Der Schwerpunkt der neuen Ausgabe des "FriedensForums" (Heft 4/2026) befasst sich mit alternativen Sicherheitskonzepten. Gerne senden wir dir ein kostenloses Probeexemplar zu!
Redebeitrag für den Ostermarsch XX (Stadt) am XX. April 2026 (Datum)
- (ggf.) Sperrfrist: XX. April 2026, Redebeginn: XX Uhr -
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Freund*innen,
Jin Jian Azadî
Frau Leben Freiheit
Unter diesem Motto kämpfen FLINTA* im Iran und Kurdistan gegen ein System, das die Hälfte unserer Gesellschaft, aufgrund ihres Geschlechts unterdrückt. Unter diesem Motto kämpfen sie gegen patriarchale Strukturen. Ebenso gilt es in Deutschland, wo wir uns gegen einen Staat stellen, der Diskriminierung, Sexismus und Militarismus toleriert.
Jin Jian Azadî soll uns daran erinnern, dass wir nicht frei sein können, solange Frauen unterdrückt werden. Überall auf der Welt müssen wir aufstehen: solidarisch, entschlossen, laut.
Auch, wenn es schwerfällt. Auch, wenn es wehtut. Auch, wenn ich Tränen unterdrücken muss.
Frauen, Schwestern, Töchter sterben. FLINTA*, Kinder und Elternteile bezahlen mit ihrem Leben, andere füllen ihre Taschen mit Geld und Macht.
Lasst uns trauern. Lasst uns sie beim Namen nennen. Lasst uns weinen, uns gegenseitig stützen. Doch lasst uns vor allem eins: lasst uns wütend sein. Lasst uns sichtbar werden. Lass uns kämpfen, nicht nur für uns, sondern für alle, die es nicht (mehr) können.
Bertha von Suttner, Elizabeth Kelly, Elizabeth Robins
Sie alle sagen das, was heute niemand mehr zu verstehen scheint. Das Private ist politisch. Gewalt beginnt nicht mit dem ersten Schuss, mit dem ersten Griff zur Waffe. Sie beginnt zu Hause. In einem System, das geduldet wird. Ein System, das Gewalt alltäglich macht. Wenn Gesetze nicht geachtet werden, Kriege zur Normalität werden und Gewalt dem Alltag innewohnt. Dann wird es brenzlig. Brenzlig für die ohne Schutz, brenzlig für die, die eh schon leiden. Brenzlig für die, denen nicht zugehört wurde, als es hieß: Das Militär muss stärker werden. Wir müssen bereit sein, zu kämpfen.
Es wird gefährlich, wenn Gewalt zur Normalität wird. Wenn wir glauben, dass Krieg notwendig sei. Wenn Militarismus aus unseren Köpfen nicht mehr wegzudenken scheint. Militarismus, der uns erklärt: Krieg ist essenziell, ja, kann notwendig, sogar wünschenswert sein. Krieg gibt es in dieser Welt. So ist das nun mal.
Ich spreche davon, was passiert, wenn wir anfangen zu glauben, dass Gewalt eine Lösung ist.
Wenn wir anfangen, sie zu akzeptieren. Zu rechtfertigen. Zu lehren.
Diese Gewalt schlägt ein. Und sie trifft nie alle gleich. Sie trifft die, denen nicht geglaubt wurde. Die, die schutzlos sind. Die, die fliehen müssen, ihre Heimat verlassen, die, die Gewalt nicht begonnen haben,
Das muss nicht sein. Ich appelliere an die Menschlichkeit, an das Mitdenken an die, die der Gewalt ausgesetzt sind, an die, die leiden, wenn wir Gewalt erziehen.
Wenn wir junge Menschen kriegstüchtig, gewalttüchtig machen.
Hinweise:
- Länge: 2.586 Zeichen (mit Leerzeichen)
- Redezeit: 4.05 Minuten
- Erstellung: LJ
- Stand: Anfang März 2026