Putin und Netanjahu zeigt auf: Eine Ära geht zu Ende. Es ist Zeit für echte europäische Emanzipation. Die US-Truppen haben ihr Gastrecht verwirkt.
Das machen Spanien, Frankreich und Österreich deutlich, indem sie ihren Luftraum für US-Kampfjets sperren. Das macht sogar die italienische Regierung klar, indem sie US-Militärflugzeugen die Landeerlaubnis verweigert. Und was macht die Bundesregierung?
Sie verharrt in Duckmäusertum gegenüber Trump, obwohl von den US-Militärbasen in Deutschland aus Völkerrecht gebrochen wird. Auch in Ansbach und Illesheim bereiten Trumps Truppen den Angriffskrieg vor. Damit nicht genug: Unser Land lässt sich auch noch fast tägliche Hasstiraden und Beleidigungen aus dem Weißen Haus gefallen.
Deutschland braucht mehr Rückgrat. Wir müssen den Mut haben, zu unseren europäischen Freunden zu stehen und klar zu sagen: Es ist genug. Go home, Mr Trump! Die US-Militärbasen in unserem Land gehören endlich geschlossen!
Auch vor Ort ist die Haltung zu den Kriegsverbrechen der USA und Israels höchst bedenklich. Es ist richtig, Putins Verbrechen deutlich zu benennen. Das Schweigen von Stadtspitze, Kirchen- und Gewerkschaftsführung zum Völkermord in Gaza oder zum Angriffskrieg gegen Iran und Libanon ist gleichwohl inkonsequent und moralisch zumindest fahrlässig. Daher freue ich heute besonders auf die Redebeiträge von Pfarrer Hans Löhr und Matthias Schneider von der IG Metall.
Die Bürgerinnen und Bürger, die Basis von Kirchen und Gewerkschaften sind längst weiter.
Viele schätzen die Lage realistisch ein. Nur noch 15% der Bevölkerung halten die USA laut aktuellen Umfragen für vertrauenswürdig.
Die Menschen spüren an Tankstellen, in Supermärken und auf Wohnungssuche, dass Wettrüsten und Kriegspolitik nicht nur unendliches Leid verursacht, sondern Wirtschaft und Wohlstand gefährdet.
Milliarden unserer Steuergelder verschiebt die Bundesregierung nach Kiew und zu Rheinmetall, während die deutsche Mittelschicht absteigt und die Kommunen ausbluten.
Unsere Schulen und Straßen zerbröckeln, während wir Trump für seine Dreistigkeit auch noch bezahlen. Das ist doch verrückt!
Diese Politik gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung geht nicht gut. Deutschland muss jetzt umsteuern. Was können wir vor Ort tun? 4 Beispiele:
Lasst uns ins Gespräch kommen mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Wir müssen Kommunalpolitikern sagen, dass unsere Infrastruktur bei Bildung, Wohnen und Verkehr auseinanderbricht, wenn die Regierung jeden zweiten Euro unserer Steuern für Waffen ausgibt.
Wir müssen unseren Nachbarn sagen, dass die schuldenbasierten Milliardengeschenke an die Rüstungsindustrie eine Kriegsinflation mit sich zieht, die uns alle ärmer macht.
Wir müssen den Menschen mit Abstiegsängsten sagen, dass es Frieden und Wohlstand nicht mit rechts geben wird. Denn die AfD fordert heute den Abzug der US-Armee und hat vor einem Jahr die Wahl Donald Trumps ebenso bejubelt wie die Kriegsverbrechen Israels in Gaza.
Wir müssen der Jugend sagen, dass sie nicht für ihre Familien in den Krieg ziehen soll, wie beschämende Werbeplakate der Bundeswehr in Ansbach suggerieren, sondern für die Interessen von Großmächten und Aktionären.
Lasst uns werben für den Ausstieg aus Wettrüsten und US-Hörigkeit. So beenden wir die Abwärtsspirale aus Militarisierung und Inflation. Frieden schafft Zukunft. In Deutschland, Europa und vor unserer Haustüre in Ansbach.
Boris-André Meyer ist aktive beider Bürgerinitiative "Etz langt´s" in Anbach.