In unserer Zeitschrift "FriedensForum" berichten wir über akutelle Aktionen und Kampagen aus der Friedensbewegung. Gerne senden wir dir ein kostenloses Probeexemplar zu!
Redebeitrag für den Ostermarsch Limburg am 4. April 2026
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Freundinnen und Freunde,
Was ist eine „Letalitätslösung“?
Ist das die Sympathiewerbung eines professionellen Killers? Ich zitiere: Basierend auf mehr als einem Jahrhundert an Erfahrung und Kompetenz in modernen Artillerielösungen, bietet Rheinmetall sofort verfügbare innovative Letalitätslösungen, um Überlegenheit heute und dauerhaft zu sichern. Keine HUNDERT Jahre - und die deutsche Todesindustrie wirbt wieder mit „Lösungen“ …! Ich zitiere den Kanzler und seinen Vize: Die Bundeswehr soll „konventionell zur stärksten Armee Europas“ werden. „Nach ACHTZIG Jahren Zurückhaltung“ soll Deutschland eine „neue Rolle als Führungsmacht“ spielen. Es soll „militärische Gewalt“ wieder zu einem „legitimen Mittel der Politik“ werden. Erich Kästner dazu:
„Die Herren haben bekanntlich den Ersten und den Zweiten Weltkrieg gewonnen. Denn wo nähmen sie sonst die großen Worte her?“ Wir müssen nicht 80 oder 100 Jahre zurückgehen. Da ist die Geschichte von Marijana, Marina und Sanja, vor 27 Jahren in Serbien. Sie waren auf dem Heimweg von einem Dorffest in Varvarin, als die NATO angriff.
Sanja, 15 Jahre alt wurde von einer Rakete zerfetzt. Marijana und Marina überlebten schwerverletzt. In Varvarin ist die Untat nicht vergessen. 1999 schon hatten Schröder, Fischer, Scharping die „deutsche Zurückhaltung“ aufgegeben. Mit den „Letalitätslösungen“ unserer Rüstungsindustrie! Das war schon die „Sprache der Machtpolitik“, die nun Merz und Klingbeil immer lauter sprechen. Fallen wir Ihnen ins Wort! Das „Völkerrecht“ wurde beim Angriff auf Serbien eben mal „vergessen“.
Den zivilen Opfern wurde die Entschädigung verweigert. Das „Völkerrecht“ kam wieder in Mode, als Russland die Ukraine überfiel.
Und jetzt, in Gaza, im Iran, im Libanon und auf der Westbank?
Da ist die Lage „komplex“, sie eiern herum, sie liefern Waffen und leisten Support.
Das „Völkerrecht“ liegt wieder in der Ecke wie eine zerrissene Geschenkverpackung.
Liebe Leute,
die „Letalitätslösungen“ der Rüstungsmafia und die „großen Worte“ der Politiker können es nicht verschleiern: Mit ihren Waffen schaffen sie nirgendwo Frieden. Nur Zerstörung, Hunger und Flüchtlingselend. Die Waffen, die sie exportieren, werden auch hier wieder vom Himmel fallen. Fallen wir ihnen in den Arm!
Was die Menschen in der Ukraine heute erleiden müssen, war vorhersehbar. Ganz unterschiedliche Leute, von Henry Kissinger bis Helmut Schmidt haben gewusst , worum es geht, und vorhergesagt, wohin es führt. Und heute ist vorhersehbar, was kommt, wenn wir wieder „kriegstüchtig“ werden. Als der Warschauer Pakt, die SU verschwand, haben wir leider vergessen, die NATO aufzulösen. Dann haben wir erlebt, wie sie immer weiter expandierte. Jetzt steckt der sogenannte Wertewesten in der Sackgasse.
Vor dem Serbienkrieg war Vietnam und andere, danach kamen Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, zuletzt Venezuela, Iran, Libanon … Wollen wir da weiter mitmachen, mitspielen in diesem Todesspiel? Ohne jedes Völkerrecht, aber mit der Sprache aller Macht?
Ich sage nein! Wir sagen NEIN !
Wenn wir überleben wollen, müssen wir die Interessen aller europäischen Länder anerkennen. Wir müssen zurück zu Verhandlungen, zum Gewaltverzicht, zum Völkerrecht, zur Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, zum gemeinsamen europäischen Haus. Dazu brauchen wir keine NATO und keine militarisierte EU. Dazu brauchen wir Diplomatie, die über ihre Schatten springen kann - durchaus auf allen Seiten? Röttgen gestern.
Hört endlich mal auf die Vernünftigen, auf die Friedensbewegung, die sagt OHNE MICH, OHNE UNS!
Wir wollen Eure Aufrüstung und Eure Kriege nicht!
Wir brauchen die Milliarden, aber
für Bildung,
für soziale Rechte,
für die Integration Geflohener,
für friedliche Entwicklung,
für die Rettung der Umwelt.
Die Waffen nieder!
Danke schön.
Harff-Dieter Salm ist aktiv beim Bündnis gegen rechts.